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Kulturnachrichten

Dienstag, 26. Februar 2019

Früherer Talk-Talk-Frontman Mark Hollis gestorben

Sänger von Hits wie "It's My Life" und "Such a Shame" wurde 64 Jahre alt

Der Sänger der früheren britischen New-Wave-Band Talk Talk, Mark Hollis, ist tot. Der Frontman der mit Hits wie "It's My Life" und "Such a Shame" bekannt gewordenen Band sei im Alter von 64 Jahren gestorben, schrieb der frühere Talk-Talk-Bassist Paul Webb auf Facebook. "Er war ein musikalisches Genie und es war eine Ehre und ein Privileg, mit ihm in einer Band gewesen zu sein." Angaben zur Todesursache machte Webb nicht. Hollis' Management war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Talk Talk war 1981 in London gegründet worden und hatte mit seiner Synth-Pop-Musik europaweit großen Erfolg. Mit dem 1986 erschienenen Album "The Colour of Spring" wandten sich die Musiker mehr der Improvisation zu und wurden damit zu Pionieren des Post-Rock. 1991 löste sich die Band auf.

"The New York Review of Books" mit Doppelspitze

Das renommierte US-Kulturmagazin war monatelang ohne Führung

Nach rund einem halben Jahr ohne Chefredakteur hat die US Kulturzeitschrift "The New York Review of Books" künftig wieder eine Führung, berichtet die NewYork Times in ihrer Onlineausgabe. Rea Hederman, der Herausgeber der zweiwöchentlich erscheinenden Magazins über Literatur, Kultur und Politik, gab bekannt, dass Emily Greenhouse (32) und Gabriel Winslow-Yost (33) als Mitherausgeber und Daniel Mendelsohn als Redakteur künftig die Verantwortung für das Blatt haben werden. Wegen eines kontrovers diskutierten Aufsatzes in der #Metoo Debatte hatte der vorherige Chefredakteur, Ian Buruma, das Magazin im September 2018 verlassen. "The New York Review of Books" gehört zu den renommiertesten Zeitschriften innerhalb der englischsprachigen Medienlandschaft.

309 Restaurants mit Michelin-Sternen

Häuser mit einem Stern boomen

Immer mehr Restaurants in Deutschland können sich mit Sternen des Guide Michelin schmücken. In der neuen Ausgabe des Hotel- und Restaurantführers werden 309 Gourmet-Restaurants aufgeführt, neun mehr als im Vorjahr. Dabei boomen die Häuser mit einem Stern. Bei den beiden noch höheren Kategorien gibt es je ein Restaurant weniger. Hochburgen für Gourmets sind Millionenstädte wie Berlin, Hamburg und München.

Früherer Direktor der lettischen Nationaloper gestorben

Andrejs Zagars führte das Opernhaus von 1996 bis 2013

Der lettische Schauspieler, Regisseur und Operndirektor Andrejs Zagars ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Das teilte die Lettische Nationaloper in Riga mit. Zagars führte das Opernhaus von 1996 bis 2013. Vorher war er als Schauspieler am Theater und in Filmen tätig gewesen. Unter seiner Leitung machten an der Nationaloper heutige Weltstars wie etwa die Sängerinnen Elina Garanca und Kristine Opolais oder der Leipziger Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons ihre ersten Schritte.

Russischer Chor sorgt mit Lied für Empörung

Lied stammt aus den Zeiten des Kalten Kriegs

Ein russischer Chor hat bei einem Auftritt in St. Petersburg mit einem Lied aus Sowjetzeiten für Empörung gesorgt. In dem Song heißt es unter anderem "Petrow, ziele auf Washington". Der Chor sang das Stück in einer Kathedrale als Zugabe nach einem Konzert. Die Kathedrale beschwerte sich, dass das Programm nicht abgesprochen gewesen und das Lied unangemessen sei. Man neige aber nicht dazu, die Situation zu politisieren. Der Auftritt am vergangenen Samstag folgte wenige Tage nach der Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin an die Nation. Darin warnte er die USA, sein Land habe für jede Bedrohung die passende Antwort parat.

Sara Danius verlässt Schwedische Akademie

Übereinkunft mit Vorsitzender des Vergabekomitees des Literaturnobelpreises

Sara Danius, die umstrittene Vorsitzende des Vergabekomitees des Literaturnobelpreises, verlässt endgültig die Schwedische Akademie. Man habe entschieden, den Vorsitz vorzeitig zu beenden, teilte die Akademie in Stockholm mit. Beide Seiten hätten eine angemessene Übereinkunft getroffen. Danius werde für ihre Impulse zu neuen Denkweisen und ihre starke persönliche Präsenz in Erinnerung bleiben. Die 56-Jährige hatte ihre Arbeit als Ständige Sekretärin des Gremiums im Zuge des Belästigungs- und Korruptionsskandals bei der Akademie im April 2018 niedergelegt. Offiziell war sie aber weiter Akademie-Mitglied, da deren Statuten bislang keinen Austritt vorsahen.

