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Dienstag, 26.05.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 20. April 2020

Gedenken an KZ-Befreiungen vor 75 Jahren

Mit einem "virtuellen Gedenken" haben Politiker, Hinterbliebene, Kirchenvertreter und Historiker an den 75. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen in Brandenburg erinnert. Dazu wurden auf den Internetseiten der wegen der Coronakrise geschlossenen Gedenkstätten Videobotschaften gezeigt. Im KZ Bergen-Belsen in Niedersachsen wurde eine kleine Gedenkfeier abgehalten. Zudem fand zum Gedenken an die Befreiung der brandenburgischen Konzentrationslager in der Berliner Gedenkkirche Maria Regina Martyrium ein christlich-jüdischer Gottesdienst statt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters, nannte es in einer Erklärung "unsere immerwährende Aufgabe, an die unmenschlichen Verbrechen, die die Nationalsozialisten verübt haben, zu erinnern und der Opfer zu gedenken".
In Zeiten geschlossener Gedenkstätten sei es gerade in diesem Jahr besonders wichtig, neue Wege des Erinnerns zu beschreiten, erklärte Grütters mit Verweis auf ein auf der Internetseite der Gedenkstätte Ravensbrück freigeschaltetes digitales Gedenk- und Informationsangebot.

Star-Fotograf Peter Beard tot aufgefunden

Der Star-Fotograf Peter Beard ist tot. Nachdem er rund drei Wochen lang als vermisst galt, sei seine Leiche in einem Naturpark bei Montauk an der Ostspitze der Halbinsel Long Island im US-Bundesstaat New York gefunden worden, berichteten US-Medien unter Berufung auf die Familie des Fotografen. Beard, der 82 Jahre alt wurde, habe unter anderem an Demenz gelitten. Der 1938 in der Millionenmetropole New York in eine reiche Familie hinein geborene Beard fotografierte vor allem die Tierwelt Afrikas - und machte Porträts von Stars wie David Bowie, Mick Jagger oder dem Model Iman. Beard war dreimal verheiratet und hatte eine Tochter.

Fontane-Festspiele auf Herbst verschoben

Die Fontane-Festspiele Neuruppin werden wegen der Coronavirus-Pandemie vom Mai auf September verschoben. Fast alle Veranstaltungen seien inzwischen auf den Zeitraum vom 12. bis 27. September umgeplant worden, teilte Geschäftsführerin Uta Bartsch mit. Das Poesiefestival "Pop & Petersilie" solle wie geplant vom 13. bis 15. November stattfinden. Für zwei weitere Veranstaltungen würden noch Termine im Juli und August freigehalten. Die neuen Festival-Termine sollen am Mittwoch im Internet auf der Seite www.fontane-festspiele.com bekanntgegeben werden. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit.

Drohnen erstellen 3D-Modell vom Kölner Dom

Ferngesteuerte Drohnen sollen in dieser Woche ein detailliertes Modell der Türme des Kölner Doms liefern. Die realitätsgetreue 3D-Visualisierung dient den Mitarbeitern der Dombauhütte dazu, schwer zugängliche Bereiche des Bauwerks einfacher zu überwachen und mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen, wie das Kölner Domkapitel mitteilte. Die manuell gesteuerten Fluggeräte erstellten von Mittwoch bis Freitag rund 30.000 hochauflösende Bilder von der Westfassade der Kathedrale.

Bund startet Soforthilfeprogramm für Bibliotheken

Der Bund beginnt sein Soforthilfeprogramm für Bibliotheken in ländlichen Räumen. Mit 1,5 Millionen Euro werden unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung der digitalen Ausstattung und zur Umsetzung zeitgemäßer Bibliothekskonzepte gefördert. Für eine Maßnahme können bis zu 25.000 Euro beantragt werden. Kulturstaatsministerin Grütters sagte: "Gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Krise, merken wir, wie wichtig Bibliotheken sind, denn sie bieten Zugang zu unserem kulturellen Erbe und zu verlässlichen Informationen." Das Soforthilfeprogramm ist Teil des Programms "Kultur in ländlichen Räumen", das sich an Bibliotheken in Gemeinden mit bis zu 20.000 Einwohnern richtet.

