Donnerstag, 12.12.2019
 

Kulturnachrichten

Freitag, 18. Oktober 2019

Gedenkstätten Thema im Thüringer Landtag

Die Kündigung des Leiters der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Stefan Hördler, bedarf für CDU und SPD im Landtag weiterer Aufklärung. Die Regierung solle offenlegen, wer die fristlose Entlassung betrieben habe und ob Druck auf Stiftungsratsmitglieder ausgeübt wurde, eine Ablehnung der Kündigung nachträglich in eine Zustimmung umzuwandeln, fordert die CDU. Außerdem ging es im Landtag um die Vorwürfe des Nachrichtenmagazins "Spiegel" und des Deutschlandradios gegen Stiftungsdirektor Volkhard Knigge. Ihm wird ein autoritärer Führungsstil nachgesagt. Knigge bestreitet das. Alle Parteien warfen der CDU vor der Landtagswahl am Sonntag in einer Woche Populismus vor. Gemeinsam mit CDU, SPD und Grünen würdigten die Linken die herausragenden Verdienste von Knigge um die deutsche Erinnerungskultur.

Julio Garcia Vico gewinnt Deutschen Dirigentenpreis

Der in Düsseldorf lebende Spanier Julio Garcia Vico hat in Köln den "Deutschen Dirigentenpreis" gewonnen. Im Finalkonzert mit dem WDR-Sinfonieorchester und dem Gürzenich-Orchester sowie Sängern der Kölner Oper setzte sich der 1992 geborene Nachwuchsdirigent gegen zwei weitere Finalisten durch, wie der Deutsche Musikrat am Freitagabend mitteilte. Vico kann sich über ein Preisgeld von 15.000 Euro sowie mehrere Folgeauftritte mit verschiedenen, renommierten Orchestern freuen. Aktuell studiert der Musiker Dirigieren in Düsseldorf. Für den in Köln ausgetragenen Wettbewerb hatten sich zwölf Kandidaten für die letzten Runden qualifiziert, in denen sie sich vor einer Jury beweisen mussten.

Hessischer Filmpreis für Deutsches Filminstitut

Das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum (DFF) ist als erste Institution bei der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet worden. Die langjährige Direktorin des DFF, Claudia Dillmann, nahm den Preis gemeinsam mit ihrer Nachfolgerin Ellen Harrington und dem Vorstandsmitglied Nikolaus Hensel entgegen. Der Schauspieler Hanns Zischler würdigte das DFF, das in diesem Jahr 70-jähriges Jubiläum feiert. "Ich beglückwünsche das Institut für seine Arbeit, uns die Filmgeschichte unermüdlich nahe zu bringen und am Leben zu halten", sagte er. Den mit 7500 Euro dotierten Newcomer-Preis erhielt die Schauspielerin und Filmemacherin Maryam Zaree. Einen Sonderpreis vergab die Jury an die in Bad Nauheim geborene Regisseurin Caroline Link für ihre Verfilmung der Autobiografie "Der Junge muss an die frische Luft" von Hape Kerkeling.

Prinzessin-von-Asturien-Preise vergeben

Im spanischen Oviedo sind die renommierten Prinzessin-von-Asturien-Preise vergeben worden. Sie gelten als die "spanischen Nobelpreise" und werden jedes Jahr in acht verschiedenen Sparten überreicht. Jeder Gewinner erhält 50.000 Euro. Die amerikanische Schriftstellerin Siri Hustvedt wurde in der Sparte Literatur ausgezeichnet. Der britische Starregisseur Peter Brook wurde als "bester Theaterregisseur des 20. Jahrhunderts" in der Sparte der Künste gewürdigt. Der US-Mathematiker und Ingenieur Salman Khan nahm den Preis in der Sparte Internationale Zusammenarbeit entgegen. Als "wichtigste Kulturinstitution Spaniens und eine der bedeutendsten Pinakotheken der Welt" ging der Preis für Kommunikation und Geisteswissenschaften an das Madrider Prado-Museum, das in diesem Jahr sein 200. Jubiläum feiert und maßgeblich an der humanistischen Ausbildung vieler Generationen beteiligt sei. Die Klimaforscherinnen Joanne Chory und Sandra Myrna Diaz wurden in der Sparte Wissenschaft und Forschung ausgezeichnet. Der Preis für Sozialwissenschaften ging an den US-Wissenschaftler Alejandro Portes für seinen Beitrag zur Erforschung internationaler Migrationsströme. In der Sparte Sport wurde die ehemalige Skifahrerin Lindsey Vonn gekürt.