Kulturminister beraten Position zu Kolonial-Objekten

Erste Bund-Länder-Konferenz im März

Die Kulturminister von Bund und Ländern wollen eine gemeinsame Position zur Restitution von Kolonialobjekten in den Museen erreichen. Mit einem entsprechenden Papier soll die weitere Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Deutschlands beschrieben werden. Die Ressortchefs von Bund und Ländern kommen erstmals am 13. März in Berlin zusammen. Ihre Beschlüsse sollen als Positionen der Kultusministerkonferenz gewertet werden. Erster Vorsitzender der Kulturministerkonferenz ist Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda von der SPD.
Auf der ersten Sitzung soll es auch um den Umgang mit NS-Raubkunst und die Abstimmung von Förderprogrammen zwischen Bund und Ländern gehen.

Grimme-Institut gibt Preisträger 2019 bekannt

Auszeichnung geht auch an drei deutsche TV-Serien

In diesem Jahr vergibt das Grimme-Institut seinen Fernsehpreis in den vier Kategorien Fiktion, Unterhaltung, Information und Kultur sowie Kinder und Jugend. Im Fiktionswettbewerb zeichnet die Jury drei deutsche TV-Serien aus: neben "Bad Banks" (ZDF) und "Hackerville" (TNT Serie) erhält zum ersten Mal der Streamingdienst Amazon Prime Video für "Beat" den Preis. In derselben Kategorie werden die ARD-Komödie "Familie Lotzmann auf den Barrikaden" und der Berliner "Tatort: Meta" ausgezeichnet. In der Kategorie Unterhaltung erhält der Satiriker Jan Böhmermann seinen fünften Grimme-Preis. Die undotierte Auszeichnung gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis. Er wird am 5. April im Theater Marl zum 55. Mal vergeben.

Ingrid Noll lobt Merkels Flüchtlingspolitik

Autorin musste 1949 aus China fliehen

Die Schriftstellerin und Krimi-Autorin Ingrid Noll hat die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel gelobt. Vor allem die Öffnung der Grenzen im September 2015 sei richtig gewesen, sagte die 83-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Weinheim. "Den vielen Menschen ohne Perspektive musste einfach geholfen werden - das war völlig in Ordnung." Die Kanzlerin sei sachlich und nicht eitel wie die vielen "Gockel" in der Politik, meinte Noll. Bei den Flüchtlingen gebe es solche mit furchtbar traurigem Schicksal, andere benähmen sich nicht angemessen. Sie hätte sich denjenigen genau angesehen, den sie aufgenommen hätte. Vor 70 Jahren musste Ingrid Noll mit ihrer Familie aus China fliehen.

Neuer Klickrekord für Superhit "Despacito"

Puertoricaner Luis Fonsi knackt 6-Milliarden-Marke bei YouTube

Der puerto-ricanische Popstar Luis Fonsi hat mit seinem Superhit "Despacito ft. Daddy Yankee" einen Rekord bei YouTube geknackt. Das Video, das schon seit einiger Zeit der erfolgreichste Clip auf der Plattform ist, verzeichnet jetzt mehr als sechs Milliarden Abrufe. "Despacito" ist seit seiner Veröffentlichung vor zwei Jahren ein Welt-Erfolg. Auch in Deutschland wurde er 2017 zum Sommerhit. Laut YouTube wurde das Video zu Spitzenzeiten bis zu 25,7 Millionen Mal täglich geklickt. Aktuell seien es immer noch durchschnittlich 2,8 Millionen Abrufe pro Tag.

Residenz von Kaiser Nero wieder in Rom zu sehen

Ausgrabungsstätte wurde sieben Jahre restauriert

Die erste Residenz des römischen Kaisers Nero, die Domus Transitoria, soll nach fast sieben Jahren Restaurierungsarbeiten am 11. April wiedereröffnet werden. Das kündigte die Direktorin des Archäologischen Parks des Kolosseums, Alfonsina Russo, in der römischen Tageszeitung "Il Messaggero" an. Die zwischen 60 und 64 nach Christus errichtete Luxusresidenz des Kaisers im Herzen des Palatin-Hügels geriet lange in Vergessenheit, da Nero nach dem Brand Roms eine neue Residenz, die Domus Aurea, bauen ließ. Ab Mitte März soll es möglich sein, Palatin, Forum Romanum und die Domus Transitoria mit einem Ticket zu besichtigen.

