Montag, 16.07.2018
 

Interview | Beitrag vom 28.06.2018

Fußball-Filmfestivalleiter zum WM-Ende"Och nö" wäre der passende Filmtitel

Birger Schmidt im Gespräch mit Dieter Kassel

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Süle fasst sich enttäuscht an den Kopf, Gomez und Hummels sprechen mit ihm. (Christian Charisius / dpa)
Fußballer Süle fasst sich enttäuscht an den Kopf, Gomez und Hummels sprechen mit ihm. (Christian Charisius / dpa)

In der Geschichte des deutschen Fußballs habe es schon größere Tragödien gegeben als das Spiel gegen Südkorea, erinnert sich Birger Schmidt, Leiter des Berliner Fußball-Filmfestivals "11MM". Zur großen Erzählung tauge die jetzige Niederlage der Nationalelf nicht.

Die deutsche Niederlage gegen Südkorea bei der Fußball-WM hat viele Fans hart getroffen. Nicht so tragisch findet der Leiter des Berliner Fußball-Filmfestivals "11MM", Birger Schmidt, die Niederlage der Nationalmannschaft. Einem Film über das gestrige Spiel würde er den Namen "Och nö" geben, denn schon die ersten beiden Spiele der Nationalelf in Russland hätten für Irritationen gesorgt, sagte er im Deutschlandfunk Kultur. In der Geschichte des deutschen Fußballs habe es schon größere Tragödien gegeben. Schmidt erinnerte an legendäre Spiele, wie beispielsweise 1974 das "gruselige Spiel BRD gegen die DDR mit dem 0:1" oder 2006  das Halbfinale gegen Italien.

Mitleid mit den jungen Fans

Eine Geschichte werde aus so einem Spiel, je nachdem, ob sich eine Erfahrung weitergeben lasse. "Wer mir gestern wirklich leid tat, waren die jungen Zuschauer, die dann doch in Tränen ausgebrochen sind, weil das zum ersten Mal eine Weltmeisterschaft war", sagte Schmidt über sechs- oder siebenjährige Zuschauer. Sie hätten nicht fassen können, dass ihr Team so schnell ausscheidet. Dennoch sei das Spiel gestern zu schwach gewesen, um nachher wirklich eine "große Geschichte" erzählen zu können. "Es gab ja gestern keine Helden und es gab keine tragischen Momente." Filmisch oder literarisch nutzbar sei  nur der Schluss gewesen, als die Südkoreaner noch zwei Tore schossen.        

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