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Donnerstag, 09.04.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 14. Februar 2020

Berliner Galerie zeigt angebliches Banksy-Gesicht

Eine Berliner Galerie stellt ein Gemälde aus, das den mysteriösen Streetart-Künstler Banksy zeigen soll. Die hyperrealistische Darstellung seines britischen Kollegen JPS (Jamie Paul Scanlon) wolle das Geheimnis um Banksys Aussehen offenbaren, teilte die Galerie Kultur-Späti mit. Das Werk "The Emperors New Clothes" (Des Kaisers neue Kleider) zeigt einen Mann mit Brille und dunklem Haar, der nackt auf einem Bürgersteig mit einem Spraydose und einer Künstlermappe läuft. Pünktlich zum Valentinstag hatte Banksy seiner Heimatstadt Bristol ein neues Werk geschenkt: Auf seinem Instagram-Account und seiner Website bekannte er sich in der Nacht zu Freitag zu einem Kunstwerk auf einer grauen Hauswand. Zu sehen ist ein Mädchen, das mit einer Steinschleuder in der Hand auf einen riesigen Klecks roter Rosen zielt.

Thea Dorn moderiert "Literarisches Quartett" alleine

Die Schriftstellerin Thea Dorn ist künftig alleinige Gastgeberin der ZDF-Literatursendung "Das Literarische Quartett". Das teilte der Mainzer Sender mit. Mit drei wechselnden Gästen debattiert sie künftig sechs Mal pro Jahr über vier Neuerscheinungen auf dem deutschsprachigen Buchmarkt. Dorn wird damit die einzige feste Größe in dem TV-Klassiker bleiben. Zum Debüt in ihrer neuen Rolle hat sie am 6. März die Radiojournalistin Marion Brasch, die österreichische Bestsellerautorin Vea Kaiser und den Publizisten Jakob Augstein eingeladen. Die Sendung wird weiterhin im Berliner Ensemble aufgezeichnet.

César-Akademie will über ihre Zukunft diskutieren

Nach dem Rücktritt ihres kompletten Vorstandes hat die französische Cesar-Akademie eine Diskussion über ihre "Modernisierung" angekündigt. Die Akademie war unter Beschuss geraten, weil sie das Drama "Intrige" des mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierten Filmemachers Polanski in zwölf Kategorien nominiert hatte - unter anderem als bester Film und für die beste Regie. Kurz vor dem Filmstart im November hatte ein früheres Model Polanski vorgeworfen, sie 1975 vergewaltigt zu haben, was der Regisseur bestreitet. Nach der Preisverleihung am 28. Februar soll ein neuer Vorstand gewählt werden und die angekündigte Diskussion um die Zukunft der Akademie beginnen.

Türkisches Gericht spricht Autorin Asli Erdogan frei

Ein Gericht in Istanbul hat die türkische Schriftstellerin und Physikerin Asli Erdogan vom Vorwurf des "Terrorismus" freigesprochen. Die Richter befanden die in Deutschland lebende Autorin nicht schuldig und ordneten die Einstellung des Verfahrens an. Asli Erdogan hatte Kolumnen für die pro-kurdische Zeitung "Özgür Gündem" geschrieben. Nach dem Putschversuch gegen Präsident Erdogan im Juli 2016 wurde die Redaktion geschlossen, Asli Erdogan und mehrere Kollegen wurden verhaftet. Nach ihrer Freilassung ging sie nach Deutschland. 2017 nahm sie in Osnabrück den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis entgegen.

Studie kritisiert Behandlung von Roma in Schulbüchern

Die Darstellung von Roma in Schulbüchern und Lehrplänen von 21 europäischen Ländern und des Kosovo ist einer Studie zufolge ungenügend. Die ethnische Minderheit komme nur in den Angaben zur Bevölkerung und zum Völkermord im Zweiten Weltkrieg vor, heißt es in der in Braunschweig veröffentlichten Untersuchung. Sehr wenige Schulbücher gingen auch auf die aktuelle Situation der Roma ein, so die Studie. Sie wurde vom Europarat, dem Roma-Education Fund und dem Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig vorgelegt. Die Autoren appellierten an die Mitgliedstaaten des Europarates, sich für eine umfangreichere und differenziertere Darstellung der Roma einzusetzen.

Erster "Harry Potter"-Band auf Jiddisch erschienen

Der erste Harry-Potter-Band ist auf Jiddisch erschienen. Unter dem Titel "Harry Potter un der Filosofisher Shteyn" kam der erste Band ("Der Stein der Weisen") von Joanne K. Rowling in Schweden heraus, berichtet die "Jüdische Allgemeine". Die Erstausgabe im englischen Original erschien 1997. Wie die Zeitung berichtet, wurde das Buch von Arun Schaechter Viswanath, einem indisch-amerikanischen orthodoxen Juden, ins Jiddische übertragen. Die insgesamt acht Bände über den Zauberschüler Harry Potter wurden bisher in mehr als 80 Sprachen übersetzt.

