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Montag, 22.07.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 15. Oktober 2018

Gedenktafel in Berlin für Günter Pfitzmann

"Berliner mit Schnauze und Herz"

Der Schauspieler und Kabarettist Günter Pfitzmann bekommt 15 Jahre nach seinem Tod eine Gedenktafel in Berlin. Kultursenator Klaus Lederer will die Tafel am Montag in der Zietenstraße 22 in Schöneberg enthüllen. Dort befand sich die Praxis der ARD-Fernsehserie "Praxis Bülowbogen", mit der Pfitzmann einer der beliebtesten Darsteller der Bundesrepublik wurde. Pfitzmann verkörperte aus Sicht der Kulturverwaltung den "Berliner mit Schnauze und Herz". Er spielte auch als Otto Krüger in der Vorabendserie "Drei Damen vom Grill" (1977-1985) und als Richard Kaiser in "Der Havelkaiser" (1997-2000). 2003 starb der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Pfitzmann mit 79 Jahren an den Folgen eines Herzinfarktes.

Wiener Festwochen mit neuem Intendanten

Belgier Christophe Slagmuylder wird Festival bis 2024 leiten

Christophe Slagmuylder wird neuer Intendant der Wiener Festwochen. Der Belgier, der das Festival im kommenden Jahr als Interimsleiter führen wird hat nun auch die Ausschreibung für die Intendanz bis 2024 für sich entschieden. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler teilte mit, dass Slagmuylder einen hervorragenden Ruf genieße und sie überzeugt sei, dass er mit seiner Gestaltungskraft die Wiener Festwochen in eine künstlerisch aufregende Zukunft führen werde. Slagmuylder wird Nachfolger von Tomas Zierhofer-Kin, der im Juni nach zwei Jahren als Intendant abgetreten war. Presse und Publikum hatten unter anderem sein Programm aus Opern, Konzerten und Theatervorführungen als zu performancelastig und diskursorientiert kritisert. Christophe Slagmuylder erklärte, dass er die Wiener Festwochen als "multidisziplinären Entfaltungsraum" verstehe, der den Dialog zwischen etablierten und aufstrebenden Künstlern eröffnen müsse. Seit 2007 leitet er das Brüsseler Kunstenfestival des Arts.

Gericht kassiert "Zurück in die Zukunft"-Klage von Witwe

Es geht um das Zeitmaschinen-Auto in dem 80er Jahre Kultfilm

Ein US-Gericht hat eine Lizenzklage der Witwe von Autobauer John DeLorean - dem Mann hinter dem legendären DeLorean aus den "Zurück in die Zukunft"-Filmen - abgewiesen. Sally DeLorean hatte ein Unternehmen aus Texas verklagt, mit dem Namen DeLorean unerlaubterweise Tantiemen vom Filmstudio Universal für Werbezwecke eingestrichen zu haben. Ein Gericht in New Jersey entschied nun, ein Vergleich aus dem Jahr 2015 zu einer anderen Klage verbiete es der Witwe, auf Tantiemen zu klagen. Der DeLorean mit seiner schnittigen und verwinkelten Karosserie und seinen Flügeltüren spielte als Zeitmaschine eine zentrale Rolle in der "Zurück in die Zukunft"-Trilogie.

Norwegen: Spuren von Wikingerschiff entdeckt

Gut erhaltene Wikingerschiffe sind sehr selten

Archäologen haben in der Nähe der südnorwegischen Stadt Halden im Boden Spuren eines Wikingerschiffs aus der Eisenzeit entdeckt. Die bootsförmigen Umrisse wurden bei Bodenuntersuchungen mit einem Geo-Radar gemacht, erklärte Knut Paasche vom Norwegischen Institut zu Erforschung des Kulturerbes am Montag. "Der Fund sieht unglaublich spannend aus. Da wir nur drei gut erhaltene Funde von Wikinger-Schiffsgräbern hierzulande haben, wird er sicher von großer historischer Bedeutung sein." Die Überreste des Wikingerschiffs wurden in rund 50 Zentimeter Tiefe in den Resten eines Grabes entdeckt. Die Forscher datieren den etwa 20 Meter langen Fund auf die frühe nordische Eisenzeit (zwischen den Jahren 500 und 1030). Neben dem Schiff wurden auch Spuren von mindestens sieben weiteren Grabhügeln und fünf Langhäusern gefunden.