R. Kelly hinterlegt Kaution für Freilassung

R. Kelly plädiert auf nicht schuldig

Der Sänger R. Kelly hat eine Kaution in Höhe von 100.000 Dollar für seine Freilassung aus der Haft hinterlegt. Eine Sprecherin des Sheriffbüros von Cook County, Sophia Ansari, sagte am Montag, dass Kelly die Kaution abgegeben habe, nachdem er das Wochenende im Gefängnis in Chicago verbracht hatte. Kelly sollte den Angaben zufolge in Kürze freigelassen werden. Bei einer Anhörung am Montag hatte Kellys Anwalt für den Sänger bei allen zehn Anklagepunkten des schweren sexuellen Missbrauchs auf nicht schuldig plädiert. Die Staatsanwaltschaft legt Kelly zur Last, er habe vier Frauen sexuell missbraucht, darunter drei, die zu dem Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat minderjährig gewesen seien. Kelly bestreitet ein Fehlverhalten.

ESC: Maruv wird nicht für die Ukraine auftreten

Noch unklar, wer nun an ihrer Stelle zum ESC nach Israel fährt

Nach heftiger Kritik an ihren Auftritten in Russland sagt Sängerin Maruv ihre Teilnahme am Eurovision Song Contest (ESC) für die Ukraine ab. "Ich bin Musikerin und kein Schläger in der politischen Arena", schrieb die 27-Jährige am Montagabend bei Facebook. Die ukrainische Fernsehanstalt "UA:Perschyj" teilte mit, es habe keine Einigung mit der Sängerin gegeben. Sie wäre bei einer Teilnahme auch "kulturelle Botschafterin" der Ukraine und nicht nur ihrer eigenen Musik gewesen. Maruv stammt aus der russisch geprägten Ostukraine und heißt mit bürgerlichem Namen Anna Korsun. Die Sängerin hatte sich am Samstag gegen fünf Konkurrenten mit dem auf Englisch und Deutsch gesungenen "Siren Song" (Sirenenlied) durchgesetzt. Kritik gab es danach vom für Kultur zuständigen Vizeregierungschef Wjatscheslaw Kirilenko und verschiedenen Parlamentsabgeordneten. Sie hielten der Sängerin vergangene und geplante Auftritte im Nachbarland Russland vor. Wer nun an ihrer Stelle zum ESC nach Israel fährt, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Bundesverfassungsrichter a.D. Böckenförde gestorben

Seine Rechtsauslegung "fester Bestand unserer Rechtsordnung"

Der frühere Bundesverfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 88 Jahren, wie sein Sohn im Namen der Familie am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe mitteilte. Böckenförde gehörte von 1983 bis 1996 dem Zweiten Senat des Gerichts an. Dort war er vor allem für das Asyl- sowie für das Finanzverfassungs- und Haushaltsrecht zuständig. Mit Böckenförde "verliert unser Land einen seiner profiliertesten Staatsrechtler und einen bedeutenden Intellektuellen", hieß es in einer Mitteilung von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. "Er prägte in demokratietheoretischen, rechtsgeschichtlichen und rechtsphilosophischen Fragen gesellschaftliche und kirchliche Debatten." Seine Rechtsauslegung sei "fester Bestand unserer Rechtsordnung". Nach seiner Habilitation hatte der Rechtswissenschaftler an den Universitäten Heidelberg, Bielefeld und Freiburg gelehrt. Er wurde unter anderem mit dem Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken ausgezeichnet.

Oper Halle: Weiter Streit um Florian Lutz

BURG hat kein Verständnis für Nicht-Verlängerung der Intendanz

Das Rektorat der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle hat kein Verständnis für die Entscheidung des Aufsichtsrats der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle (TOOH) gegen die Verlängerung der Intendanz von Florian Lutz an der Oper Halle. "Wir werten diese Entscheidung als herben Verlust für die Kulturstadt Halle und auch die gesamte Kulturlandschaft Sachsen-Anhalts", hieß es in einer Pressemitteilung. Man wundere sich, dass es nicht möglich gewesen sei, einen konstruktiven Kompromiss zu finden, der darin hätte bestehen können, die künstlerischen und geschäftsführenden Bereiche konsequenter zu trennen. Das Rektorat hatte sich im Vorfeld der Entscheidung gegenüber dem Aufsichtsrat für die Verlängerung der Intendanzen von Matthias Brenner, Künstlerischer Direktor des Neuen Theaters, und Florian Lutz eingesetzt. Die BURG schloss erst im August 2018 eine Kooperationsvereinbarung mit der Oper Halle.

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