Babelsberger Filmpark bekommt neuen Kostümfundus

In Potsdam wird der Filmpark Babelsberg seinen Kostümfundus bald in einem neuen Depot unterbringen können. Am Freitag wurde das Richtfest für das neue Gebäude gefeiert. Anfang 2021 sollen dort eine halbe Million Kostüme, Uniformen und Accessoires aus mehr als 100 Jahren Filmgeschichte untergebracht werden. Bei der Grundsteinlegung im Sommer hatte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) von einem Signal für den Filmstandort Potsdam-Babelsberg gesprochen. Es sei eines der Projekte, mit dem sich die Landeshauptstadt um den Titel einer Unesco-Filmstadt bewerbe.

Mehr Aufmerksamkeit für zwei NS-Opfergruppen

NS-Opfer, die von den Nationalsozialisten als "Asoziale" und "Berufsverbrecher" verfolgt wurden, sollen stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Dieses Ziel verfolgt ein gemeinsamer Antrag von CDU/CSU und SPD, den der Bundestag am Donnerstag mit großer Mehrheit angenommen hat. Damit wird diesen beiden Opfergruppen auch ausdrücklich ein Anspruch auf finanzielle Entschädigung eingeräumt. Obdachlose, Bettler und Prostituierte waren vom NS-Regime als "Asoziale" stigmatisiert, inhaftiert und ermordet worden. Viele Kleinkriminelle wurden als vermeintliche Berufsverbrecher nach Verbüßung ihrer Haftstrafe in Konzentrationslager deportiert. Der Koalitionsantrag, der auch von FDP, Linken und Grünen unterstützt wurde, fordert die Bundesregierung auf, das Schicksal der Betroffenen weiter erforschen zu lassen. Zudem soll eine Ausstellung zu dem Thema in Auftrag gegeben werden, die deutschlandweit an verschiedenen Orten gezeigt wird.

Solidarität mit iranischem Regisseur Rasoulof

Die Hamburger Kulturbehörde hat gemeinsam mit dem Filmfest und der Filmförderung die Ausreise des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof gefordert. Noch immer dürfe der im vergangen Jahr in seinem Heimatland verurteilte Filmemacher den Iran nicht verlassen, kritisierte Kultursenator Carsten Brosda. Seit 2012 hat Rasoulof seinen Wohnsitz in Hamburg. Beim Teheraner Filmfestival im September 2017 hatten iranische Behörden Rasoulofs Pass einbehalten. Sein neuester Film "Es gibt kein Böses" wurde von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein unterstützt und läuft im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale. Ob Rasoulof bei der Weltpremiere anwesend sein wird, ist jedoch zweifelhaft.

Lehmbruck-Preis 2020 für kanadisches Künstlerpaar

Das Künstlerpaar Janet Cardiff und George Bures Miller erhält den Wilhelm-Lehmbruck-Preis 2020 der Stadt Duisburg und des Landschaftsverbandes Rheinland. Die aus Kanada stammenden Künstler würden für ihr Lebenswerk geehrt, erklärte das Lehmbruck-Museum in Duisburg. Das Paar arbeitet nicht nur für Museen. Es gestaltet Hörspaziergänge und berührt in seiner Arbeit Gattungen wie Theater, Kino, Musik, Klangkunst und Hörspiel. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis ist nach dem in Duisburg geborenen Bildhauer Wilhelm Lehmbruck benannt. 2017 wurde Rebecca Horn ausgezeichnet, andere Preisträger waren Joseph Beuys und Eduardo Chillida.

Weinstein-Anwältin macht Druck auf Jury

Im Vergewaltigungsprozess gegen Harvey Weinstein hat die Chefanwältin des ehemaligen Hollywood-Moguls die Vorwürfe gegen ihren Mandanten scharf zurückgewiesen. Verteidigerin Donna Rotunno betonte in ihrem Plädoyer vor dem Obersten Gericht in New York, die Darstellung der Anklage, die mutmaßlichen Opfer trügen keine Verantwortung, wenn sie mit Weinstein auf ein Hotelzimmer gegangen seien oder sich von ihm hatten Flüge buchen lassen, sei nicht schlüssig. Im Prozessverlauf ist nun die Anklage mit ihrem Plädoyer an der Reihe. Ab nächster Woche sollen sich die zwölf Geschworenen dann auf unbestimmte Zeit zu Beratungen zurückziehen, um über Schuld oder Unschuld Weinsteins zu entscheiden.

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