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Feiertag - Kirchensendung / Archiv | Beitrag vom 13.02.2011

"Geheiligt werde dein Name" – aber welcher?

Über die Namen Gottes

Von A. Hagin und F. Grotjahn

Was bedeutet Gottes Name für unsere religiöse Praxis, für unseren Glauben? (Stock.XCHNG - Cris Watk)
Was bedeutet Gottes Name für unsere religiöse Praxis, für unseren Glauben? (Stock.XCHNG - Cris Watk)

Der jüdisch-christliche Gott hat viele Namen, mit denen er angerufen wird. So heißt er in der Bibel, der "Barmherzige", der "Vater", die "Mutter", aber auch der "Gerechte" und der "Zornige". Jesus nennt Gott "Vater". Doch wie sollen wir ihn am besten nennen?

"Die neun Milliarden Namen Gottes." Das ist der Titel einer Science-Fiction-Story des britischen Schriftstellers Arthur C. Clark. Darin hat eine Lama-Bruderschaft in Tibet ihr ganzes Leben der Auflistung der Namen Gottes gewidmet. Diese Namen sind sehr zahlreich: Neun Milliarden. Sind alle gesagt und dechiffriert, bricht das Ende der Welt an. – Für tibetanische Mönche eine schöne Vorstellung.

Aber die Arbeit geht nur langsam voran, dauert schon Jahrhunderte. Da hören die Lamas von abendländischen Maschinen, die in sagenhaft schneller Weise aufzeichnen und dechiffrieren können. Und so bestellen sie bei IBM einen leistungsstarken Computer. Amerikanische Techniker kommen ins Bergland von Tibet und installieren dort in einem Kloster einen solchen Rechner. Nach ihren Angaben braucht der nur drei Monate, bis die Arbeit getan ist. Sie selber glauben natürlich kein Wort von den prophezeiten Konsequenzen dieser Auflistung. Kurz vor Abschluss ihrer Arbeit fliehen sie bei Nacht aus dem Kloster. Sie fürchten die Rache der Mönche, wenn das Weltenende nicht eintrifft. Doch noch während sie in die zivilisierte Welt hinuntersteigen, sehen sie, wie ein Stern nach dem anderen erlischt.

Angesichts dieser neun Milliarden Namen nehmen sich die 99 Namen Allahs eher bescheiden aus. Oder sind es hundert?

In Günter Eichs Hörspiel "Allah hat hundert Namen" ist ein junger Mann auf der Suche nach diesem hundertsten. Vor einem Botschaftsgebäude trifft er auf einen Hausmeister, der dabei ist, die Treppe zu fegen. Auch ihn fragt er. Der Mann antwortet, er könne nur 99 Namen nennen, doch sei ihm, dank Allah, auch der hundertste bekannt.

Und er erzählt seine Lebensgeschichte, eine Geschichte voller Misserfolge, die ihn, den einmal erfolgreichen Geschäftsmann, schließlich in diese untergeordnete Stelle eines Hausmeisters gebracht habe. Doch hier angekommen, sei ihm klar geworden, dass all das, was er an Schönem in seinem Leben erlebt habe, in Wirklichkeit Übersetzungen des hundertsten Namen Allahs gewesen seien. Und einmal auf das Wirken Allahs aufmerksam gemacht, sehe er dessen hundertsten Namen überall: Im Ruf des Vogels und im Blick des Kindes, in einer Wolke, in einem Ziegelstein und im Schreiten des Kamels

Wie viele Namen hat Gott? Wie nennt er sich, und wie will er genannt werden?

Wir müssen unterscheiden, zwischen den Rufnamen Gottes, den Namen, mit denen er angerufen wird, und seinem Eigennamen, mit dem er sich selbst vorgestellt hat. In der Fülle der Rufnamen kann Gott gut mit anderen Gottheiten mithalten. Sie spiegeln Erfahrungen, die Menschen mit Gott gemacht haben. Wenn wir zum Beispiel Gott als "Vater" oder als "Mutter" anreden, greifen wir ein Bild aus unserer Erfahrungswelt auf. Ebenso, wenn wir ihn den Barmherzigen, den Gerechten, den Verborgenen, den Schweigenden nennen, oder ihn als den Allmächtigen oder Zornigen anrufen.

