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Kulturnachrichten

Montag, 7. Dezember 2020

Gedenken an Brandts Kniefall in Warschau vor 50 Jahren

In Warschau wird am Montag des Kniefalls von Willy Brandt vor 50 Jahren gedacht. Der Chef des Bundespräsidialamts, Stephan Steinlein, und der Leiter der polnischen Präsidialkanzlei, Krzystof Sczerski, legen anlässlich des Jahrestages einen Kranz vor dem Denkmal der Helden des Warschauer Ghettos nieder. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigt die historische Geste Brandts in einer Videobotschaft. Der damalige Bundeskanzler Brandt hatte am 7. Dezember 1970 als erster westdeutscher Regierungschef nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die polnische Hauptstadt besucht. Am Ehrenmal für den Aufstand im jüdischen Ghetto von Warschau legte Brandt einen Kranz ab, kniete dann plötzlich nieder und verharrte eine halbe Minute schweigend. Das Bild des Kniefalls von Warschau wurde zum Symbol für die deutsch-polnische Aussöhnung.

Nobelvorlesung von Louise Glück veröffentlicht

Auf der Webseite der Nobelstiftung ist die Vorlesung der diesjährigen Literaturnobelpreisträgerin Louise Glück nachzulesen. Sie halte die Auszeichnung für eine Ehrung zurückhaltender literarischer Stimmen, sagte die US-Amerikanierin. "Ich glaube, dass die Schwedische Akademie mit meiner Auszeichnung die intime, private Stimme ehrt, die durch öffentliche Äußerungen manchmal verstärkt oder erweitert, aber niemals ersetzt werden kann», schrieb die 77 Jahre alte Poetin. Sie selbst habe sich immer zu einsamen menschlichen Stimmen in der Lyrik hingezogen gefühlt, etwa zu William Blake und Emily Dickinson. Die Online-Verleihung des Literaturnobelpreises findet am Donnerstag in Stockholm statt.

Staatsballett Berlin zieht Konsequenzen aus Rassismusvorwürfen

Das Staatsballett Berlin will sein Programm überarbeiten. "Überholte und diskriminierende Aufführungsweisen sollen aufgedeckt werden, heißt es auf der Website. "Wir sind uns bewusst, dass das Ballettgenre People of Color im Laufe seiner Geschichte marginalisierte." Die Compagnie wolle auch ein Spiegel der Gesellschaft sein. Das Repertoire müsse Diversität abbilden. Im Oktober hatte die Ballerina Chloé Lopes Gomes den Vorwurf des Rassismus gegen ihre Trainingsleiterin erhoben.

Mysteriöse Metallsäule auch in den Niederlanden

Nach den USA, Großbritannien und Rumänien ist nun auch in den Niederlanden eine Metallsäule mitten in der Landschaft entdeckt worden. Die Forstverwaltung geht davon aus, dass sie unbemerkt am Wochenende aufgestellt wurde. Wanderer hätten den mattsilberfarbenen Obelisk am Sonntag in der Nähe des Kiekenberg-Naturschutzgebiets in Friesland gefunden. Zur ersten, hochglänzenden Säule im US-Bundesstaat Utah hat sich inzwischen ein anonymes Künstlerkollektiv bekannt.

Komponist der Filmmusik für den kleinen Maulwurf ist tot

Der tschechische Komponist und Musikpädagoge Vadim Petrov ist nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren gestorben. Das berichtet die Agentur CTK unter Berufung auf Petrovs Sohn. Überall, wo die Zeichentrickserie "Der kleine Maulwurf" gesehen wird, ist auch Petrov bekannt, denn er schrieb die Musik. Insgesamt soll er rund 1400 Stücke komponiert haben, von Symphonien über Kammermusik bis hin zu Liedern und Chansons. Für seine Filmmusik erhielt Petrov nationale und internationale Auszeichnungen.

Beethoven - Riesenbild in Acker gezeichnet

Mit wallender Mähne und ernstem Blick: der Land-Art-Künstler Dario Gambarin hat ein riesiges Porträt des deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven in einen Acker im Norden Italiens gemäht. "Beethoven Absolut! 1770" steht unter dem Konterfei des deutschen Musikers, wie auf Luftaufnahmen zu sehen ist. Das Kunstwerk befindet sich nach Angaben Gambarins im Ort Castagnaro, etwa 50 Kilometer südöstlich von Verona. Anlass ist Beethovens 250. Geburtstag am 17. Dezember (genau genommen das Datum seiner Taufe). Gambarin widmet immer wieder berühmten Persönlichkeiten überdimensionale Landschaftskunstwerke. Anlässlich des 500. Todestages von Leonardo da Vinci, hatte er zum Beispiel im vergangenen Jahr ein Selbstbildnis des Universalkünstlers in die Natur gezeichnet.