Aus für Popkulturmagazin "Spex"

Zum Jahresende verschwindet die Zeitschrift

Das Berliner Popkulturmagazin "Spex" wird eingestellt. Das gab das Magazin heute auf seiner Webseite bekannt. Als Ursache nannte Chefredakteur Daniel Gerhard nicht nur das sinkende Anzeigengeschäft. Auch habe sich die Gatekeeperfgunktion von Popjournalisten wegen der allgegenwärtigen Verfügbarkeit von Musik erledigt. Gerhard schreibt: "Am 27. Dezember erscheinen noch einmal 116 Seiten über den Pop, der unser Leben prägt, die Gesellschaft, die es uns vermiesen will und mögliche Wege, die aus diesem Dilemma herausführen könnten. Danach ist Schluss." Die "Spex" wurde 38 Jahre alt.

93-jährige Tova Ringer ist "Miss Holocaust Survivor"

"Es ist kein herkömmlicher Wettbewerb"

Die 93-jährige Tova Ringer ist in Israel zu Siegerin des Schönheitswettbewerbs "Miss Holocaust Survivor" gekürt worden. Die aus Polen stammende Frau sei in der israelischen Hafenstadt Haifa gekrönt worden, bestätigte eine Sprecherin der Organisation Yad Ezer Lachaver. Ringer habe ihre Eltern und andere Angehörige im Konzentrationslager Auschwitz verloren. Sie selbst sei bis Kriegsende in einem Arbeitslager gewesen. "Es ist kein herkömmlicher Wettbewerb", erklärte Sprecherin Tami Sinar. Es sei vielmehr ein "Würdigungsabend für weibliche Holocaust-Überlebende". "Bei der Wahl geht es vor allem um die Persönlichkeit, nicht das Aussehen." Der Wettbewerb findet seit 2012 jedes Jahr statt.

Künftig jedes Jahr "Tag der Restaurierung"

24.000 Besucher bei erster Veranstaltung

Restauratoren wollen künftig einmal im Jahr im Oktober an einem Aktionstag über ihre Arbeit informieren. Der erste "Europäische Tag der Restaurierung" am Sonntag sei mit bundesweit 24 000 Besuchern ein Erfolg gewesen, teilte der Verband der Restauratoren in Bonn mit. Viele Führungen seien schon im Voraus ausgebucht gewesen. Bundesweit hatten rund 300 Werkstätten unter anderem von Museen sowie Ateliers und Labore geöffnet, zum Beispiel in Düsseldorf, Essen, Köln, Dresden und Berlin. Die Fachleute für das Bewahren von Kunstwerken, Möbeln und Baukunst erläuterten bei Führungen und Vorträgen ihren Beruf. Auch der Studiengang zum Restaurator wurde vorgestellt.

Chefredakteur verlässt den "Spiegel"