Aber wie ist das mit seinem Eigennamen?

Es gibt dazu eine Geschichte. Die steht in der hebräischen Bibel, im Alten Testament, im zweiten Buch Mose, im 3. Kapitel. Das ist die bekannte Geschichte von Mose vor dem brennenden Dornbusch, in der Gott Mose beauftragt, das Volk der Israeliten aus Ägypten, aus der Sklaverei, zu führen. Und dann fragt Mose ihn nach seinem Namen.

"Wenn ich nun zu den Israeliten komme und ihnen sage: ‚Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt’, und sie mich fragen: ‚Welches ist sein Name?’ – was soll ich ihnen antworten?"

Und Gott stellt sich ihm so vor:

"‚Ich werde sein, der ich sein werde.’(…) So sollst du zu den Israeliten sagen: Der ‚Ich bin da’, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs hat mich zu euch gesandt’. Das ist mein Name auf ewig.” (2. Mose 3,14f)

Damit hat sich Gott in diesem Gespräch gleich dreifach vorgestellt: Einmal als Gott der Väter. So ist er seinem Volk schon bekannt. Und dann unter seinem Eigennamen. ‚Ich bin da’. Und diesen Namen erläutert er mit dem Satz: "Ich werde sein, der ich sein werde."

Aber wie ist das mit diesem Eigennamen? Er besteht aus vier Buchstaben, einem ‚Tetragramm’. Es sind dies die Buchstaben J H W H. Sie stammen ab von dem Verb "sein", und man kann sie übersetzen mit: "Ich bin da", oder: "Ich werde sein". Nun weiß kein Mensch genau, wie diese vier Buchstaben, alles Konsonanten, ausgesprochen werden. Denn die Vokale, die dazwischen gehören, wurden in der hebräischen Bibel nicht mitgeliefert.

Man hat versucht, Vokale in das Tetragramm einzusetzen: Die Vokale E O A, zum Beispiel. Dann liest sich der Name: "Jehova" – so wie "Jehovas Zeugen" ihn bis heute aussprechen. Allgemein durchgesetzt haben sich die Vokale A und E in der Buchstabenkette. Dann liest sich der Name: "Jahwe". Aber auch das ist letzten Endes nur eine Rekonstruktion.

Kehren wir zurück zum Tetragramm, dem eigentlichen Eigennamen Gottes. Immer wenn es in der hebräischen Bibel auftaucht – das ist etwa 6800 Mal der Fall – steht in den gebräuchlichen Bibelübersetzungen das Wort "Herr". Und nach dem, was wir bis jetzt über die Bedeutung des Namens Gottes gehört haben, kann das ja wohl kaum als eine geglückte Übersetzung angesehen werden. "Herr" ist ein Rufname, kein Eigenname.

Wie der Rufname "Herr" an die Stelle von Gottes Eigennamen gekommen ist, das hat historische Gründe. Etwa im fünften Jahrhundert vor Christus entstand unter frommen Juden eine Scheu, den Eigennamen Gottes auszusprechen. Und so entwickelte sich allmählich die Tradition, den Gottesnamen durch das Wort ‚Adonaj’ zu ersetzen. Adonaj heißt wörtlich ‚meine Herren’. Doch wird diese Anrede ausschließlich für Gott gebraucht, sodass eine Verwechslung mit anderen Herren ausgeschlossen ist.

Als während der letzten drei vorchristlichen Jahrhunderte die hebräische Bibel zum ersten Mal ins Griechische übersetzt wurde, übernahm man diese jüdische Tradition und setzte anstelle des Tetragramms das Wort ‚Kyrios’. Kyrios heißt Herr. Und mit diesem Wort wird Gott auch heute zu Beginn eines jeden Gottesdienstes angesprochen:

"Kyrie eleison! – Herr erbarme dich.”

Aus dem Kyrios wurde in der lateinischen Bibel: Dominus – Herr.

"Dominus vobiscum – Der Herr sei mit euch.”

