Freistil, vom 02.08.2009

Von Regina Kusch und Andreas Beckmann

Vor gut 30 Jahren zogen die ersten HipHopper mit tief hängenden Hosen und Turnschuhen breakdancend durch die Straßen und Clubs von New York und erzählten in rhythmischen Reimen vom Leben in den schwarzen und hispanischen Ghettos. Rap nannten sie ihren Sprechgesang, der vielen Kritikern zunächst nur als eine weitere popkulturelle Mode erschien, die schnell vergehen würde.

Der Hiphop-Künstler und Sänger Snoop Dog (AP Archiv)
Der Hiphop-Künstler und Sänger Snoop Dog (AP Archiv)

Doch anders als der fast zeitgleich entstandene Punk hat sich der Rap als ebenso skandalträchtiges wie vitales Genre erhalten. Seine kommerziellen Protagonisten inszenieren sich als Gangsta-Rapper und scheffeln Millionen, manche betreiben eigene Platten- oder Modelabels und treten mit Frack und Fliege auf den Bällen zu Ehren des amerikanischen Präsidenten auf.

Gleichzeitig erfinden Millionen Jugendliche täglich neue Rap-Reime vom Leben in Armut und Ausgrenzung, längst nicht mehr nur in den Hinterhöfen amerikanischer Großstädte, sondern überall auf der Welt. Rap ist zum großen Geschäft der Konzerne wie zur universalen Ausdrucksform ethnischer und sozialer Minderheiten geworden. Während viele Hits offen rassistisch daher kommen, versuchen Pädagogen mit Rap-Contests Jugendliche gegen Rassismus zu aktivieren. Der Rap bietet jedem eine Plattform, der reimend die Welt preisen, beschimpfen oder verbessern will.