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Länderreport | Beitrag vom 09.07.2019

Fünf Jahre in DeutschlandGeflüchtete Jugendliche erzählen

Von Nora Bauer

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Eine Kreuzung in Berlin (unsplash / Flo Karr)
Häuser, Bräuche, Sprache: In Deutschland war plötzlich alles anders für die geflüchteten Kinder. (unsplash / Flo Karr)

Als Hajjo, Iman und Assad aus dem Irak nach Deutschland kamen, hatten sie noch nie Hochhäuser oder einen Spielplatz gesehen. Jetzt, fünf Jahre später, berichten sie, wie es ihnen hier ergangen ist, von Hoffnung, Heimweh und Rasissmus im Supermarkt.

Die drei Jungen sind zwischen 13 und 16 Jahre alt. Seit fünf Jahren leben Hajjo, Iman und Asaad mit ihrer kurdisch-jesidischen Familie aus Ninive im Irak in Deutschland. Sie erzählen über ihre Erfahrungen im Alltag mit den Deutschen.

Der Vater ist noch durch die Türkei, dann in einem Schlauchboot über das Mittelmeer nach Griechenland und von dort nach Deutschland gekommen. Das war im Frühjahr 2007. Als ranghohes Mitglied von Saddam Husseins Armee war er nach dem amerikanischen Angriffskrieg gegen den Irak seines Lebens nicht mehr sicher. In dem Land herrschten während der anschließenden Besetzung bürgerkriegsähnliche Zustände mit Terroranschlägen, denen Zehntausende Zivilisten zum Opfer fielen.

Die Familie durfte nachkommen

Die Lage verschärfte sich noch, als der Islamische Staat, als Folge des Machtvakuums nach dem Sturz Saddams, im Irak expandierte. Der Vater, wie seine Frau und seine drei Kinder, ist Kurde und gehört der jesidischen Glaubensgemeinschaft an. Er erhielt in Deutschland Asyl. Die Familie durfte im Rahmen der Familienzusammenführung ein paar Jahre später nachkommen und lebt seither in Köln.

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