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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 14.05.2014

GaumenschmausErdäpfelkas, Reiberdatschi, Herrengedeck

Eine kulinarische Erkundungstour durch Deutschland

Von Stefanie Müller-Frank

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Im Süden beliebt: Landbier-Leberkäse.  (picture alliance / dpa / Foto: David Ebener)
Im Süden beliebt: Landbier-Leberkäse. (picture alliance / dpa / Foto: David Ebener)

Was hat die lokale deutsche Küche und Gastronomie nicht alles so zu bieten: Vom hohen Norden bis in den tiefen Süden pflegt man die Traditionen von deftigen Gerichten und hochprozentigen Getränken. Und angestaubt ist das ganz und gar nicht.

Nicht selten versteckt sich hinter dem Namen eines Gerichts etwas anderes als der Name vermuten lässt, wenn man ihn allzu wörtlich nimmt. Zum Beispiel der Leberkäse, der keinen Käse enthält – und Leber mittlerweile auch eher selten. Weniger bekannt ist der: Erdäpfelkas, der Erdäpfelkäse. Eine Speise aus dem Rottal an der Grenze zu Oberösterreich. Fünf Freunde aus München lieben dieses Käse, der keiner ist, so sehr – dass sie einen Erdäpfelkassaloon ins Leben gerufen haben. Da gibt's dann Bier, Blasmusik und eben den Erdäpfelkas. Klingt ein bisschen angestaubt nach "Wirtshausabend" aber da gilt wie beim Namen des Gerichts: nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen.

Man kann Kartoffeln stampfen – kann sie aber auch reiben. Und wenn dann noch eine Pfanne und Fett dazukommen hat man: Reibekuchen. Und auf jeden Fall einen schön fettigen Bratgeruch. Und mit diesem Geruch kann man den "ist-jemand-hier-Kölner-Test" machen. Denn viele Kölner können dem Geruch nicht widerstehen. Wie bei Pawlow und den Hunden – der Kölner riecht den Reibekuchen und schon sabbert er. Das ist natürlich enorm vereinfacht – aber es muss schon was dran sein. Nicht umsonst widmeten die "Bläck Föös" dem Reibekuchen einen eigenen Walzer zum Mitschunkeln. Und das alles - obwohl es keine urkölsche Erfindung ist – Reiberdatschi in Bayern. Kartoffelpuffer in Berlin, Rösti in der Schweiz. Was also genau ist es, das die Kölner so für ihre Rievkooche schwärmen lässt? 

Weil wir mit Erdäpfelkas und Kartoffelpuffer bzw. Reibekuchen ziemlich viele Knollen schwer im Magen zu liegen haben, widmen wir uns noch einem Getränk. Genauer einer Getränkekombination. Es schließt sich der Kreis, denn auch bei dieser verrät der Name nicht eindeutig was drin ist, eher schon wer es trinkt: das Herrengedeck. Wer ist stammtischfest genug jetzt vorzutreten und zu sagen, was das genau ist und woher der Name kommt? Mancher hat da eine Ahnung aber viele haben andere. Zumindest lässt sich die Entstehung des Herrengedecks in die Stripbars rund um die Reeperbahn zurückverfolgen: Dort galt ein Herrengedeck in den Nachkriegsjahren als obligatorischer Mindestverzehr. Aber auch die DDR-Gastronomie beansprucht die Erfindung für sich. Also: was nun?

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