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Kulturnachrichten

Mittwoch, 4. August 2021

Gaugins "Mata Mua" bleibt in Spanien

Im Streit über das Gemälde "Mata Mua" von Paul Gaugin zwischen dem spanischen Staat und der Erbin des Bildes ist eine Einigung gefunden. Damit kann es wieder in Madrid ausgestellt werden. Nach Angaben des spanischen Kulturministeriums wurde ein Leihvertrag in Höhe von 97,5 Millionen Euro über 15 Jahre abgeschlossen. Dieser deckt die gesamte Kollektion der Sammlerin Carmen Thyssen ab. Sie umfasst mehr als 300 Werke, nicht nur von Gaugin, sondern auch von Picasso, Matisse, Monet, Renoir oder Canaletto. Die Schweizer Erbin der Kulturgüter hatte "Mata Mua" aus Spanien geholt, als das Nationale Thyssen-Bornemisza-Museum wegen der Corona-Pandemie 2020 schließen musste. Dort ist die gesamte Sammlung der Schweizer Industriellenfamilie Thyssen-Bornemisza ausgestellt. Der spanische Staat hatte die Kollektion des Familienoberhaupts Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza 1993 für 338 Millionen Dollar erworben. Über die Werke seiner spanischen Ehefrau, Carmen Thyssen, hatte Spanien eigentlich 2002 einen kostenlosen Leihvertrag abgeschlossen.

Brand in Griechenland nähert sich dem antiken Olympia

Ein Waldbrand auf der griechischen Halbinsel Peloponnes hat am Mittwoch den antiken Austragungsort der Olympischen Spiele gefährdet. Die angrenzende Stadt Archea Olymbia wurde geräumt, ebenso wie sieben weitere Dörfer der Umgebung. Der Bürgermeister der Ortschaft Pyrgos auf der Peloponnes, Panagiotis Andonakopoulos, erklärte, um die antike Stätte sei eine Feuersperre errichtet worden. "Ich denke, die Sicherheit des Ortes ist zufriedenstellend", sagte Andonakopoulos. Im antiken Olympia fanden ab 776 vor Christus mehr als ein Jahrhundert lang alle vier Jahre die Olympischen Spiele statt. Das Gebiet wurde 2007 schon einmal von Bränden verwüstet, die antiken Sportstätten und Tempel blieben jedoch unbeschädigt.

Erich-Fried-Preis 2021 geht an Frank Witzel

Der Schriftsteller Frank Witzel erhält den mit 15.000 Euro dotierten Erich-Fried-Preis. Das berichtet das Fachmagazin "Börsenblatt". Der Erich-Fried-Preis gilt als eine der renommiertesten literarischen Auszeichnungen Österreichs. In diesem Jahr hatte der deutsche Autor Ingo Schulze als Alleinjuror die Auswahl des Preisträgers getroffen. "Ob in Prosa, Lyrik, Essay/Traktat, Gespräch, Tagebuch, Hörspiel oder Vorlesung - Frank Witzel gehört zu den wenigen, deren Erzählen immer die Voraussetzungen des Schreibens reflektiert, die Relativität des eigenen Standpunkts offenlegt und sich selbst in Frage stellt", so Schulze. Witzel hatte 2015 den Deutschen Buchpreis für seinen Roman "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" erhalten. Sein jüngstes Werk "Inniger Schiffbruch" von 2020 stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

Antisemitismus-Forschung soll stärker gefördert werden

Die Bundesregierung will Forschung zu Antisemitismus sowie zu Rechtsextremismus und Rassismus mit 35 Millionen Euro fördern. Jüdisches Leben sei in Deutschland so bedroht wie schon lange nicht mehr, sagte Bundesforschungsministerin Karliczek (CDU) in Berlin. Man brauche Tiefenwissen, um Rassismus und Antisemitismus wirksam bekämpfen zu können. Nach Angaben des Ministeriums gehen entsprechende Forschungsprojekte an den Start. Mit den Mitteln sollen Experten zum Beispiel herausfinden, welche Formen von Judenfeindlichkeit an Schulen vorkommen. Ein anderes Projekt soll eine Gegenstimme zur Bekämpfung antisemitischer Hassreden für junge Menschen im deutschsprachigen Internet entwickeln. Dazu würden Ausprägungen von Antisemitismus in sozialen Medien und die Empfänglichkeit junger Menschen dafür genauer analysiert.