Als Martin Luther die Bibel ins Deutsche übersetzte, tauchte das Problem, wie das Tetragramm zu übersetzen sei, erneut auf. Und Luther entschied sich – in der Tradition von Adonaj, Kyrios, Dominus – für das Wort "Herr". Doch eingedenk dessen, dass das jüdische Adonaj nur für Gott gebraucht wird, schrieb er sein ‚HERR’ in lauter Großbuchstaben, um den Herr-Gott von anderen Herren zu unterscheiden. Gesprochen aber gibt es keinen Unterschied zwischen dem Herrn Gott und dem Herrn Müller von nebenan. Unter anderem daran hat sich in neuerer Zeit Streit entzündet.

Die Magdeburger evangelische Theologin Magdalene Frettlöh, die sich intensiv mit dieser Namensfrage befasst hat, sagt:”

"Die Diskussion ist vor allen Dingen durch die feministische Theologie wieder neu in Gang gebracht worden. Die macht zu Recht darauf aufmerksam, dass die einseitige Übersetzung des Eigennamens Gott mit "Herr", die Beziehung zwischen Gott und der Welt, Gott und den Menschen, auf eine Herrschaftskategorie festlegt, und ein männliches Gottesbild festschreibt. Von Gott als "Herr" zu reden kann eine doppelte Funktion haben: Einerseits können wir mit der Anrede Gottes als Herr herrschaftskritisch jede Herrschaft von Menschen über Menschen, vor allem die Herrschaft von Männern über Frauen, bestreiten. Dann sagen wir: Gott ist der eine und einzige Herr. Wenn wir das konsequent tun würden, müssten wir auch aufhören, Männer mit "Herr" anzureden.

Andererseits – und dies ist in der Geschichte genau so häufig passiert – kann mit der Berufung auf Gott den Herrn irdische Herrschaft auch legitimiert werden, statt sie zu kritisieren. Und genau dies ist der Punkt, wo feministische Kritik angreift und sagt: Wenn ich von Gott allein als ‚Herr’ rede, lege ich Gott einseitig auf ein männliches Bild und einseitig auf eine Herrschaftsbeziehung zu den Menschen fest."


Sollten wir dann nicht lieber auf das Wort Herr im Zusammenhang mit Gott verzichten?

Da gehen die Meinungen auseinander. Es gibt Stimmen, die sagen, dass mit der Anrede ‚Herr’ Gott einseitig männlich festgelegt wird. Es ist ihnen nicht möglich, so von Gott zu sprechen. Anderen wiederum ist die herrschaftskritische Anrede mit "Herr" im Sinne von "unser einziger Herr" so wichtig, dass sie im Gottesdienst zum Beispiel nicht darauf verzichten möchten. Dann sollte aber "Herr" nicht die einzige Anrede sein, meint Magdalene Frettlöh:

"Allemal müssen auch weibliche Namen Gottes zur Sprache kommen, wie von Gott der Freundin zu sprechen, von Gott als Mutter zu sprechen, von Gott als Amme, als Bäckerin, als Weberin zu sprechen. All dies sind biblische Bilder von Gott. Auch diese Bilder und Namen Gottes müssen neben der Herr-Anrede vorkommen."

Ich heiße "ich bin da", hatte Gott zu Mose beim brennenden Dornbusch gesagt. Das ist ja eigentlich kein Name, sondern ein Satz. Wie kann man aus einem Satz einen Namen machen?

Der Reformator Johannes Calvin und nach ihm der Philosoph Moses Mendelssohn meinten, wenn Gott immer da ist, kann man auch sagen, er ist ewig. Und so lautete ihre Übersetzung des Tetragramms ‚der Ewige’. Aber ewig kann Gott auch für sich selbst sein. Das gilt ebenso, wenn Gott ‚der Seiende’ genannt wird. So lautet eine alte griechische Übersetzung von ‚ich werde sein, der ich sein werde’.

In dieser Formulierung ‚ich bin der Seiende’ wird aber nicht deutlich, dass Gott der Mitseiende, der Für-Sein-Volk-Da-Seiende ist.

Dieses Manko sahen die jüdischen Religionswissenschaftler Franz Rosenzweig und Martin Buber, die in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts damit begannen, die hebräische Bibel neu ins Deutsche zu übersetzen. Sie kamen auf eine zunächst überraschende Lösung des Namensproblems. Sie entschieden sich dafür, das Tetragramm nicht mit einem Namen sondern mit einem Pro-Nomen zu übersetzen.

