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Kulturnachrichten

Montag, 18. Juli 2016

Gemälde "Venus im Pelz" wieder in Potsdam-Sanssouci

Das Werk eines flämischen Malers war 70 Jahre lang verschollen

Das seit rund 70 Jahren verschollene Gemälde "Venus im Pelz" ist wieder in Potsdam-Sanssouci. Das Werk sei aus freien Stücken übergeben worden, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg heute mit. Details dazu wurden nicht genannt. Während des Zweiten Weltkrieges war das Bild in Schloss Rheinsberg ausgelagert. Nach Kriegsende gelangte es auf unbekanntem Wege in den Besitz eines Berliner Malers und wurde später in private Hand verkauft. Die "Venus im Pelz" ist ein Werk eines flämischen Künstlers aus der Nachfolge von Peter Paul Rubens und entstand 1640 in Flandern. Das großformatige Gemälde muss nun umfangreich restauriert werden. Einst hatte die "Venus" ihren Platz im östlichen Teil der Gemäldegalerie. Friedrich II. (1712-1786) stattete diese mit 178 Gemälden sowie Skulpturen und kostbaren Konsoltischchen aus. Von den Kunstwerken sind bis heute aufgrund der Kriegswirren 81 verschollen und gelten als Kriegsverluste.

Gurlitt-Prüfer erhärten Raubkunst-Verdacht in 91 Fällen

Expertenteam untersuchte über 500 Werke der umstrittenen Sammlung

Fast 100 Bilder aus der umstrittenen Sammlung von Cornelius Gurlitt haben Experten mehr oder weniger sicher als Raubkunst identifiziert. Wie das Projekt "Provenienzrecherche Gurlitt" heute in Berlin mitteilte, gehören Kunst von Henri de Toulouse-Lautrec, Max Liebermann, Edvard Munch und eine Rembrandt-Grafik zu den verdächtigen Werken. Das Expertenteam hatte in einem halben Jahr mehr als 500 Werke aus der umstrittenen Sammlung untersucht - und in 91 Fällen einen Raubkunst-Verdacht erhärtet. Zuvor hatte die Taskforce "Schwabinger Kunstfund" binnen eines Jahres 11 Fälle lückenlos geklärt. Bei 5 Werken hatte sie dabei eindeutig NS-Unrecht nachgewiesen. Damit wären bislang insgesamt 96 Bilder der Sammlung als mutmaßliche oder tatsächliche Raubkunst eingeordnet.

Berlin stellt geplante Ausstellung im Humboldtforum vor

Die Stadt will sich im rekonstruierten Stadtschloss als Weltmetropole präsentieren

Als erster Nutzer des Humboldtforums im rekonstruierten Stadtschloss hat Berlin ein Konzept für seine geplante Ausstellung vorgelegt. Unter dem Motto "Berlin und die Welt" soll die globale Verflochtenheit der Stadt gezeigt werden, wie der verantwortliche Chef-Kurator und Direktor des Berliner Stadtmuseums, Paul Spies, in Berlin ankündigte. "Unser Ziel ist die Ermunterung zur Weltoffenheit" sagte er. Das Humboldtforum, das größte Kulturprojekt des Bundes, soll von 2019 an vor allem Einblick in außereuropäische Kulturen geben. Berlin hatte sich auf seinen rund 4000 Quadratmetern Fläche ursprünglich mit einer "Welt der Sprachen" beteiligen wollen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen, als er stattdessen überraschend eine Schau zur Stadtgeschichte ankündigte. Das Umdenken habe sich gelohnt. Nun gebe es die Chance, einen gemeinsamen großen Auftritt mit allen Beteiligten zu schaffen, sagte Müller. Anhand unterschiedlicher Aspekte solle die Stadt als Beispiel für eine Weltmetropole gezeigt werden. Themen sind etwa Grenzen, Vergnügen, Krieg, Migration, Mode und Sprache.