Eine Million Euro für kleine Verlage

Drei kleine Verlage aus Baden-Württemberg, Berlin und Leipzig sind die Hauptgewinner des Deutschen Verlagspreises: Der Hädecke-Verlag aus Weil der Stadt ("Eine Oase in der Wüstenei der Kochbuchszene", so die Jury), der kookbooks-Verlag aus Berlin ("Dieser Verlag steht für die Dichtung des 21. Jahrhunderts") und Spector Books aus Leipzig ("Künstlerisch anspruchsvolle Bücher"). Die drei Hauptsieger bekommen jeweils 60.000 Euro. 60 weitere Verlage erhalten jeweils 15.000 Euro. Vier Verlage mit höherem Jahresumsatz bekommen eine undotierte Anerkennung: die Wissenschaftliche Buchgesellschaft, der Verlag Schwaneberger, die Edition Michael Fischer und der Reclam Verlag. Die Ehrung wurde am Freitag auf der Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal vergeben. Eine Jury unter Vorsitz des Literaturkritikers Denis Scheck hatte die Gewinner aus insgesamt 312 Bewerbungen ausgewählt. Der Deutsche Verlagspreis wurde von Kulturstaatsministerin Monika Grütters ins Leben gerufen und ist insgesamt mit mehr als einer Million Euro dotiert.

Proteste in Katalonien: Sagrada Familia blockiert

Die Zugänge zur weltberühmten Basilika Sagrada Familia in Barcelona sind von Demonstranten der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung blockiert worden. Zahlreiche Befürworter einer Abspaltung der Region von Spanien versammelten sich vor dem Gotteshaus. Touristen, die eine Besichtigung gebucht haben, können derzeit nicht in die Basilika gelangen. Sie können ihre Tickets über die Webseite stornieren, hieß es auf dem Twitter-Account der Sagrada Familia. Auch ein geplantes Fußballspiel zwischen Barcelona und Real Madrid wurde wegen der Proteste verschoben.

Illustrator Volker Pfüller für Lebenswerk geehrt

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat am Freitagabend auf der Frankfurter Buchmesse den Deutschen Jugendliteraturpreis verliehen. Den Sonderpreis für sein Gesamtwerk erhielt der Illustrator Volker Pfüller. Sein "zeichnerisch versierter Stil und seine sichere Technik" hätten unverkennbare Spuren in Kinder- und Jugendbüchern hinterlassen, erklärte die Jury zur Begründung. Als bestes Bilderbuch konnte sich "Polka für Igor" von Iris Anemone Paul durchsetzen, die auch den Sonderpreis "Neue Talente" erhielt. In der Sparte Kinderbuch wurde "Vier Wünsche ans Universum" der US-amerikanischen Autorin Erin Entrada Kelly ausgezeichnet. Als bestes Jugendbuch überzeugte Steven Herricks lyrischer Roman "Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen". Mit dem Preis für das beste Sachbuch wurde "Extremismus" von Anja Reumschüssel gewürdigt. Die Jugendjury zeichnete Neal Shustermans "Kompass ohne Norden" aus. Der Sonderpreis für das Gesamtwerk umfasst ein Preisgeld in Höhe von 12.000 Euro, alle anderen Auszeichnungen sind mit je 10.000 Euro dotiert.

Herbert Fritsch verlässt die Berliner Schaubühne

Der rbb erhielt die Bestätigung: Regisseur Herbert Fritsch kehrt der Schaubühne den Rücken. Die Berliner Bühne gab bekannt: "Wir kamen Herbert Fritschs Wunsch nach, die Zusammenarbeit zu beenden." Der 68-Jährige war nach dem Ende der Castorf-Intendanz von der Volksbühne zur Berliner Schaubühne gewechselt. Auf Anfrage hieß es, man befänden sich mit Schauspielern, die Fritsch ins Ensemble mitgebracht habe, in Gesprächen über ihren Verbleib. Axel Wandtke, Bastian Reiber und Joachim Meyerhoff würden bleiben.

Adrian Jones neuer Direktor der Dresdner Staatskapelle

Die Staatskapelle Dresden hat einen neuen Chef: Der Brite Adrian Jones wird den Posten des Direktors am 13. Januar übernehmen. Mit seinen Erfahrungen - unter anderem an der Deutschen Oper Berlin und dem Berliner Rundfunk-Sinfonieorchester - wird er das Profil aufs Beste weiter entwickeln", erklärte Chefdirigent Christian Thielemann. Der Vorgänger von Jones, Jan Nast, hatte die Staatskapelle nach 22 Jahren verlassen und ist nun Intendant der Wiener Symphoniker.

Kunsthandelbetrug in Berlin

Ein 67 Jahre alter Mann ist verdächtig, durch den Handel mit Kunstwerken einen Millionenschaden verursacht zu haben. Es werde wegen schweren Betrugs und Urkundenfälschung ermittelt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittler hätten bei Durchsuchungen an fünf Orten in Berlin und Brandenburg Vermögenswerte und Beweismittel sichergestellt. Der Richter habe einen Haftbefehl mit "Verschonung" angeordnet.

Göran Malmqvist mit 95 Jahren gestorben

Seit 1985 war er Mitglied der Schwedischen Akademie: Eine gute Woche nach der Bekanntgabe der Literaturnobelpreisträger ist der Übersetzer Göran Malmqvist verstorben. Das teilte eine Sprecherin der Akademie mit. Der am 6. Juni 1924 in Jönköping geborene Sprach- und Literaturwissenschaftler hatte sich nach ihren Angaben vor allem um die Übersetzung chinesischer Werke ins Schwedische verdient gemacht.

Robbie Williams im Duett mit Helene Fischer

Sie kenne sich beruflich schon seit Jahren: Aber nun ist Helene Fischer nach London geflogen, um auf Einladung von Robbie Williams mit ihm zu singen. Eartha Kitts Weihnachtsklassiker "Santa Baby" mit der "netten Lady aus Deutschland" aufzunehmen, so der 45-Jährige, sei sehr wohltuend gewesen. Er habe in Deutschland eine riesige Fangemeinde.

Paul Dano wird Batman herausfordern

Die Rolle des "Riddler" ist vergeben. Regisseur Matt Reeves und Warner Bros. haben die Schurkenrolle in dem geplanten Batman-Film mit Paul Dano besetzt. Der 35-Jährige spielte zuletzt in "12 Years of Slave", "There Will Be Blood" und "Little Miss Sunshine". Neben Robert Pattinson in der Titelrolle wird seine Lebensgefährtin Zoe Kravitz als "Catwoman" zu sehen sein. Die Jugendgeschichte von Batman soll im Sommer 2021 in die Kinos kommen.

Die kubanische Ballerina Alicia Alonso ist tot

Mit 98 Jahren ist die kubanische Balletttänzerin und Choreographin Alicia Alonso in ihrer Heimatstadt Havanna gestorben. Die vor allem in den 1940er und 1950er Jahren international bekannte Tänzerin hatte Kuba als Ballettschülerin 1937 verlassen und sich mit ihrem Mann Fernando Alonso am New Yorker Broadway eine Karriere aufgebaut. 1948 kehrten die beiden zurück und Alicia Alonso gründete ihre eigene Kompagnie, die nach der Revolution das "Ballet Nacional de Cuba" wurde. Als einzige Lateinamerikanerin wurde Alonso mit dem Titel "Primaballerina Assoluta" geehrt. Bis zuletzt verteidigte sie die Politik von Fidel Castro. Die kubanische Regierung twitterte, Alonso hinterlasse eine gewaltige Lücke, aber auch ein unübertreffbares Vermächtnis.