‚Pro Nomen’ heißt ‚für den Namen’. Und das nahmen sie wörtlich. Und so heißt Gott bei ihnen, wenn er selbst redet "Ich" – wenn er angesprochen wird: "Du", und wenn von ihm gesprochen wird: "Er".
In einem Brief schrieb Franz Rosenzweig über diese Entdeckung:

"Da fiel uns plötzlich, als die Übersetzung Herr uns bis zur Verzweiflung unerträglich geworden war, die jetzige Übersetzung ein. Sie wurde anfangs von uns nur zögernd begrüßt, dann durchprobiert und immer richtiger gefunden."

Dann also sagt Gott, wenn er von sich selbst spricht: "Ich bin der, der mit euch, der für euch da ist". Wenn wir Gott ansprechen, dann heißt es "du bist der, der für uns da ist, der mit uns ist". Und wenn wir von Gott anderen gegenüber sprechen, dann sagen wir "Er, Gott, ist der, der mit uns ist.

Wie können wir denn nun angemessen von Gott reden? Wie sollen wir ihn nennen? Jahwe, Jehova, der Ewige, der Seiende, Herr? Jede dieser Bezeichnungen hat ihre eigene Problematik. Vielleicht ist die "Ich"-"Du"-"Er"-Form, die Rosenzweig und Buber gefunden haben, noch die beste Möglichkeit, so ungewohnt sie zunächst auch anmutet.

Vor gut einem Jahrzehnt hat das Wort "Adonaj", mit dem Juden den Gottesnamen umschrieben, eine unerwartete "Auferstehung" erlebt. Für dieses Wort haben sich die Männer und Frauen entschieden, die auf den Deutschen Evangelischen Kirchentagen die Bibeltexte auslegen. Ihr Sprecher, der Bochumer Theologe Jürgen Ebach, schrieb dazu in seiner Einführung in die Bibeltexte des Stuttgarter Kirchentages 1999:

"Manchen Menschen wird es zunächst sehr ungewöhnlich und fremd vorkommen, Gott ‚Adonaj’ zu nennen. Es gibt aber in der kirchlichen Sprache viele griechische und hebräische Worte, die wir selbstverständlich gebrauchen. Zu denken ist an Halleluja und Amen, an Christus und Messias, an Zebaot und Zion. Und auch Worte wie Pfarrerin, Presbyter, Bischof, selbst das Wort Kirche haben solchen Ursprung. Es könnte gut tun, auch beim Hören auf den Namen Gottes den biblischen Sprachgebrauch selbst wahrzunehmen. Doch auch in dieser Frage gilt, dass es die richtige Übersetzung nicht gibt."

Die "richtige Übersetzung" des Namens Gottes wird es vielleicht erst am Ende der Zeiten geben. Davon spricht der Prophet Sacharja, wenn er den Tag des Heils am Ende aller Zeiten beschreibt:

"An jenem Tag wird keine Hitze mehr sein und keine Kälte noch Frost, und es wird ein andauernder Tag sein (…), kein Wechsel von Tag und Nacht, auch am Abend wird es licht sein. (…) Und Adonaj wird König sein über die ganze Erde. An jenem Tag wird Adonaj der einzige sein und sein Name der einzige." (Sacharja 14,6-9)

Die vielen Namen, die wir Gott geben, und die durchaus im Widerspruch zueinander stehen können, wenn wir von Gott zum Beispiel als dem Allmächtigen sprechen oder von ihm als dem Ohnmächtigen, "an jenem Tag" werden sie in ihrer Vielfalt miteinander versöhnt sein.

Welchen Namen auch immer wir Gott geben wollen - was bedeutet dies nun für unsere religiöse Praxis, für unseren Glauben, für unser Leben?

"Unser Vater im Himmel
Geheiligt werde dein Name."


…heißt es im Vaterunser. Stellt sich die Frage, wer denn eigentlich den Namen Gottes heiligen soll. Die Passivform "geheiligt werde dein Name" lässt zwei Möglichkeiten zu: Einerseits bitten wir darum, dass Gott selbst seinen Namen heiligen möge. Andererseits sind wir aufgerufen, den Namen Gottes zu heiligen.