"Unsere Mütter, unsere Väter"-Macher in Polen vor Gericht

Der Dreiteiler gebe Polens Heimatarmee Mitschuld an den Verbrechen gegen Juden

Die Macher des deutschen Kriegsdreiteilers "Unsere Mütter, unsere Väter" müssen sich seit heute in Krakau vor Gericht verantworten. Zum Prozessauftakt sagte ein 92 Jahre alter Veteran der polnischen Heimatarmee aus. Er und der Weltverband der Soldaten der polnischen Heimatarmee werfen der Produktionsfirma Ufa Fiction und dem ZDF vor, mit der Serie über Deutsche im Zweiten Weltkrieg ihre Persönlichkeitsrechte verletzt zu haben. Dies berichtete die Nachrichtenagentur PAP. Demnach enthalte der Dreiteiler Szenen, die Polens Heimatarmee Mitschuld an Verbrechen gegen das jüdische Volk geben würden. Sie fordern eine Entschuldigung sowie umgerechnet etwa 6000 Euro Schadenersatz. Die Reihe lief auch im polnischen Fernsehen. Die Vertreter der Produzenten verwiesen auf die künstlerische Freiheit und forderten, die Vorwürfe fallenzulassen. Zudem betonten sie ihr Bedauern, dass der Dreiteiler in Polen auf diese Art aufgenommen worden sei. "Unsere Mütter, unsere Väter" lief im März 2013 unter anderem mit Katharina Schüttler, Tom Schilling, Sylvester Groth und Ludwig Trepte in den Hauptrollen.

Humboldtforum will Berlin als Weltstadt präsentieren

Chef-Kurator Spies stellte konkrete Pläne vor

Berlin will sich im Humboldtforum im rekonstruierten Stadtschloss in seiner internationalen Dimension präsentieren - nach dem Motto "Die Welt in Berlin und Berlin in der Welt". Das kündigte der verantwortliche Chef-Kurator und Direktor des Berliner Stadtmuseums, Paul Spies, in Berlin an. Die Ausstellung werde sich deutlich von den fünf anderen Standorten des Stadtmuseums abheben, bei denen die Lokalität im Vordergrund stehe, sagte Spies. Ursprünglich hatte sich Berlin im Humboldtforum, dem größten Kulturprojekt des Bundes, von 2019 an mit einer "Welt der Sprachen" vorstellen wollen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen, als er stattdessen überraschend eine Schau zur Stadtgeschichte ankündigte. Mit der Ausarbeitung beauftragte er den früheren Amsterdamer Museumsdirektor Spies, der seit fünf Monaten zugleich Chef des Stadtmuseums ist.

Hamburger Golden Pudel Club gerettet

Das Grundstück soll in die Gemeinnützigkeit überführt werden

Die lange drohende Zwangsversteigerung des Hamburger Golden Pudel Club ist abgewendet worden. Das verkündeten die Clubbetreiber heute auf ihrer Website. Wolf Richter, neben dem Künstler Rocko Schamoni einer der beiden Besitzer des Clubs, wollte die Eigentümergemeinschaft auflösen und das Gebäude zwangsversteigern lassen. Die gemeinnützige Mara & Holger Cassens Stiftung soll nun die Anteile von Richter erworben haben. Der Anteil von Schamoni werde irgendwann ebenfalls in die Gemeinnützigkeit übergehen, sagte Schamonis Anwalt Martin Klingner. Damit geht auch ein langer Streit der beiden Eigentümer zu Ende. Ein bereits für den 20. April angesetzter Versteigerungstermin war nach dem Brand aufgehoben worden, weil ein neues Gutachten erstellt werden musste.

Archäologen entdecken unbekannte Mauerreste in Mainz

Die Festungsmauern seien in keinem der erhaltenen Pläne verzeichnet

Bei Bauarbeiten für das Archäologische Zentrum Mainz (AZM) haben Forscher die Reste einer bisher unbekannten Festungsanlage aus vorbarocker Zeit entdeckt. Diese Bauten seien in keinem der erhaltenen Pläne vermerkt, sagte die Leiterin der Landesarchäologie, Marion Witteyer. Die genaue Funktion der Anlage, die vermutlich im 15. oder 16. Jahrhundert errichtet wurde, ist noch unklar. Unweit der Mauerreste wurde eine Reihe mit sieben aufgestellten Steinkugeln entdeckt, wie sie bis zum 16. Jahrhundert gegen Feinde geschleudert wurden. Die Archäologen wollen noch bis zu sechs Meter tief graben und hoffen auf weitere Entdeckungen bis Februar 2017.

