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Studio 9 | Beitrag vom 24.01.2020

Fünf Gründe für Gewerkschaften Allein machen sie dich ein!

Von Ludger Fittkau

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Demonstration von streikenden Mitarbeitern aus Trier und Brandenburg in Berlin für die Anerkennung der IG Metall Tarifverträge. (imago/ F.Boillot )
Gemeinsam streiken funktioniert einfach besser. (imago/ F.Boillot )

Viele fragen sich heute: Brauchen wir Gewerkschaften noch oder können die weg? Ludger Fittkau nennt fünf Gründe für eine soziale Gegenmacht aus den Belegschaften - und warum wir auf Ton, Steine, Scherben hören sollten.

Erstens:
"Allein machen sie dich ein, schmeißen sie dich raus, lachen sie dich aus. Und wenn du was dagegen machst, sperr'n se dich in den nächsten Knast." Das wussten schon "Ton, Steine, Scherben". Und sie waren bekanntlich nicht die ersten, die das kapiert hatten.

Zweitens:
Weil im digitalen Kapitalismus viele neue Unternehmen entstehen, deren Management soziale Gegenmacht aus den Belegschaften braucht. Wird diese Gegenmacht nicht aufgebaut, könnte auch die "schöne, neue Netzwelt" so etwas ziemlich uncooles wie Bildschirm-Arbeitssklavinnen oder Sklaven hervorbringen.

Drittens:
Weil eine Gewerkschaft schon seit sieben Jahren immer wieder dafür streikt, dass auch Amazon hierzulande endlich Tarifverträge akzeptiert. Und Tarifverträge sind ein Erfolgsmodell eines gebändigten Kapitalismus, sie tragen nicht wenig zum sozialen Frieden bei. 

Viertens:
Weil Gewerkschaften, um in Zeiten der Globalisierung erfolgreich zu sein, immer auch über den nationalen Tellerrand hinausgucken müssen. Internationale Solidarität klingt vielleicht antiquiert- ist sie aber nicht.

Fünftens:
Um zu verhindern, dass im Streiklokal zu viele alte Arbeiterlieder gesungen werden. Und wenn schon, dann so, wie Billy Bragg sie interpretiert. Oder Ton, Steine Scherben. Vorwärts, und nicht vergessen: Allein machen Sie Dich ein …

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