Das aber bedeutet, dass wir in Gott nicht den "unbewegten Beweger" sehen, der von irgendwo, "aus dem Himmel ferne", mild und stumm auf die Welt blickt. Die Beziehung zwischen Gott und der Welt, Gott und Mensch ist eine interaktive, eine wechselseitige Angelegenheit. Gott will angerufen, will beansprucht werden. Im 50. Psalm ist sein Angebot formuliert:

"Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen." (Psalm 50, 15)

Mit Gott zu reden, ist eine Interaktion mit Folgen. Wenn wir – wie im Vaterunser – Gott "Vater" nennen, verstehen wir uns als seine "Kinder". Wenn wir seinen Namen heiligen wollen, dann tun wir das nur, wenn wir mit den anderen "Kindern Gottes" auch geschwisterlich umgehen. Wenn wir ihn den "Barmherzigen" nennen, heiligen wir diesen Namen nur, wenn wir auch selbst barmherzig handeln. Die Heiligung des Namens Gottes hat also sehr konkrete Auswirkungen auf unser persönliches und unser politisches Leben.

Magdalene Frettlöh hat im ersten Buch der Bibel eine Namensgeschichte gefunden, in der anschaulich zum Ausdruck kommt wie einerseits der Mensch den Namen Gottes heiligt und andererseits Gott selbst ihn heiligt.

Es ist die Geschichte von Hagar, der ägyptischen Magd von Abraham und Sara. Auf Drängen Saras wird sie mit ihrem Sohn Ismael aus der Gemeinschaft vertrieben. In der Wüste rettet ein Bote Gottes sie und ihr Kind vor dem Verdursten. Hagar dankt Gott und gibt ihm den Namen: "Du bist der Gott, der mich sieht." So hat sie Gott erlebt. Er hat sie in ihrer Not gesehen. (1. Buch Mose 21)

Aber auch dieser Name ist zugleich Verpflichtung. Magdalene Frettlöh sagt:

"Wenn Hagar Gott mit diesem Namen nennt, (…) dann verpflichtet sie ihn, dass er auch in Zukunft der Gott sein möge, der sie nicht übersieht, der sie in jeder Lebenssituation wahr nimmt und ernst nimmt, ihr Würde und Gewicht gibt. – So soll Gott den Namen: ‚Du bist der Gott, der mich sieht’, heiligen.
Aber wenn sie Gott bei diesem Namen nennt, dann verpflichtet sie sich mit diesem Gottesnamen selbst, andere Menschen nicht zu übersehen, sie ernst zu nehmen, nicht an ihnen vorüber zu gehen, sondern ihnen Gewicht und Würde zu schenken. Heiligung des Gottesnamens heißt Bewährung, Wahrmachen des Namens auf Erden."


Literaturangaben:
- Arthur C. Clarke, Die neun Milliarden Namen Gottes,
in: Heyne Science Fiction Jahresband 1982

- Jürgen Ebach, Einführungen in die Texte der Bibelarbeitenden und Gottesdienste,
in: Deutscher Evangelischer Kirchentag (Hrsg.) Du stellst meine Füße auf weiten Raum. Exegetische Skizzen

- Günter Eich, Allah hat hundert Namen
in: Günter Eich, Fünfzehn Hörspiele 1957

- Magdalene L. Frettlöh
Zitate aus einem persönlichen Gespräch mit dem Autor (F.G.) 2001

- Franz Rosenzweig, 23. 6. 1927 an Martin Goldner,
in: Franz Rosenzweig, Briefe und Tagebücher, 2. Band, 1918-1929
hrsg. Von Rachel Rosenzweig und Edith Rosenzweig-Scheinmann,
Martinus Nijhoff


Musikangaben:

Saraband & Fadia El-Hage
Modern String Quartet
Vladimir Ivanoff

- The Arabian Passion according to J. S. Bach
Die Arabische Passion nach J. S. Bach

"Mein Jesus schweig zu falschen Lügen stille"

"Jesum von Nazareth"

"Können Tränen meiner Wangen nichts erlangen"

"Alijaum":

- The Astonishing Eyes of Rita, Anouar Brahem

- "The Lover Of Beirut”, Anouar Brahem
Interpreten: Anouar Brahem, Klaus Gesing, Björn Meyer, Khaled Yassine


Die redaktionelle und inhaltliche Verantwortung für diesen Beitrag liegt bei Pfarrerin Petra Schulze, Senderbeauftragte für Deutschlandradio und Deutsche Welle für den Medienbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland.

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