Klaus Brinkbäumer geht, Steffen Klunsmann kommt

"Spiegel"-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer verlässt das Nachrichtenmagazin zum 31. März 2019. Das teilte der Verlag in Hamburg mitteilte. Der Verlag bedankte sich bei Brinkbäumer für dessen Einsatz während der vergangenen mehr als 25 Jahre, in denen er durch seine Arbeit in Krisengebieten, an zahlreichen Titelgeschichten und durch preisgekrönte Reportagen das Blatt geprägt habe. Brinkbäumer war seit 2011 Mitglied der "Spiegel"-Chefredaktion, seit 2015 stand er an der Spitze des Magazins. Vor zwei Monaten hatte der Verlag einen Wechsel verkündet: Steffen Klusmann, 52, bisher Leiter des "Manager Magazins", soll Brinkbäumer ablösen. Zur Chefredaktion gehören künftig auch "Spiegel Online"-Chefin Barbara Hans und Ullrich Fichtner. Sie sollen eine gemeinsame Redaktion aus den Mitarbeitern des Nachrichtenmagazins und von "Spiegel Online" führen.
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Prozess: Ex-Sportstar streitet um angeblichen Da Vinci

Armin Hay und ein Münchner Galerist prozessieren wegen "Verkündigungsmadonna"

Wem gehört der Da Vinci? Und ist es überhaupt ein Da Vinci? Ein komplizierter Streit um ein angebliches Werk von Leonardo Da Vinci vor dem Oberlandesgericht München gelandet. Ex-Olympiasieger Armin Hary (81) und seine Familie streiten schon seit Jahrzehnten mit einem Galeristen um die "Verkündigungsmadonna". In den 1980er Jahren hatte der Galerist der Familie des früheren Leichtathletik-Stars das Ölgemälde zugesichert, weil er Schulden, die er aus einem Bilderverkauf bei der Familie hatte, nicht bezahlen konnte. Der Galerist ist sich sicher, dass das Gemälde, das er einst für 3800 D-Mark kaufte, von dem Renaissance-Maler Da Vinci stammt und damit Millionen wert ist - viel mehr als die Schulden von damals von 390 000 D-Mark. Von 450 Millionen Euro spricht der Anwalt des Galeristen vor Gericht. Unter Kunstexperten ist die Ansicht, dass es sich um einen Da Vinci handelt, umstritten. Der Galerist bestreitet, dass die Familie Hary rechtmäßiger Eigentümer des Bildes ist.

"German Moon": nächste Megaserie in Vorbereitung

Dreharbeiten beginnen 2019

Die amerikanischen Weltraummissionen zum Mond wurden unter anderem auch von deutschen Wissenschaftlern von langer Hand vorbereitet. Das ist der Stoff, der der neuen Fernsehserie "German Moon" zugrunde liegt. Geplant wird die Produktion von den Unternehmen Beta Film und Zeitsprung mit Unterstützung aus Italien. Das gaben die Geschäftsführer auf der Fernsehmesse MIPCOM in Cannes bekannt. Die Serie soll die wahre Geschichte deutscher Wissenschaftler und ihrer Familien um den Raketenkonstrukteur Wernher von Braun erzählen. Direkt nach dem zweiten Weltkrieg wurden sie von den Amerikanern in die Vereinigten Staaten gebracht wurden. Ihr Auftrag: Raumfahrtechnologien entwickeln. Acht einstündige Folgen sind geplant, die Kosten dürften bei schätzungsweise 2,8 Millionen Euro pro Episode liegen. Die Dreharbeiten beginnen voraussichtlich 2019.

Plattenfirma versichert: Michael Bublé singt weiter

"Daily Mail" hatte zuvor berichtet, der Künstler wolle seine Karriere beenden

Michael Bublé wird nach Angaben seiner Plattenfirma weiterhin Musik machen. Das britische Boulevardblatt "Daily Mail" hatte zuvor berichtet, der Kanadier wolle seine Karriere als Künstler beenden. "Mir ist nicht mehr danach zumute", habe der Jazz- und Swing-Sänger in einem Interview gesagt, "ich trete zurück." Als Grund habe Bublé angegeben, künftig mehr Zeit für seine Kinder haben zu wollen. Das sei alles "nicht wahr", sagte eine Sprecherin von Warner Bros. der Deutschen Presse-Agentur. Bublés neues Album "Love" soll am 16. November erscheinen.