Clubs fordern Ende der Corona-Beschränkungen

Angesichts des Impffortschritts fordern die deutschen Musikclub-Betreiber ein Ende der Corona-Einschränkungen für den Indoorbereich ab Oktober. Da sich mittlerweile jeder impfen lassen könne, entfalle die rechtliche Grundlage, weiterhin Grundrechte und freie Berufsausübung einzuschränken, teilte der Verband der Musikspielstätten in Deutschland (LiveKomm) in Hamburg mit. LiveKomm forderte die sofortige Aufhebung der Masken- und Abstandspflicht für Live- und Clubveranstaltungen. Bis zur Aufhebung aller Einschränkungen ab Oktober sollte den Clubs eine Auslastung von 100 Prozent erlaubt sein, wenn sich nur Genesene oder Geimpfte in den Innenräumen aufhalten. Die Clubkultur könne einen Beitrag zur Steigerung der Impfbereitschaft leisten, denn erlebbare Vorteile einer Impfung - wie die Teilhabe an Clubkulturveranstaltungen - motivierten auf positivem Weg, so die Clubbetreiber.

Filmakademie ehrt die Schauspielerin Senta Berger

Die Deutsche Filmakademie zeichnet die Schauspielerin Senta Berger für herausragende Verdienste um den deutschen Film mit einem Ehrenpreis aus. Die 80-jährige zähle zu den größten und international erfolgreichsten Schauspielerinnen des Landes, hieß es zur Begründung. Sie sei eine Ikone des deutschen Kinos, teilte Akademiechef und Schauspieler Ulrich Matthes mit. Berger sei eine Frau mit Haltung: "klug, empathisch und engagiert" und sei mit einem "herrlich selbstironischen Humor" gesegnet, so Matthes. Berger spielte unter anderem in den Fernsehserien "Kir Royal", "Die schnelle Gerdi" und "Unter Verdacht" sowie in mehr als 100 Kino-Filmen mit, zuletzt in "Willkommen bei den Hartmanns". Die Ehrenpreis soll ihr am 1. Oktober in Berlin übergeben werden.

Rheinland-Pfalz sieht Millionenschaden im Kulturbereich

Drei Wochen nach der Flutkatastrophe in Teilen von Rheinland-Pfalz gibt es eine erste Schätzung der Schäden im Kulturbereich. Aktuell rechne man mit Schäden in Millionenhöhe, erklärte die rheinland-pfälzische Kulturministerin Binz am Mittwoch in Mainz. Darin enthalten seien Kosten zur fachgerechten Bergung, Säuberung, Zwischenlagerung und gegebenenfalls Restaurierung der betroffenen Objekte sowie des Schriftgutes aus Archiven, Museen und Bibliotheken. Kulturgut-Spezialisten einer Feuerwehr aus Thüringen und der Technischen Hochschule Köln hätten mit der Bergung von rund 2.800 Objekten aus dem Stadtmuseum Ahrweiler begonnen. In dem überfluteten Depot des Museums standen ein mittelalterliches Kirchenportal, Bilder, Drucke, die Überreste von Gräbern aus der Frankenzeit und hunderte weitere Kulturgüter mehr als zehn Tage unter Wasser.

PEN unterstützt die belarusische Freiheitsbewegung

Rund ein Jahr nach den Präsidentenwahlen in Belarus setzt die Schriftstellervereinigung PEN ein Zeichen der Solidarität mit der Friedensbewegung in dem Land. Die vom PEN-Zentrum Deutschland neugegründete "Stiftung für die Freiheit des Wortes" habe die Publikation von Texten der Freiheitsbewegung mit dem Titel "Stimmen der Hoffnung" mitfinanziert und dadurch auch Journalisten in Belarus unterstützt, teilte die Vereinigung am Mittwoch mit. Die zweisprachige Ausgabe des Buches wird vom Verlag "Das Kulturelle Gedächtnis" herausgegeben und erscheint am 9. August. PEN-Vizepräsident Nestmeyer teilte mit, das deutsche PEN-Zentrum erkläre sich erneut mit allen Mitgliedern der Demokratiebewegung solidarisch. Er forderte ein sofortiges Ende der Repressionen sowie die Freilassung aller inhaftierten politischen Gefangenen.

Spielzeug-Hersteller ehrt Impfstoff-Entwicklerin

Sogar die Barbie ist im Zeitalter der Pandemie angekommen: Der Spielzeug-Hersteller Mattel hat eine neue Puppe zu Ehren der Impfstoff-Entwicklerin Sarah Gilbert entwickelt. Gilbert forscht seit 1994 an der Universität Oxford und leitete das Entwicklungsteam hinter dem Astrazeneca-Impfstoff. Gilbert wünscht sich, dass die Puppe Kinder auf Berufe aufmerksam macht, die sie vorher nicht kannten - wie etwa Immunologin, sagte die Forscherin. Es sei ihr ein großes Anliegen, gerade auch Mädchen für naturwissenschaftliche Berufe und die Wissenschaft zu begeistern. Gilberts Team hatte sich bei der Forschung das Ziel gesetzt, ein Impfstoff zu entwickeln, der kostengünstig ist und unkompliziert transportiert werden kann.