Berlin fördert Online-Bibliotheken mit rund zwei Mio. Euro

Stadt will das Online-Angebot der öffentlichen Bibliotheken ausbauen

Berlin fördert den Ausbau von Online-Angeboten in öffentlichen Bibliotheken bis zum nächsten Jahr mit 1,9 Millionen Euro. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller gab heute den Startschuss für das Projekt "Digitale Welten". Die Nutzer können damit im Verbund der öffentlichen Bibliotheken Berlins stadtweit in einem Bestand von mehr als drei Millionen Medien recherchieren, E-Books und E-Zeitschriften ausleihen und Videos streamen. Grundlage ist eine Strategie, die das Land, die Bezirke und die Zentral- und Landesbibliothek in einem einjährigen Diskussionsprozess erarbeitet haben. Grünen-Kulturexpertin Sabine Bangert erklärte, die Häuser befänden sich in einer dramatischen personellen und finanziellen Lage. Sie hoffe deshalb, dass Müllers Ankündigung nicht nur Wahlkampfgetöse sei. Über den Bau der neuen Zentral- und Landesbibliothek soll wie angekündigt erst im Herbst entschieden werden. Derzeit läuft eine Wirtschaftlichkeitsprüfung für vier mögliche Standorte.

"Bastille Day" nach Nizza in Frankreich abgesetzt

Der Actionthriller über den Anti-Terror-Kampf eines Agenten war erst kürzlich angelaufen

Der Actionthriller "Bastille Day" über einen Terroranschlag in Paris ist am Wochenende in den französischen Kinos nach dem Anschlag von Nizza abgesetzt worden. Der Film sei zuvor erst an vier Tagen in den Kinosälen des Landes gelaufen, berichtet heute die Zeitung "Le Figaro". In dem Thriller spielt Idris Elba einen CIA-Agenten, der Paris vor weiteren Bombenanschlägen schützen soll. Nach den blutigen Anschlägen in Paris vom November mit 130 Toten war in Frankreich bereits der Kinostart des Thrillers "Made in France" über einen geplanten Terroranschlag gestoppt worden. Er hatte auf dem Plakat den Eiffelturm in Form eines Kalaschnikow-Schnellfeuergewehrs.

"Codenames" ist Spiel des Jahres 2016

Kennerspiel des Jahres wurde "Isle of Skype"

Das Assoziationsspiel "Codenames" (Verlag Czech Games Edition) ist Spiel des Jahres 2016. Das teilte die Jury in Berlin mit. Bei dem Spiel geht es darum, möglichst viele Wörter mit einem Begriff zu umschreiben, ohne auf Wörter der Konkurrenz hinzuweisen. "Wer gerne mit Sprache jongliert, wird Codenames lieben", sagte der Vorsitzendes Vereins "Spiel des Jahres", Tom Felber. Ebenfalls nominiert waren "Imhotep" von Phil Walker-Harding aus dem Kosmos-Verlag sowie "Karuba" von Rüdiger Dorn vom Haba-Verlag. Außerdem kürte die Jury das Kennerspiel des Jahres für besonders anspruchsvolle Spieler. Ausgezeichnet wurde "Isle of Skye" (Verlag Lookout Spiele). In dem Spiel wetteifern Häuptlinge der Insel Skye um den Königsthron, indem sie ihr Clangebiet ausbauen. Die Preise sollen das Spiel als Kulturgut fördern und wurden zum 38. Mal verliehen.

Suicide-Sänger Alan Vega ist tot

Vega wurde 78 Jahre alt

Der Sänger und Frontmann der US-amerikanischen Musikgruppe Suicide, Alan Vega, ist gestorben. "Alan starb in der vergangenen Nacht friedlich im Schlaf", schrieb der Sänger, Verleger und Schauspieler Henry Rollins auf seiner Website. Suicide gehörten zu den ersten, die Synthesizer und Drumcomputer einsetzten. Der Sound des Duos gilt als Wegbereiter für so unterschiedliche Musikrichtungen wie Punk und Techno. Die erste Platte von Suicide wurde von der Musikzeitschrift "Rolling Stone" in die Liste der 500 besten Platten aller Zeiten aufgenommen. Das Duo hat zahlreiche Trennungen und Wiedervereinigungen hinter sich, das letzte Album wurde 2002 veröffentlicht. 2012 erlitt Alan Vega einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall, erholte sich aber wieder - und trat erneut mit Suicide auf. Im Oktober sollten sie wieder einmal auf einem Festival in Kalifornien spielen. Gestern nacht starb Alan Vega im Alter von 78 Jahren.