Bob Dylan verkauft Rechte an seinen Songtexten

Bob Dylan hat die Rechte an seinen Songtexten an den US-Konzern Universal Music verkauft. Dies betrifft mehr als 600 Lieder, darunter „Blowin‘ in the Wind“, „The Times They Are A-Changin‘“ und „Like a Rolling Stone“. Schätzungen zufolge zahlte das Musiklabel dafür mehr als 300 Millionen US-Dollar. Die „New York Times“ spricht von der vielleicht größten Akquise von Musikverlagsrechten eines einzelnen Interpreten überhaupt. Dylan ist der einzige Musiker, der mit einem Literaturnobelpreis geehrt wurde. Er erhielt die Auszeichnung 2016.

Gedenkmünze für David Bowie im Weltall

Eine Gedenkmünze zu Ehren der britischen Pop-Ikone David Bowie ist für einen kurzen Flug ins Weltall geschickt worden. Die Münze habe eine Flughöhe von mehr als 35 000 Metern erreicht und sich für eine Dreiviertelstunde in der Erdatmosphäre aufgehalten, schrieb die Münzprägeanstalt Royal Mint auf Facebook. Fans und Sammler von Bowie, in dessen Songs ("Space Oddity", "Starman") das All immer wieder eine Rolle spielte, können die Münzen in verschiedenen Größen und Ausführungen kaufen, darunter auch eine Goldmünze im Wert von mehr als 11 000 Pfund. Der gebürtige Brite David Bowie starb Anfang 2016 in New York im Alter von 69 Jahren an Krebs. Er gilt als einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts.

Beuys-Dauerleihgabe und -Schenkung an SKD

Das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erhält 173 Zeichnungen des Künstlers Joseph Beuys als Dauerleihgabe. Die Werke stammen aus der Sammlung der Familie Bastian, wie die Kunstsammlungen mitteilten. Ergänzt wird die Leihgabe durch die Schenkung der Zeichnung "Raum für Filzplastiken" von 1963. Den Angaben nach soll sie den Auftakt für zahlreiche weitere Schenkungen in den nächsten zehn Jahren bilden. Mit der Dauerleihgabe komme eines der umfangreichsten und wichtigsten Konvolute Beuys'scher Zeichnungen aus Privatbesitz nach Dresden, erklärten die Kunstsammlungen. Gerade mit Blick auf den 100.Geburtstag des Künstlers im kommenden Jahr sei sie ein bedeutender Zugewinn und eine Ergänzung des bislang mehrheitlich aus Plakaten und Postkarten bestehenden Beuys-Bestands.

Marie Luise Kaschnitz-Preis für Iris Wolff

Die Schriftstellerin Iris Wolff erhält den Marie Luise Kaschnitz-Preis für ihr bisheriges Gesamtwerk. Wie die Evangelische Akademie Tutzing mitteilte, soll die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung bei einer Literaturtagung Ende April 2021 verliehen werden. Die im rumänischen Hermannstadt geborene Preisträgerin kam im Alter von sieben Jahren nach Deutschland und hat vier Romane verfasst. In ihnen würden "weit über das Dokumentarische hinaus universelle, existenzielle Themen wie Sehnsucht, Liebe, Einsamkeit, Trauer, Verlust, Glaube und Freundschaft angeschlagen", so die Jury. Anhand von Familiengeschichten lasse sie "das geradezu verschwörerische, abenteuerliche und märchenhafte Miteinander im Alltag der Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben" aufleben. Besonders hebt die Jury Wolffs erst im Herbst erschienenes jüngstes Werk "Die Unschärfe der Welt" hervor. Der Marie Luise Kaschnitz-Preis wird seit 1984 vergeben. 2019 ging er an Angelika Klüssendorf.

Wortschatz im Wandel- 1.000 neue Wörter zu Corona

Forscher haben etwa 1.000 neue Wörter rund um das Thema Corona gesammelt. Die Pandemie habe den Wortschatz in diesem Jahr geprägt wie kein anderes Thema, teilte das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) mit. Die Wörter und Wortverbindungen reichen etwa von Abstandsgebot und AHA-Regel über C-Wort, Drive-in-Test, Superspreaderereignis und Wellenbrecherlockdown bis zu Zoomparty. Aber auch zahlreiche andere Wörter und Wortverbindungen haben den Wortschatz in den 2010er Jahren erweitert. Politische und gesellschaftliche Debatten, Trends und technische Innovationen hinterlassen Spuren in der Sprache. Zum Besispiel: digital entgiften, upcyceln, Pegidist, Fracking, Duckface, Retweet, Shitstorm und Tiny House. Das Online-Wörterbuch (https://www.owid.de/docs/neo/start.jsp) des IDS mit Wortneuschöpfungen der vergangenen zehn Jahre erklärt zu jedem Wort die Bedeutung, typische Verwendungen, Grammatik und Herkunft.

Sternsinger dürfen in NRW singen

Die Sternsinger dürfen in Nordrhein-Westfalen Anfang 2021 unter Einhaltung der Hygieneregeln in der Corona-Pandemie von Haus zu Haus ziehen. Das teilte Burkhard Kämper vom Katholischen Büro NRW mit. Man habe in enger Abstimmung mit der Staatskanzlei einen entsprechenden Hygieneplan konkret unter Berücksichtigung der Rechtslage in NRW erarbeitet. Dem Plan zufolge dürfen fünf Personen in einer Gruppe laufen, um Spenden und Süßigkeiten zu sammeln. Sollten Autos eingesetzt werden, gilt im Fahrzeug Maskenpflicht. Singen ist nur im Freien erlaubt. Die Sternsinger dürfen keine Wohnungen oder Häuser betreten. Wenn die Mindestabstände nicht eingehalten werden können, müssen sie auch draußen einen Mund-Nase-Schutz tragen.

