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Interview | Beitrag vom 06.10.2018

Gefährliche Feinstaubwerte Wetter-App warnt vor Luftverschmutzung

Gerhrad Reese im Gespräch mit Axel Rahmlow

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Ein Auto fährt an einem Schild vorbei, das auf den Feinstaub-Alarm in Stuttgart hinweist.  (picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa)
Ein Auto fährt an einem Schild vorbei, das auf den Feinstaub-Alarm in Stuttgart hinweist. Jetzt gibt es Warnungen auch per App. (picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa)

Wer eine Wetter-App auf sein Mobiltelefon lädt, kann neuerdings auch erfahren, wie es um die Feinstaubwerte bestellt ist. Der Umweltpsychologe Gerhard Reese hält es für wichtig, dass sich ein stärkeres Bewusstsein für die Gefahren entwickelt.

Wer Informationen über die Luftqualität seiner Stadt haben möchte, kann jetzt auch bei Wetter-Apps diese Zusatzinformation dazu bekommen. Grundsätzlich könne so eine App dabei helfen, ein Bewusstsein für Feinstaubwerte zu entwickeln, sagte der Umweltpsychologe Gerhard Reese im Deutschlandfunk Kultur. Das Problem sei allerdings, dass der einzelne Bürger keine Handlungsalternativen habe. "Wenn wir diese Information über Feinstaub haben, ist es im Alltag dann nicht möglich zu sagen, okay, ich bleibe jetzt einfach drin und halte die Fenster geschlossen." Da fehle ein Gefühl von Wirksamkeit.

Keine schlechte Idee

Wer sich über das Wetter auf seiner App informiere, könne einen Schirm oder eine Regenjacke mitnehmen, wenn Regen angekündigt sei. "Bei Feinstaub gibt es da nicht so eine einfache Lösung", sagte der Umweltpsychologe. Denkbar sei höchstens eine Atemmaske. Er halte die App erstmal für keine schlechte Idee, habe aber selbst keine Erfahrung damit, wie verlässlich die App die Feinstaubwerte abbilde. Zu Kritik an der fragwürdigen Datenlage der neuen App sagte Reese, das könne sich bei dem neuen Angebot noch entwickeln. Langfristig könnte aber die Information über die App ein kollektives Bewusstsein für die Gefährdung durch Feinstaub schaffen und zu politischem Handeln führen.

 
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