Pakistans kritischer Internet-Star ermordet

Bruder festgenommen

Pakistans Internet-Star Qandeel Baloch ist nach Angaben der Polizei von ihrem Bruder getötet worden. Die junge Frau, die wegen ihrer provokanten Auftritte auch "Pakistans Kim Kardashian" genannt wurde, war erwürgt in ihrem Elternhaus in Multan aufgefunden worden. Baloch war wegen ihrer gesellschaftskritischen Äußerungen in ihrer Heimat umstritten. Ihr Bruder sei festgenommen worden und habe die Tat gestanden, sagte ein Polizeibeamter der zentralpakistanischen Stadt Multan. Laut Polizei sagte der Bruder, seine Schwester habe Schande über die Familie gebracht. Er sei wegen ihr verspottet worden. Medienberichten zufolge gab der Bruder auch an, seiner Schwester eine Tablette gegeben zu haben. Dadurch sei sie bewusstlos geworden.

Stuttgarter Corbusier-Häuser zum Weltkulturerbe ernannt

Weltweit wurden 17 Bauten des Architekten gewürdigt

Die Unesco hat die Häuser des Architekten Le Corbusier in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung und anderen Ländern zum Weltkulturerbe ernannt. Das teilte der deutsche Zweig der UNO-Kulturorganisation in Bonn mit. Insgesamt nahm das Welterbekomitee bei seiner Tagung in Istanbul 17 Bauten und Ensembles Le Corbusiers (1887-1965) aus sieben Ländern in die Liste schützenswerter Kulturgüter auf. Zuvor hatte es den internationalen Antrag zweimal abgelehnt. Zur Begründung heißt es, die Werke Le Corbusiers zeugten von "der Erfindung einer neuen Architektursprache, die mit der Vergangenheit bricht". Sie entstanden über einen Zeitraum von einem halben Jahrhundert. Diese Periode hatte Le Corbusier als eine "unermüdliche Suche" bezeichnete. Dazu gehören etwa die Regierungsgebäude von Chandigarh (Indien), das Nationalmuseum für westliche Kunst in Tokio (Japan), das Haus Curutchet in La Plata (Argentinien) oder die Unite d'Habitation in Marseille (Frankreich). Laut Welterbekomitee stehen die Bauwerke für die Internationalisierung der Architektur in globalem Umfang.

Tim Renner verteidigt erneut Wahl von Chris Dercon

Aber die Diskussion sei nicht fehlerfrei gelaufen

Der Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner hat erneut die Wahl von Chris Dercon als Nachfolger des scheidenden Volksbühnen-Intendanten Frank Castorf verteidigt. Renner räumte in einem Beitrag für die "Berliner Morgenpost" zum 65. Geburtstag von Castorf ein, dass die Nachfolge-Diskussion nicht fehlerfrei abgelaufen sei. "Man kann nicht sagen, dass es uns gut gelungen ist, diese Änderung des Modells zu kommunizieren", so der Kulturstaatssekretär. Dennoch verteidigte er noch einmal die Wahl des Belgiers Dercon.Man habe eben gerade keinen Regisseur aus dem Umfeld von Castorf als dessen Nachfolger haben wollen, keinen René Pollesch, keinen Herbert Fritsch, so Renner. Castorf legt im Sommer 2017 nach 25 Jahren sein Amt als Volksbühnen-Intendant nieder. Sein - umstrittener - Nachfolger ist der Museums-Experte Dercon. Castorf werde Berlin nicht verloren gehen, schrieb Renner. "Wie ich höre, ist der erste Vertrag von ihm bereits an einem unserer Häuser unterzeichnet worden."

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