Vor Rückgabe von Kolonialkunst Herkunft prüfen

Der frühere Präsident des Goethe-Instituts und langjährige Leiter der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Lehmann, ist gegen eine Gleichsetzung von Kolonialkunst und NS-Raubkunst. Das sei eine Vereinfachung, die die NS-Verbrechen verharmlose, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Kunst sei durch alle Jahrhunderte zur Kriegsbeute geworden, ob in Kolonialkriegen oder anderen Auseinandersetzungen. Napoleon habe den Louvre mit geraubter Kunst gefüllt, so Lehmann. Das moderne Völkerrecht habe diese Art der Aneignung fremder Kulturen geächtet. Er halte es nicht für unfair, wenn vor einer Rückgabe von Kunstwerken an frühere Kolonien durch Provenienzforschung die genaue Herkunft der Objekte ermittelt werde.

Helden-Preis posthum für "Black Panther"-Star Boseman

Rund drei Monate nach seinem Tod ist der "Black Panther"-Star Chadwick Boseman mit einem Preis geehrt worden. Die US-Schauspieler Don Cheadle und Robert Downey Jr. verliehen Boseman am Abend im Musiksender MTV posthum die "Hero for the Ages"-Trophäe. Sie würdigt seine Rolle als Superheld in "Black Panther" und sein soziales Engagement im realen Leben. Boseman sei eine Inspiration für alle gewesen, sagte Cheadle, er habe die Kraft gehabt, die Menschen zusammenzubringen. Boseman war Ende August im Alter von 43 Jahren an Darmkrebs gestorben.

Marion-Dönhoff-Preis für Margarete Vestager

EU-Vizekommissionspräsidentin Margrethe Vestager ist mit dem Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet worden. Laut Jury erhielt Vestager den Hauptpreis, weil sie als Vizepräsidentin und Wettbewerbskommissarin der Europäischen Kommission "mit aller Kraft für einen offenen und fairen Markt" einstehe. Bei der virtuellen Preisverleihung lobte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, Vestager als Vorbild für Frauen in Führungspositionen. Vestager stehe für eine "Art der weiblichen Führung, die viele von uns inspiriert", sagte Lagarde nach Angaben der Zeit-Verlagsgruppe. "Es ist eine Art von Leadership, die über Stereotype von männlichen und weiblichen Qualitäten hinausgeht, und sich darauf konzentriert, dass Frauen Vertrauen in sich selbst und ihre eigene Stimme als Individuum finden", betonte Lagarde. Der Marion-Dönhoff-Preis wird von der Wochenzeitung "Die Zeit", der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius und der Marion-Dönhoff-Stiftung vergeben. Er ist mit 20.000 Euro dotiert.

Usedomer Literaturfestival zieht positive Bilanz von Online-Ausgabe

Mit einer moderierten Lesung von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller sind am Sonntag die 11. Usedomer Literaturtage zu Ende gegangen. Wegen der Corona-Restriktionen wurden das Tourismusservicezentrum in Seebad Heringsdorf und das Literaturhaus Hamburg zu Fernsehstudios, wie das Literaturfestival mitteilte. Alle Lesungen von Freitag bis Sonntag wurden im Internet übertragen und können weiterhin auf dem Youtube-Kanal und der Facebook-Seite der Usedomer Literaturtage abgerufen werden. Das diesjährige Festival stand unter dem Motto "Oh, Ihr Menschen" anlässlich der Feierlichkeiten zum 200-jährigen Jubiläum Ludwig van Beethovens. Am Samstag erhielt der Schriftsteller Saša Stanišić den mit 5.000 Euro dotierten Usedomer Literaturpreis 2020 für den Roman "Herkunft" stellvertretend für sein Gesamtwerk. Knapp 5.500 Zuschauer verfolgten online die Veranstaltungen.

Erich-Klabunde-Preis für den Dokumentarfilm "Kontaktsprerre"

Der Erich-Klabunde-Preis geht 2021 an die NDR-Dokumentarfilmer Timo Großpietsch und Christian von Brockhausen für ihren Film „Kontaktsperre – Hamburg im Ausnahmezustand“. Die 30-minütige Produktion dokumentiere "in unaufgeregter Weise die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Einzelnen und die Gesellschaft", sagte Marina Friedt, Vorsitzende der Jury und des DJV Hamburg. Der mit 2500 Euro dotierte Erich-Klabunde-Preis sollte eigentlich im Januar beim Hamburger Presseball verliehen werden, was aber coronabedingt ausfallen muss. Die Auszeichnung für sozial engagierten Journalismus erinnert an Erich Klabunde (1907-1950), der 1945 Gründer der damaligen Berufsvereinigung Hamburger Journalisten und später des Deutschen Journalisten-Verbandes auf Bundesebene war. Er wurde 1957 erstmals vergeben.

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