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Forschung und Gesellschaft / Archiv | Beitrag vom 08.11.2007

Gegen Beliebigkeit und Werterelativismus

Die Rolle der Vernunft in der Gesellschaft

Der Philosoph Vittorio Hösle im Gespräch mit Ralf Caspary

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Es gehört mittlerweile zum Konsens vieler postmoderner Denker, dass sie der Vernunft nicht mehr trauen. Oftmals verweisen sie auf den deutschen Faschismus, der im Namen der Vernunft, der kalten Ratio eine grausame Diktatur installiert habe, oder sie verweisen auf die kalte ökonomische Vernunft, auf der angeblich das System des Kapitalismus basiere. Diese Denker setzen Vernunft mit Unterdrückung der Fantasie und der Emotionen gleich, mit Eurozentrismus, mit Macht und Repression.

Doch damit manövrieren sie sich in eine Sackgasse, denn ohne Berufung auf eine überindividuelle Vernunft lassen sich kaum universelle Werte formulieren.
Das meint Vittorio Hösle, Professor für Philosophie an der University of Notre Dame in den USA. Hösle ist einer der einflussreichsten Vertreter eines modernen objektiven Idealismus, der der Vernunft im Sinne Hegels die zentrale Rolle zuweist. Hösle galt übrigens mal in seinem Fach als so eine Art Boris Becker, er promovierte mit 22 Jahren, habilitierte mit 24, war mit 26 Universitätsprofessor.


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