Opus Klassik ehrt Stars der Branche

Neuanfang bei den "Echo Klassik"-Preisen

Die Musikbranche ist am Sonntag bei einer Gala in Berlin zur ersten Verleihung des Echo-Nachfolgers "Opus Klassik" zusammengekommen. Für ihr Lebenswerk wurde dabei die Sopranistin Christa Ludwig geehrt. Der von Musikkonzernen, Platten-Labels und Konzertveranstaltern geschaffene Preis für die sogenannte E-Musik ist Nachfolger des "Echo Klassik". Mit dem Antisemitismus-Skandal um die Rapper Kollegah und Farid Bang beim "Echo Pop" waren alle Echo-Preise des Musikverbands BVMI abgeschafft worden. Diana Damrau und Juan Diego Flórez wurden als Sänger des Jahres ausgezeichnet. Mit dem Dirigenten-Preis wurde der Stuttgarter Generalmusikdirektor Cornelius Meister für eine Einspielung mit dem ORF-Radio-Symphonieorchester Wien geehrt. Ausgezeichnet wurden auch der russische Pianist Daniil Trifonow, die Staatsphilharmonie Ludwigshafen und das Gewandhausorchester Leipzig als Orchester des Jahres.

Buchmesse: Leichter Rückgang beim Fachpublikum

Messe verzeichnete aber Rekordbeteiligung bei den Anbietern

Mit einem Plus beim Lesepublikum und einem Rückgang bei den Fachbesuchern ist die 70. Frankfurter Buchmesse zu Ende gegangen. Insgesamt rechneten die Organisatoren der weltgrößten Bücherschau kurz vor Schließen der Tore damit, dass während der fünf Tage etwa das Niveau von 286 000 Besuchern aus dem vergangenen Jahr gehalten wurde. Einem Plus von 0,8 Prozent beim allgemeinen Publikum am Wochenende stand ein Minus von 1,8 Prozent bei dem Fachbesuchern gegenüber. Mit 7503 Ausstellern aus 109 Ländern verzeichnete die Messe eine Rekordbeteiligung bei den Anbietern. Auch das Zentrum, wo die weltweiten Lizenzrechte für Bücher gehandelt werden, sei weiter angewachsen. Insgesamt gab es rund um die Buchmesse mit dem Ehrengast Georgien fast 400 Veranstaltungen.

Dirigent Rademann mit Heinrich-Schütz-Preis geehrt

Preis soll künftig jährlich verliehen werden

Der Dirigent und Leiter der Bachakademie Stuttgart, Hans-Christoph Rademann, hat in seiner Geburtsstadt Dresden den Internationalen Heinrich-Schütz-Preis erhalten. Mit der Auszeichnung werde die "herausragende künstlerische wie wissenschaftliche Leistung" des 53-Jährigen in der Vermittlung und Verbreitung der Werke von Heinrich Schütz geehrt. Rademann sei für die Wiedergabe der Musik von Schütz ein kreativer Visionär, engagierter Motor und inspirierter Botschafter, hieß es. Der undotierte Ehrenpreis wurde erstmals vergeben. Das Schütz-Fest will ihn künftig jährlich verleihen. Die Auszeichnung wurde Rademann zum Abschluss des diesjährigen Schützfestes übergeben. Es hatte am 5. Oktober begonnen und umfasste rund 40 Veranstaltungen.

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Oktober 2018
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Fazit

"Comeback" in der Kunsthalle TübingenDas Neue im Alten
Eine Marmorstatue mit Sonnenbrille und Handy, Bild von Léo Caillard: Hipster in Stone XII, 2017 (Léo Caillard)

Aneignen, Zitieren, Kopieren, Verfremden – der kreative Rückgriff auf kunsthistorische Vorbilder hat Konjunktur. Die Tübinger Kunsthalle greift die Retrowelle auf und versammelt rund hundert Werke zu einem aufschlussreichen "Comeback". Mehr

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