Deniz Yücel enttäuscht von deutschen Unternehmen

Die Wirtschaft, sagt der Journalist Deniz Yücel anderthalb Jahre nach seiner Freilassung aus der türkischen Haft, denke nur daran, ihre Geschäfte nicht zu gefährden. Dass sie seine Freilassung nicht unterstützt habe, hätte ihn "wahnsinnig enttäuscht". Während Schriftstellervereinigungen wie der PEN, der Börsenverein oder Künstler Anzeigenkampagnen initiiert hätten, schwiegen die allermeisten Unternehmen. Auf der Frankfurter Buchmesse pflichtete ihm der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis, bei: Stille Diplomatie sei von gestern, "der große Feind der Meinungsfreiheit" sei die Untätigkeit. Es sei "unerträglich", wenn als Grund für ein Nicht-Handeln Wirtschaftsinteressen vorgeschoben würden.

Schulförderung in sozial schwierigen Lagen

Auf Initiative von Berlin und Hamburg hat die Kultusministerkonferenz ein Bund-Länder-Programm für Schulen mit Kindern aus benachteiligten Familien beschlossen. Dafür stellen das Bundesbildungsministerium und die Länder jeweils 125 Millionen Euro bereit. Ziel ist es, dass die Zahl der Schulabbrecher verringert und die Bildungschancen gesteigert werden. Der Bund muss dem Programm noch zustimmen.

Drohung gegen Rap-Konzert in Ludwigsburg

Es war eine telefonische Drohung, die die Polizei ernst nahm: Deshalb beendete sie gestern Abend vorsichtshalber und vorzeitig ein Rap-Konzert in der Ludwigsburger MHP Arena. Die Besucher hätten das ausverkaufte Konzert des jungen Musikers Mero aus Hessen "geordnet verlassen", twitterten die Beamten.

Banksy betreibt eigenen Online-Shop

Eine Weste, ein Grabstein und eine Einkaufstasche: Unter anderem das preist der Graffiti-Künstler Banksy in seinem eigenen online-shop an. Kaufen kann allerdings nicht jeder: Um Interessierte von kommerziellen Händlern unterscheiden zu können, muss eine Frage beantwortet werden, die erklärt, warum ein Objekt den Besitzer wechseln soll. "Bitte kaufen Sie ein Stück, weil es Ihnen gefällt, nicht weil Sie denken, dass es eine gute Investition ist", heißt es zur Begründung. Die BBC zitiert den Kunst-Juristen Mark Stephens: "Banksy ist in einer schwierigen Situation, weil er kein eigenes Merchandising seiner Produkte betreibt. Aber die Gesetzeslage ist eindeutig: Wenn ein Händler seine Marke nicht nutzt, kann sie von jemand anderem übernommen werden."

Nobel-Akademie verteidigt Handke-Entscheidung

Nach der scharfen Kritik am Literaturnobelpreis für Peter Handke, hat sich nun die Schwedische Akademie geäußert: Sie habe "natürlich nicht die Absicht gehabt, einen Kriegstreiber und Leugner von Kriegsverbrechen oder Völkermord auszuzeichnen", schrieb der Ständige Sekretär der Akademie in einem Beitrag für die schwedische Zeitung "Dagens Nyheter". Handke habe 1996 in seinem Text "Eine winterliche Reise" das "Massaker in Srebrenica nicht in Frage gestellt", so Mats Malm. Die Akademie habe auch keine Belege dafür gefunden, dass Handke mit der Teilnahme an der Beerdigung des jugoslawischen Ex-Diktators Slobodan Milosevic dem Blutvergießen Tribut gezollt, ein Monster verehrt oder Kriegsverbrechen geleugnet habe. Buchpreisträger Sasa Stanisic hatte den 76-Jährigen Handke am Montag heftig kritisiert: Er habe das Glück gehabt, in seiner bosnischen Geburtsstadt Visegrad dem zu entkommen, was Handke in seinen Texten nicht beschreibt."

Netflix meldet überraschend viele Neukunden

Im kommenden Monat gehen Walt Disney und Apple mit eigenen Streamingdiensten an den Start. Heute meldet Netflix im dritten Quartal des Jahres 6,8 Millionen neue Abonnenten. Zu verdanken sei dies vor allem der dritten Staffel der Mystery-Serie "Stranger Things" und "13 Reasons Why." Im zweiten Quartal 2019 hatte das US-amerikanische Unternehmen 2,7 Millionen Neukunden geworben. In geldwerten Vorteilen bedeutet die aktuelle Quartalsbilanz einen Gewinnzuwachs um 65 Prozent oder 665 Millionen Dollar.

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