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Interview / Archiv | Beitrag vom 15.06.2020

Funktionskleidung für OrchestermusikerGründerin bietet leichte Fracks für Hochleister

Christine Barth-Darkow im Gespräch mit Dieter Kassel

Der Cellist Tobias Tauber von den Bamberger Symphonikern trägt einen Frack aus Funktionsstoff der Zirndorfer Firma Woolwind. Unter den Achseln ist Meshgewebe eingearbeitet, das für zusätzliche Belüftung sorgt.  (picture alliance dpa / Hans-Martin Issler )
Cellist Tobias Tauber von den Bamberger Symphonikern trägt einen Frack, den Christine Barth-Darkow eigens für Musiker entwickelt hat. (picture alliance dpa / Hans-Martin Issler )

Orchestermusiker kommen bei der Arbeit mitunter ebenso ins Schwitzen wie Profisportler. Christine Barth-Darkow, zuvor bei Adidas tätig, hat sich dieser Berufsgruppe angenommen. Ihre Firma bietet Funktionsbekleidung für Musiker, die bühnenreif ist.

Es fing an mit einer Weiterbildung, als sie noch bei Adidas arbeitete, berichtet Christine Barth-Darkow, deren Firma Woolwind Funktionskleidung für Musiker anbietet. "Das Gute ist, dass Sie es eben nicht sehen, aber die Musiker fühlen es – und das ist das Wichtigste", sagt Barth-Darkow über den Eindruck beim Publikum einerseits und den Profis auf der Bühne andererseits. 

Idee vom Symphoniker-Intendanten

Die Idee zur Entwicklung dieser Spezial-Kleidung für Musiker sei ihr gekommen, als sie im Rahmen der besagten Weiterbildung bei den Bamberger Symphoniker hospitiert habe. Intendant Marcus Rudolf Axt habe gefragt, ob man nicht einen funktionalen, innovativen Frack entwickeln wolle, da Musiker arbeiteten und ackerten wie Hochleistungssportler, sich aber in Fracks von der Stange zwängen müssten. Die Musiker bräuchten Kleidung, in denen man sich besser bewegen könne und nicht so viel schwitze.

Die Frage habe sie, die lange innovative Produkte für Hochleistungssportler entwickelt habe, wahnsinnig fasziniert und nicht mehr losgelassen, sagt Barth-Darkow. "Vielleicht sollte man sich dem intensiver widmen", habe sie sich gesagt. 

Das Hauptproblem ist das Schwitzen

"Wir haben uns überlegt, was können wir an dem Frack verbessern, dass es funktional wird." Dazu habe man sich mit den Musiker zusammengesetzt und erarbeitet, was am schlimmsten in einem Frack ist. "Das Hauptproblem ist natürlich das Schwitzen", hat die langjährige Produktentwicklerin herausgefunden. Dafür habe sie eine Technologie gefunden, die den Schweiß schneller nach außen transportiert als traditionelle Frackstoffe, berichtet die Erfinderin und Gründerin. 

Ein weiteres Problem seien die vielen Lagen, die ein Orchestermusiker trägt. Ihre Firma biete nun Kurzarmhemden und Manschetten an den Ärmelenden des Fracks. Das Publikum bemerke diese Attrappe aber nicht, sagt Bart-Darkow. 

Die Rückmeldungen seien positiv, berichtet Barth-Darkow. Jeder empfinde zwar anders und schwitze auch anders, so die Unternehmerin: "Aber die Mehrzahl der Musiker war superbegeistert, vor allem, dass man sich mal der Thematik annimmt."

(mfu)

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