Drosten bekommt Preis für Corona-Kommunikation

Der Berliner Virologe Christian Drosten erhält einen Sonderpreis für seine Kommunikation in der Corona-Krise. Preisverleiher sind die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Stifterverband. Der Direktor des Virologieinstituts der Berliner Charité stehe derzeit "wie kein anderer Wissenschaftler" für die besondere Rolle, die der Wissenschaft während der Pandemie zukomme, erklärte die DFG. Drosten habe geschafft, dass die Wissenschaft innerhalb kurzer Zeit als verlässlichste Orientierung für das Krisenmanagement wahrgenommen werde. Er korrigiere auch wissenschaftlich nicht belegte Thesen und kommuniziere die Grenzen seines eigenen Wissens. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert.

Jüdische Studenten gedenken Holocaust online

Zum israelischen Holocaust-Gedenktag haben jüdische Studentinnen und Studenten eine Online-Aktion geplant. Weil öffentliche Gedenkfeiern wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr ausfallen müssen, sollten ab dem Abend auf einer speziellen Internetseite in einem Videostream Namen von ermordeten Juden verlesen werden, wie es an dem Gedenktag sonst in öffentlichen Veranstaltungen in vielen Ländern Brauch ist. Zuvor konnten sich die jungen Leute selbst beim Verlesen von Namen aufnehmen. Die einzelnen Beiträge sollen dann nach einem Bericht der "Jüdischen Allgemeinen" zu einem Stream montiert werden. "Als dritte Generation haben wir von den Zeitzeugen den Auftrag bekommen, das Gedenken an die Millionen Opfer der Schoa wachzuhalten", sagte der Vizepräsident der Jüdische Studierendenunion Deutschland, die die Aktion mitorganisiert, Ruben Gerczikow. "Diesem Auftrag wollen wir auch und gerade unter den aktuell widrigen Umständen gerecht werden."

Bayern zahlt Künstlern 1000 Euro pro Monat

Bayern will in der Corona-Krise den Künstlern im Land monatlich mit 1000 Euro finanziell unter die Arme greifen. Das kündigte Ministerpräsident Söder in seiner zweiten Regierungserklärung zur Corona-Pandemie im Landtag in München an. Während kulturellen Einrichtungen mit den bisherigen Maßnahmen bereits geholfen werde, gebe es zugegebenermaßen eine Gruppe, "die durch jedes Raster" falle. Die rund 30 000 Künstler, die auch in der Künstlersozialkasse organisiert seien, würden daher monatlich 1000 Euro bekommen, sagte Söder.

Fund: Historische Außentreppe in Aschaffenburg

Bei Sanierungsarbeiten im Aschaffenburger Schloss Johannisburg sind Archäologen auf Fundamente einer historischen Außentreppe gestoßen. Sie führte ursprünglich vom Erdgeschoss auf die Mainterrasse des Schlosses, wie das Finanz- und Heimatministerium in München mitteilte. Laut Mitteilung zeigt ein Gartenplan aus dem Jahr 1744, an welchen Stellen mit historischen Fundamenten zu rechnen sein könnte. Schloss Johannisburg, zwischen 1605 und 1614 aus rotem Sandstein errichtet, zählt zu den bedeutendsten Schlossanlagen der deutschen Renaissance.

