Seit 20:03 Uhr Konzert

Dienstag, 18.06.2019
 
Seit 20:03 Uhr Konzert

Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 31.08.2015

Gemeinden in KalabrienMafia sorgt für Ende der Demokratie

Von Jan-Christoph Kitzler

Podcast abonnieren
Junge Menschen in Kalabrien demonstrieren gegen die Mafia unter dem Motto: "No Mafia Day" (picture alliance / dpa / EPA / FRANCO CUFARI)
Junge Menschen in Kalabrien demonstrieren gegen die Mafia. (picture alliance / dpa / EPA / FRANCO CUFARI)

Ist Italien ein demokratischer Staat? In mehr als 200 Gemeinden - vor allem in Kalabrien - dürfen die Bürger keine Gemeinderäte oder Verwaltungen mehr wählen, weil die 'Ndrangheta alles durchsetzt hat. Ein Zwangsverwalter kommt.

Die Grenzen des demokratischen Staates zeigen sich im ärmeren Süden Italiens. In Kalabrien ist die Mafia noch immer so mächtig, dass Wahlen nicht mehr möglich waren. Der Zwangsverwalter versucht sich um das Nötigste zu kümmern. Eine funktionierende Wasserversorgung oder regelmäßige Schulbusse sind hier eine große Leistung. Viele Bürger sind eingeschüchtert oder geben der Zentralregierung die Schuld. "Mit der Mafia hat es wenigstens Geld in der Region gegeben", lautet eine gängige Kritik.

Exemplarisch ist der 2000-Einwohner-Ort Plati. Seit fast zehn Jahren hat sich hier kein Kandidat mehr für die Kommunalwahlen gefunden. Einschüchterungen gibt es viele, andernorts wurden auch Lokalpolitiker erschossen.

Mehr zum Thema

Italien - Mafia-Zeuge kämpft für Schutz und Anerkennung
(Deutschlandfunk, Europa heute, 20.08.2015)

Italiens Provinz - Wo der Staat an der Mafia scheitert
(Deutschlandfunk, Europa heute, 24.07.2015)

Schlepper - Verdienen am Traum von Europa
(Deutschlandfunk, Europa heute, 16.06.2015)

Neu im Kino: "Die Mafia mordet nur im Sommer" - Hinter den Türen von Palermo
(Deutschlandradio Kultur, Frühkritik, 04.06.2015)

Weltausstellung in Mailand - Korruption, Mafia und Skandale
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 17.03.2015)

Italien - Justiz unter Beschuss
(Deutschlandfunk, Hintergrund, 26.11.2014)

Mafia-Prozess - Geheimpakt mit der Cosa Nostra
(Deutschlandradio Kultur, Weltzeit, 25.11.2014)

Italien - Staatsgewalt unter Beschuss
(Deutschlandradio Kultur, Weltzeit, 25.11.2014)

Weltzeit

Afghanistans Weg aus dem KriegTerror, Taktik, Taliban
Ein kleines Mädchen umringt von afghanischen Frauen in blauen Burkas warten vor einer Klinik in der afghanischen Stadt Kalakan auf medizinische Hilfe. (Getty Images  /  Paula Bronstein)

Nach UN-Angaben wurden im vergangenen Jahr in Afghanistan 4000 Zivilisten getötet, mehr als 7000 wurden verletzt. Gleichzeitig laufen die Gespräche zwischen den USA und den Taliban mit dem Ziel das Land zu befrieden. Mit Aussicht auf Erfolg?Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur