Seit 13:05 Uhr Breitband

Samstag, 11.07.2020
 
Seit 13:05 Uhr Breitband

Länderreport / Archiv | Beitrag vom 24.09.2008

Gegen Artenschwund auf dem Teller

Beispiel Brandenburg

Von Maren Schibilsky

Podcast abonnieren
Nahaufnahme eines Weizenfeldes (Stock.XCHNG / Martin Boose)
Nahaufnahme eines Weizenfeldes (Stock.XCHNG / Martin Boose)

Trotz überquellender Supermarktregale sind die Grundlagen der Ernährung unsicherer geworden. Immer kleiner wird die Artenvielfalt unserer Nutzpflanzen auf den Feldern. Die Welternährung stützt sich auf einen winzigen Genpool an genutzten Pflanzenarten und -sorten. Um dem gegenzusteuern, hat die Bundesregierung ein nationales Fachprogramm zur Sicherung pflanzengenetischer Ressourcen aufgelegt. Das Land Brandenburg zum Beispiel holt vergessene historische Nutzpflanzen wieder hervor.

Eberswalde. Außenstelle Landesumweltamt Brandenburg. Tramper Chaussee. Im zweiten Stock einer ehemaligen Militärkaserne hat Rudolf Vögel sein Büro. Der Wahl-Brandenburger mit dem fast schulterlangen grauen Haar ist Experte für "Agrobiodiversität". Für Nutzpflanzenvielfalt auf den Feldern.

Regelmäßig studiert der gebürtige Bayer die Berichte der Welternährungsorgansisation FAO. Ernüchternde Zahlen. Denn nur noch zwölf Pflanzenarten bilden maßgeblich die Grundlage der weltweiten Ernährung. 99,6 Prozent aller Kulturpflanzen auf der Erde bleiben ungenutzt.

"In der Agrarwirtschaft der Europäischen Union bestimmen einfach die Druschfrüchte, die Hauptgetreidearten, die Landschaft. Wir verfolgen in den letzten 10, 15 Jahren einfach Tendenzen, dass über weitere Fruchtfolgeeinfachung eine weitere Nivellierung in der Agrarlandschaft stattfindet."

Immer weniger Getreidearten, Feldfrüchte und Gemüsesorten kommen in den Anbau. Die Hochleistungslandwirtschaft habe eine radikale Auslese mit sich gebracht - meint Rudolf Vögel. Nur die ertragreichsten, transport- und lagerfähigsten Nutzpflanzen stehen noch auf den Feldern. Der Rest ist ausgemustert. Vereinzelt gibt es ihn noch in Liebhaberecken Botanischer Gärten. Oder als tief gefrorenen Samen in den Genbanken Europas.

"Wir haben derzeit hoch angepaßte Sorten, die auf Witterungsabläufe, auf Niederschlagsmengen justiert sind und sehr verlässlich erschienen sind. Wir erleben aber, dass es zunehmend unzuverlässig ist."

Alte ausgemusterte Sorten könnten mit speziellen Eigenschaften in der Züchtung weiter helfen. Dazu müssen sie wieder aus den Genbanken herausgeholt, auf die Felder gebracht und ihre Eigenschaften unter heutigen Klimabedingungen erforscht werden. Ein schwieriges Experiment, an dem Rudolf Vögel seit über einem Jahrzehnt mit wirkt. Arbeitsgrundlage ist ein nationales Fachprogramm, das die Bundesregierung 2002 aufgelegt hat: "Fachprogramm zur Sicherung pflanzengenetischer Ressourcen". Passiert ist aber bundesweit wenig, beklagt der Brandenburger Experte für Nutzpflanzenvielfalt.

"Es beschränkt sich auf die Förderung einzelner Modellvorhaben, innovativer Einzelveröffentlichungen, auf Rahmenprogramme und Initiativen einzelner Bundesländer, die sich dort stärker als andere engagieren. Es gibt bis heute keine klare Strategie, das Problem zu lösen."

Gründe dafür sieht Rudolf Vögel in der Agrarpolitik der EU und den Gesetzen zur Sortenzulassung und Saatgutgewinnung. Die fördern nach wie vor nur genormte Superhochleistungssorten. Die Spielräume, um historische Sorten wieder anzubauen, ihr Saatgut zu vermehren und ihre Produkte zu vermarkten, sind klein.

Nur die Bundesländer Brandenburg und Nordrhein-Westfalen haben versucht, die Hürden zu nehmen. Nordrhein-Westfalen unterstützt seit dem Jahr 2000 über eine Landesinitiative den Anbau alter Getreide-, Tomaten- und Kartoffelsorten. Auf 55 Hektar haben 46 Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe eine Nischenproduktion gewagt. Verarbeitungsbetriebe wie Brauereien, Kornbrennereien, der Feinkosthandel und einige Bäckereien sind in Nordrhein-Westfalen mit eingestiegen. Pionierarbeit hat aber seit Anfang der 90er Jahre das Land Brandenburg geleistet.

Greiffenberg. Nordbrandenburg. Burgstraße 20. Hier befand sich schon zu Kaisers Zeiten die Gärtnerei. Jetzt steht "VERN Schaugarten" an dem alten Backsteinhaus. Zwischen Malven und Rosenbüschen öffnet sich ein Gartentor. Es duftet und summt. Schwalben fliegen durch die Fenster des Gewächshauses. Ein schmaler abschüssiger Sandweg führt durch den Garten. An unzähligen Kräutern, Kartoffel-, Tomaten-, Getreidepflanzen und Blumen vorbei. Eine Schatzkammer historischer Sorten.

"Pro Jahr stehen hier zwischen 600 und 800 Sorten. Insgesamt in unserem Archiv haben wir 2500 Sorten. Hier werden die Sorten zur Saatgutvermehrung angebaut, und es stehen im Eingansbereich auch Blumen, um die Besucher hier reinzuziehen in den Garten."

Herbert Lohner ist Geschäftsführer des Vereins zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg, kurz VERN genannt. Seit fast 15 Jahren gibt es diese gemeinnützige Einrichtung. Hervorgegangen aus einer ABM-Maßnahme ist der Verein heute bundesweit eine Institution.

Viele vergessene Kulturpflanzen hat Herbert Lohner wieder zum Leben erweckt. Wie die alte deutsche Tomatensorte "Ochsenherz" oder die englische blaue Kartoffel "King Edward" oder die Tiroler "Pfauengerste" mit ihren fächerartigen Grannen. Jahrzehntelang haben diese historischen Sorten in Form eines tief gefrorenen Samens überdauert. Zuletzt in der Genbank von Gatersleben. Herbert Lohner hat die Samen auftauen lassen, zum Keinem gebracht und die Pflanzen wieder vermehrt. Eine mühsame Arbeit.

"In der Regel bekommen sie ein Tütchen mit 10 bis 50 Samen. Das wird im ersten Jahr hier im Garten ausgesät in einer Reihe von 1,50 Meter vielleicht. Im zweiten Jahr kommen sie vielleicht auf zwei bis drei Quadratmeter: Da können wir schon bestimmte Eigenschaften erkennen."

Wenn diese alten Kulturpflanzen wieder aufs Feld sollen, müssen ihr Aussehen, ihr Geschmack, ihr Wuchs und ihr Erntezeitpunkt genau erforscht werden. Auf verschiedenen Böden, in verschiedenen Regionen, unter heutigen Praxisbedingungen.

Ein gemeinnütziger Verein wie der VERN kann das allein nicht. Deshalb hat Herbert Lohner ein Netzwerk aufgebaut. Dazu mußte er viele Menschen für den Erhalt alter Sorten erst einmal begeistern. Rund 300 Mitglieder zählt der Verein heute. Darunter Gärtner und Landwirte, die historische Kulturpflanzen wieder auf die Felder bringen. Meist im Rahmen wissenschaftlicher Projekte. Das Saatgut bekommen sie aus Greiffenberg.

An verkaufsoffenen Tagen wie dem "Tomatentag" im Mai ist Greiffenberg überfüllt. Besucher jeden Alters, Ortsansässige, viele Berliner und Potsdamer kommen, um Tomatensetzlinge, Kräuter, Blumen und braune Tüten mit Saatkartofeln zu erstehen. Für eine Schutzgebühr von einem Euro gibt Herbert Lohner seine Schätze ab.

Den meisten Zuspruch haben Tomatenpflanzen. Mit zehn historischen Sorten hatte der Verein Anfang der 90er Jahre seine Arbeit begonnen. Im Tomatenhaus stehen dieses Jahr 80 verschiedene.

Die Heimat der Tomaten ist Mittelamerika. Wilde Arten gibt es heute noch im Norden Südamerikas und in der Karibik. Die Tomate wurde durch die Indios kultiviert. Ihr indianischer Name "tumatl" stand Pate für die deutsche Bezeichnung. Die Europäer nannten sie anfangs Paradies- oder Liebesapfel. Im Italienischen heisst die Tomate "Goldapfel" - pomodoro.

Herbert Lohner betritt das Tomatenhaus. Warme, feuchte Luft schlägt ihm entgegen. An den mannshohen Pflanzen hängen rote, gelbe, orange, braune, sogar gestreifte Früchte. Manche haben eine ovale Form, manche sind rund oder flaschenförmig. Von murmel- bis faustgroß. Sie tragen teils wunderschöne Namen: "Black Sea Man", "Elberta Girl", "Rheinlands Ruhm", "Veni Vidi Vici" oder "Weissbehaarte". Jedes Jahr kommen zehn neue Sorten hinzu. Rund 10.000 gibt es auf der ganzen Welt.

Tomaten sind das Lieblingsgemüse der Deutschen. Etwa 500.000 Tonnen werden pro Jahr in Deutschland gegessen. Die meisten Tomaten kommen aus Spanien, allein 200.000 Tonnen von den kanarischen Inseln. Da die meisten Früchte kurz nach der Reife matschig zu werden drohen, werden 80 Prozent der Tomaten unreif geerntet und nach dem Transport mit Ethylen begast. Dadurch bekommen sie eine appetitlich rote Farbe. Aber der Geschmack bleibt meist auf der Strecke.

Im Greiffenberger Tomatenhaus ist die Geschmacksvielfalt der Früchte wiederzuerleben. Herbert Lohner hat sie alle verkostet.

"Die aromatischsten sind eine marokanische Flaschentomate und 'Rosei Marunte', auf rumänisch 'Die rote Niedliche'. Das ist eine rumänische Bauerntomate. Dann noch eine rote indische, die sehr, sehr aromatisch ist."

Akribisch werden in Greiffenberg Aussehen, Herkunft, Geschmack und Anbaueigenschaften aller Sorten gesammelt und dokumentiert. In Broschüren werden die Informationen veröffentlicht. Für Hobbygärtner, Gartenbauer, Landwirte und andere Interessenten.

Gut Peetzig. Nordbrandenburg. Wenige Kilometer von Greiffenberg entfernt. Landwirt Ulf Dobroschke steuert seinen gelben Mähdrescher auf einem staubigen Feldweg durch die Hügellandschaft der Uckermark. Es ist Ende Juli. Getreideernte. Der Mähdrescher erreicht das Feld. Es ist siebzig Hektar groß.

Ungewöhnlich lange gelbe Halme wiegen sich im Wind. Es ist "Norddeutscher Champagnerroggen", der hier wächst. Eine historische Getreidesorte. Seit sechs Jahren baut Ulf Dobroschke sie an. Mit modernen Hochleistungssorten hat der Biolandwirt in der Uckermark keinen Erfolg gehabt.

"Weil uns die modernen Roggensorten zu anfällig waren. Wenn wir Witterungsextreme hatten, und die hatten wir hier häufiger, dann sind uns die modernen Sorten doch immer viel schneller zusammengebrochen als das beim Champagnerrogen der Fall ist."

Der Champgnerroggen hat für Ulf Dobroschke viele Vorzüge. Einmal wächst er auf einem zwei Meter hohem Halm. Das heißt, es gibt viel Stroh. Für andere eher ein Nachteil. Der Bio.andwirt braucht es für seine Mutterkuhhaltung. Dann besitzt die Pflanze ungewöhnlich lange Wurzeln. Bei zunehmenden Frühjahrs- und Sommertrockenheiten in der Uckermark ein Vorteil. Der Champagnerroggen zieht dann immer noch Wasser aus tieferen Schichten.

Der Champagnerroggen stammt aus der nordfranzösischen Region "Champagne". In Deutschland wurde die Roggensorte im frühen 19. Jahrhundert eingeführt. Sie entwickelte sich zur häufigsten Winterroggensorte. Hauptanbaugebiet war Norddeutschland. Bald wurde das Getreide nach dem Züchter Jäger aus Könkendorf benannt. Bis in die 60er Jahre stand "Jägers Norddeutscher Champagnerroggen" auf den Feldern, bevor er von modernen Sorten verdrängt wurde.

Ulf Dobroschke möchte auf Champagnerroggen nicht mehr verzichten. Rund 75 Tonnen im Jahr liefert er an die Berliner Biobäckerei "Märkisches Landbrot". Auf seinem Gutshof hat er selbst auch Champagnerroggen verbacken.

"Es ist wirklich so: Dieses offen porige und voluminöse Brot ist wirklich was besonderes. Das habe ich bisher in keiner Bäckerei zu kaufen gekriegt. Bisher war Roggenbrot doch eigentlich etwas Schweres und doch Festeres. Das muss nicht so sein. Der Champagnerroggen zeigt's."

Die Wildform des Roggens stammt aus dem Kaukasus und dem östlichen Anatolien. Während des gesamten 19. Jahrhunderts war der Roggen das Hauptnahrungsmittel in Deutschland. Zu schweren, dunklen Broten wie dem westfälischen Pumpernickel wurde er verarbeitet. Zum Teil auch zu Johanni, am 24. Juni gemäht und als Grünfutter verfüttert. Heute geht der Anteil des Roggens zugunsten des Weizenanbaus immer stärker zurück.

Berlin-Neukölln. Bergiusstraße 36. In der Biobäckerei "Märkisches Landbrot" werden dieses Jahr 175 Tonnen Champagnerroggen vermahlen. Rund 225.000 Roggenbrote entstehen daraus.

"Der Champagnerroggen wird im Märkischen Landbrot vielleicht seit sieben Jahren verarbeitet. Wir haben das hier in der Verarbeitung ausprobiert und sind angenehm überrascht, wie leicht und gut er sich verarbeiten lässt."

Für Geschäftsführer Joachim Weckmann ist jede neue Getreidesorte ein Abenteuer. Seit über einem Jahrzehnt experimentiert die Bäckerei mit historischen Sorten: mit Einkorn und Emma, mit märkischem Landweizen, ostpreußischem Dickkopf, Rotem Schlahnstedter und vielem mehr. Durch die alten Sorten entstehen immer wieder neue Brotrezepte.

"Der Reiz liegt darin, dass jede Getreideart ihren eigenen Charakter hat, dass die Brote anders schmecken, dass sie unterschiedliches Aussehen haben und von daher eine Vielfalt präsentieren, die ansonsten nur durch künstliche Zutatenvermengung erzeugt werden kann."

Gemeinsam mit dem Institut für Getreideverarbeitung in Potsdam-Rehbrücke hat die Bäckerei die Backeigenschaften der historischen Sorten erforscht. Denn Informationen darüber gab es kaum. 40 verschiedene Brotsorten hat das "Märkische Landbrot" im Programm. Ein Teil davon mit alten Getreidesorten. Einige werden im neuen Holzofen gebacken. "Artenerhalt durch Aufessen". Es sind Brote mit Charakter.

Im 19. Jahrhundert waren Bilder von wogenden Kornfeldern und vom Sämann, der mit weit ausholenden Bewegungen das Saatgut auf seinen Acker bringt, beliebte Genremotive. Heute haben diese Bilder an Strahlkraft verloren. Getreide ist zu einem Massengut geworden, für das sich kaum jemand noch ernsthaft interessiert.

Berlin-Schöneberg. Hauptstr. 138. Einkaufsmarkt "Bio-Company". Am Backstand sortiert Stephan Kauert Karten in einen kleinen Ständer auf der Theke. Schön gezeichnete Ähren sind darauf abgebildet: Lichtkornroggen, Bergroggen, Dinkel , Emma. Der Berliner Biosupermarkt informiert über seine historischen Getreidesorten. Nicht nur in Broten gibt es sie. Auch als loses Korn im Regal.

"Das Kamut, das sehr nährstoffhaltig ist - Zink, Eisen - und auch einen sehr nussigen Geschmack hat, was auch sehr gut zu verarbeiten ist für Backwaren. Und das Einkorn, das auch schon beim Ötzi in der Tasche gefunden wurde, als er auf dem Gletscher geborgen wurde, was auch mehr und mehr an Bedeutung wieder gewinnt. Und das Emmer, das aus Griechenland stammt - Knosos - schon vor 6000 Jahren verarbeitet wurde und jetzt endlich wieder eine Renaissance erlebt, weil es eben doch sehr nahrhaft ist und für den biologischen Anbau sehr, sehr gut geeignet ist."

Auf Brandenburgs Feldern wuchsen in diesem Jahr auf über 400 Hektar historische Getreidesorten.

Berlin-Dahlem. Humboldt-Universität. Lentzeallee 75. Auf dem Versuchsfeld des Instituts für Gartenbauwissenschaften erntet Cornelia Lehmann die letzten Salate der Saison. Es ist der Abschluss eines zweijährigen Forschungsprojektes. 50 historische Salatsorten hatte die Berliner Gartenbauwissenschaftlerin im Testanbau. Grüne, dunkelrote, gemusterte. Blatt-, Stängel- und Kopfsalate.

"Wir machen hier eine Vorauswahl von alten Sorten. Wir prüfen, wie die überhaupt aussehen, weil von vielen alten Sorten haben wir nur den Namen als Information. Wir gucken, wie sehen sie aus, wenn sie auf dem Feld stehen. Sind es Kopfsalate, bilden sie wirklich einen Kopf. Sind sie für den Frühling- oder Sommeranbau geeignet. Bekommt man ein erntefähiges Produkt damit und so weiter."

Cornelia Lehmann hat wissenschaftliches Handwerkszeug entwickelt. Wie bringt man vergessene Salatsorten schnell wieder auf den Ladentisch. Zusammen mit Praxispartner in der Landwirtschaft und im Handel. Die Berliner Gartenbauwissenschaftlerin hat Aussehen, Geschmack und Anbaueigenschaften der historischen Salate untersucht, ihre Inhaltsstoffe im Labor untersucht. Für den Praxisanbau hat sie mit Brandenburger Gartenbaubetrieben kooperiert.

Die Berliner "Biocompany" als Biofachhandel hat sich bei der Vermarktung historischer Salate engagiert. Drei Sorten hat die Gemüseabteilung in diesem Sommer getestet. "Rehzunge", "Wiener Maidivie" und "Chinesische Keule" - erzählt Sabine Küpferle von der Biocompany.

"Es ist natürlich eine ganz spannende Sache, weil man ja nie mehr an so was tolles rankommt. Historische Sorten, die noch nie jemand in unserem Zeitalter gegessen hat, die wieder aus der Kiste heraus zu holen und wieder dem Kunden nahe zu bringen."

Durch Plakate und das Internet wurde zu den Sorten, ihrer Verwendung und Rezepten informiert. Aber auch persönlich durch Mitarbeiter vor Ort.

"Sie haben die Kunden beraten bei der 'Maidivie': dass der eben auch als Kochsalat eine österreichische Spezialität ist, die in Vergessenheit geraten ist und dass der früher als Spinatersatz verwendet wurde. Und bei der 'Chinesischen Keule' war die Beratung auch sehr intensiv, weil der sowohl als Rohkost als auch als Kochsalat im Wok oder in der Gemüsepfanne gewonnen werden konnte."

"Artenvielfalt auf dem Teller" erfordere viel Arbeit und Engangement. Aber es mache auch ungeheuer Spaß - erzählt Sabine Küpferle. Sie will weiter machen.

"Auf jeden Fall. Am liebsten mit Kartoffeln, Tomaten, was auch immer."

Länderreport

Hamburger WohnviertelDas coole Kirchdorf-Süd
Ein Plattenbau im Grünen in Kirchdorf-Süd in Hamburg (Axel Schröder)

Plattenbauten, viel Grün und Gemeinsinn. Viele Anwohner und Anwohnerinnen leben gerne in der Hamburger Hochhaussiedlung Kirchdorf-Süd, die Mitte der 70er-Jahre gebaut wurde. Ganz so idyllisch ist das Leben dort dann aber doch nicht.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur