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Interview / Archiv | Beitrag vom 08.06.2018

Gendergerechte Sprache"Das Maskulinum ist die schlechteste aller Lösungen"

Horst Simon im Gespräch mit Dieter Kassel

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Ein Duden der 27. Auflage (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)
Gechlechtergerechte Sprache ist mühsam: Der Duden der 27. Auflage ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss. (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)

Leser*innen, LeserInnen oder Leser_innen? Der Rat für deutsche Rechtschreibung berät über eine geschlechtergerechte Sprache. Wird die bald zum Standard? Der Sprachwissenschaftler Horst Simon plädiert jedenfalls dafür, einige Anpassungen in den Duden aufzunehmen.

"In meiner Vorlesung sitzen 100 Studenten": Mit diesem Maskulinum im Beispielsatz will der Professor für Historische Sprachwissenschaft an der FU Berlin zeigen, worum es hier geht: "Dass das die schlechteste aller Lösungen ist, dazu gibt es eine Menge Forschungen mittlerweile." Bei rein maskulinen Formen würden sich die Leute vorstellen, es gehe im Wesentlichen um Männer. "Da gibt es vielleicht auch noch Frauen, aber vielleicht auch nicht", so Horst Simon. Zwar seien Sternchen, Binnen-I oder Unterstrich nicht gerade schön - doch "besser als das Maskuline auf jeden Fall".

Es geht um Vielfalt

Partizipformen wie "Studierende" oder "Assistierende" würden nur im Plural funktionieren. Im Singular helfe diese Form nicht. Das Geschlecht sei nun mal im Deutschen in vielen Aspekten eingebaut - es völlig zu eliminieren, werde nicht gelingen und würde auch "niemand Vernünftiges" fordern. Deshalb müsse ein Trick gefunden werden, um Offenheit zu signalisieren: "Gelegentlich Sterne einzufügen oder was anderes ist schon ein großer Schritt vorwärts um zu zeigen, es gibt Vielfalt, es gibt Diversität und es ist nicht alles so simpel männlich, wie es das traditionell vielleicht verstanden wird." (bth)

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