China diskutiert über Computerspiele

In China wird gerade darüber diskutiert, ob Kinder und Jugendliche zu viel Computer spielen. Eine staatliche Zeitung hatte über das Thema berichtet und Computerspiele "spirituelles Opium" genannt. Einer der größten chinesischen Spielehersteller, Tencent, kündigte als Reaktion darauf an, die Spielzeiten zu begrenzen und für unter 12-Jährige Käufe innerhalb der Spiele auszuschließen. Schon seit 2017 versuchen Behörden in China, Spielzeiten einzuschränken, auch Suchtprävention wird angeboten. In der Praxis ist das aber schwer umzusetzen, weil die Kinder und Jugendlichen oft einfach angeben, dass sie volljährig sind. In dem Zeitungs-Artikel der "Economic Information Daily" hieß es, die Spieleindustrie sei Milliarden schwer, doch keine Branche dürfe eine Generation zerstören. Mittlerweile wurde der Artikel laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters etwas abgeschwächt.

Sundance-Filmfestival 2022 nur für Geimpfte

Das von Robert Redford gegründete Sundance-Filmfestival im US-Staat Utah soll im Januar 2022 als Hybridveranstaltung stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie werden vor Ort nur geimpfte Teilnehmer zugelassen, gab Festival-Chefin Tabitha Jackson am Dienstag bekannt. Das Festival für unabhängig produzierte Filme soll vom 20. bis zum 30. Januar laufen. Gewöhnlich pilgern jedes Jahr Zehntausende Filmfans zu dem Event in den Wintersportort Park City, doch pandemiebedingt war das diesjährige Filmfest verkürzt und weitgehend ins Internet verlegt worden. 2022 werden nun wieder Besucher vor Ort und zusätzlich online erwartet.

Irak bekommt geplünderte Kunstschätze zurück

Der Irak hat mehr als 17 000 geplünderte, antike Kunstschätze zurückerhalten. Die Artefakte seien aus den USA, Japan, den Niederlanden und Italien wieder in den Irak gelangt, sagte Außenminister Fuad Hussein bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kulturminister Hassan Nadhim. Nadhim sprach von der größten Restitution in der Geschichte des Landes. Vorausgegangen seien intensive Verhandlungen zwischen der US-Regierung und der irakischen Botschaft in Washington. Die meisten der Kunstschätze stammen aus der Zeit des antiken Mesopotamien vor 4000 Jahren. Vor allem seit dem Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein nach der US-Invasion 2003 wurden zahlreiche antike Stätten im Irak geplündert und Kunstschätze außer Landes geschafft.

Deutscher Musikwettbewerb ohne Publikum

Beim Deutschen Musikwettbewerb vom 6. bis 12. August in Freiburg nehmen mehr als 100 Solistinnen und Solisten sowie elf Ensembles teil. Sie präsentierten ihre Beiträge unter Corona-Schutz-Bestimmungen ohne Publikum, teilte der Deutsche Musikrat in Bonn mit. Die letzten beiden Wettbewerbsrunden werden ab dem 9. August im Stream zu sehen und zu hören sein. Die 25-köpfige Jury werde die Darbietungen vor Ort hören und bewerten, heißt es. Der Deutsche Musikwettbewerb (DMW) wurde 1975 für den professionellen musikalischen Nachwuchs ins Leben gerufen. Er wird in 39 Kategorien ausgetragen. Träger ist der Deutsche Musikrat (DMR), der eigenen Angaben zufolge die Interessen von 15 Millionen musizierenden Menschen in Deutschland vertritt.

Papst beruft Astronomin in Akademie

Die niederländische Astronomin Ewine van Dishoeck (66) ist neues ordentliches Mitglied der Päpstlichen Wissenschaftsakademie. Das gab der Vatikan bekannt. Die promovierte Chemikerin ist Professorin am Observatorium der Universität Leiden und wurde für ihre Forschungsarbeit national und international ausgezeichnet. Van Dishoeck ist die vierte Neubesetzung in der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften in wenigen Tagen. Zudem ist sie das dritte weibliche Neumitglied; die weite Mehrheit der 80 ordentlichen Mitglieder ist aber weiterhin männlich, der Frauenanteil liegt bei weniger als 20 Prozent. Die 1603 gegründete Päpstliche Akademie der Wissenschaften soll nach eigener Darstellung Fortschritte in Mathematik, Physik und Naturwissenschaften sowie das Studium der damit verbundenen erkenntnistheoretischen Probleme fördern. Derzeitiger Präsident ist der deutsche Agrarwissenschaftler Joachim von Braun.

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