Facebook und Google sollen Geld für Inhalte zahlen

In Australien sollen die US-Technologieriesen Facebook und Google künftig ihre Werbeeinnahmen mit australischen Medien teilen. Das kündigte Schatzkanzler Frydenberg in Canberra an. Damit gehört Australien zu den ersten Ländern, die digitale Plattformen dazu zwingen, für Medieninhalte, die sie auf ihren Seiten posten, Geld zu zahlen. Die Entscheidung sei getroffen worden, nachdem entsprechende Gespräche mit Facebook und der Google-Mutter Alphabet gescheitert seien, sagte der Politiker. Konkret geht es nun darum, dass die Wettbewerbsbehörde ACCC einen verpflichtenden Verhaltenskodex für Technologiekonzerne wie für Medienunternehmen entwickelt. Dies soll laut Frydenberg bis Juli geschehen und danach schnell als Gesetz verabschiedet werden.

Opernstars geben intime Gala in Wien

Opernstars wie Anna Netrebko und Juan Diego Flórez waren am Abend in einer Gala zu hören, die live im Internet übertragen wurde. Sie betraten nacheinander die Bühne des Radiokulturhauses Wien, während ein Pianist und ein Streichquartett des Radio-Symphonieorchesters Wien sie aus sicherer Entfernung begleiteten. Jonas Kaufmann und andere Künstler nahmen per Videobotschaft teil. Neben populären Opernarien wurden auch intime Lieder vorgetragen, die sich gut für ein kleines Publikum im Wohnzimmer eigneten. So sang Flórez "An die Musik" von Franz Schubert. Der polnische Sänger wies in seinen Auftritt darauf hin, dass vielen seiner Kollegen Monate ohne Einkommen bevorstehen, da das kulturelle Leben zum Erliegen gekommen ist.

Veranstalter fordern Klarheit zu Großereignissen

Die Veranstaltungsbranche fordert von der Politik Klarheit zum weiteren Vorgehen bei Konzerten und anderen großen Ereignissen. Hintergrund ist die Vereinbarung von Bund und Ländern, dass wegen der Corona-Krise alle Großveranstaltungen bis Ende August untersagt bleiben sollen. Bisher sei nur in Ausnahmefällen klar, was die Bundesländer genau als Großveranstaltung betrachten, kritisierte der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungsbesucher. Alle großen Sommerfestivals seien bereits abgesagt worden. Offen sei aber, welche der vielen kleineren Veranstaltungen unter welchen Voraussetzungen stattfinden dürften.

Italien will "Netflix der Kultur" gründen

Italien will ein "Netflix der Kultur" gründen. Dabei handelt es sich um eine Plattform, auf der das Beste der italienischen Kultur "On Demand" abrufbar sein soll, kündigte der italienische Kulturminister Dario Franceschini laut Medienangaben an. "Ein 'Netflix der Kultur' kann in dieser Coronavirus-Phase helfen. Ich bin aber überzeugt, dass das Onlineangebot auch in der Zeit danach gefragt sein wird. Zum Beispiel, wer eine Scala-Premiere verfolgen und lieber daheim bleiben will, kann es tun, indem er dafür zahlt", sagte der Kulturminister. In der Phase des 'Lock-downs' habe man das enorme Potenzial des Internets zur Verbreitung der Kultur begriffen und eine Explosion von Kreativität erlebt. Das sei die Basis, von der aus man ein strukturierteres Projekt entwickeln könnte, sagte der Politiker.

Künstler fordern finanzielle Unterstützung

Wegen der Corona-Krise fordern Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland Staatshilfen für Freiberufler im Kulturbereich. In einem offenen Brief an Kultur-Staatsministerin Grütters schreiben sie nach Informationen der "Welt am Sonntag", den Kulturschaffenden stehe vom ersten Tag des ersatzlosen Ausfalls von Veranstaltungen das Wasser bis zum Hals. Freiberufliche Kulturschaffende sollten ihrer Ansicht nach ebenso schnell Hilfe erhalten wie Adidas oder die Zahnärzte, die 90 Prozent des Vorjahreseinkommens zugesprochen bekämen. Der Staat könne den Betroffenen helfen, die nächsten Monate zu überbrücken. Unterzeichnet wurde der offene Brief unter anderem von der Violinistin Anne-Sophie Mutter und den Dirigenten Thomas Hengelbrock und Christian Thielemann.

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