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Kulturnachrichten

Freitag, 25. September 2015

Frühe Zeichen für drohende Mehrkosten

Aussagen vor dem Untersuchungsausschuss der Staatsoper

Schon früh vor Beginn der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden haben sich nach Aussagen eines Beteiligten Zeitverzögerungen und hohe Mehrkosten abgezeichnet. "Die Alarmglocken haben bei uns immer wieder geläutet", sagte der Technische Direktor der Staatsoper, Hans Hoffmann, heute im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses zum Bauskandal an der Lindenoper. Allerdings habe ihn die Senatsbauverwaltung weder an wichtigen Entscheidungen noch an Beratungen über Kosten und Termine beteiligt. Auch der ehemalige Generaldirektor der Stiftung Oper in Berlin, Michael Schindhelm, sprach von großen Hindernissen und dem "dramatisch" schlechten Bauzustand der Staatsoper im Vorfeld der Sanierung. Wegen Planungspannen, Schwierigkeiten mit dem morastigen Grund und der maroden Bausubstanz sind die ursprünglichen Kosten von 239 auf inzwischen mehr als 400 Millionen Euro gestiegen. Die Wiedereröffnung verschob sich auf Herbst 2017.

Frankreich und Niederlande streiten um Gemälde

Kunst-Zwist um zwei Rembrandt-Bilder hört nicht auf

Der Streit zwischen den Niederlanden und Frankreich wegen zwei Rembrandt-Gemälden geht weiter. Die niederländische Kulturministerin Bussemaker sagte im niederländischen Fernsehen, sie gehe fest davon aus, dass die Bilder an die Niederlande verkauft würden. Bussemaker erklärte, die Rothschilds wollten, dass die Gemälde an das Amsterdamer Rijksmuseum gingen. Ursprünglich hätten die beiden Porträts in einem niederländisch-französischen Deal erworben werden sollen. Dabei sollten der Louvre und das Rijksmuseum die Kaufsumme jeweils zur Hälfte übernehmen. Anfang der Woche gaben die niederländische Regierung und das Amsterdamer Museum jedoch bekannt, dass sie beide Werke kaufen wollen. Der Alleingang der Niederlande stieß in Frankreich auf heftige Kritik. Rembrandt malte die sogenannten Hochzeitsporträts 1634 lebensgroß. Die Familie Rothschild als Eigentümer bietet die Bilder nun für 160 Millionen Euro zum Kauf an.

Erstes Grabfeld für Hindus in Deutschland

Anlage des Grabfeldes in Hamm stößt europaweit auf Interesse von Experten

Auf einem Friedhof in Hamm wird ein Grabfeld für Hindus eingerichtet. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um den deutschlandweit ersten Bestattungsort der Religionsgemeinschaft. Das Grabfeld hat eine Fläche von rund 1.900 Quadratmetern und bietet Platz für Urnengräber sowie Gräber für Erdbestattungen, die für hinduistische Geistliche und Säuglinge bereitgehalten werden, die traditionell nicht verbrannt, sondern beerdigt werden. Der Wunsch einer Hindugemeinde nach einem eigenen Grabfeld auf einem traditionellen Friedhof sei "überaus bemerkenswert", teilte die Stadt am Freitag mit. Denn die Trauerrituale der Hindus schlössen in ihren Heimatländern meist mit der öffentlichen Verbrennung des Leichnams ab, die Asche werde in den nächsten Fluss gestreut. Die Anlage des Grabfeldes stoße europaweit auf das Interesse von Experten.

Tarifkonflikt beim Berliner Staatsballett geht weiter

Tänzer verlangen Haustarifvertrag

Der monatelange Streit um einen Tarifvertrag beim Staatsballett Berlin geht trotz einer ersten Einigung weiter. "Die Tänzerinnen und Tänzer bleiben dabei - sie verlangen einen Haustarifvertrag mit der Gewerkschaft", erklärte die Gewerkschaft Verdi. Verdie vertritt eigenen Angaben zufolge mehr als 90 Prozent der Tänzer. Auch ein weiterer Streik werde in Erwägung gezogen. Die Leitung des Staatsballetts lehnt dagegen Verhandlungen mit Verdi grundsätzlich ab. Sie hatte stattdessen vor wenigen Tagen mit zwei kleineren Künstlergewerkschaften (GDBVA und VJO) einen Tarifvertrag ausgehandelt, der zum 1. Oktober in Kraft treten soll. Diese beiden Gewerkschaften seien die bestehenden Tarifpartner beim sogenannten Normalvertrag Bühne, sagte ein Sprecher der Arbeitgeberseite. Mit Blick auf die Tarifeinheit wolle man eine Zersplitterung vermeiden.

Achenbach muss erneut Schadensersatz zahlen

Bei einem weiteren Prozess ist der Kunstberater erneut verurteilt worden

Der inhaftierte Kunstberater Helge Achenbach ist erneut zu einem Millionen-Schadensersatz verurteilt worden. Der 63-Jährige muss dem Unternehmer Bernd Viehof rund 1,2 Millionen Euro wegen überhöhter Rechnungen und nicht abgesprochener Provisionen bei Kunstverkäufen zahlen. Das entschied das Landgericht Düsseldorf in einem Zivilverfahren. Der Kunstberater hatte seinem Geschäftspartner Viehof 58 Papierarbeiten und sieben Ölgemälde von Georg Baselitz sowie eine Skulptur von Tony Cragg verkauft. Außerdem muss Achenbach Viehof ein Darlehen in Höhe von 1,75 Millionen Euro zurückzahlen. Achenbach war zusammen mit Viehof Mitgesellschafter der renommierten Kunstsammlung "Rheingold".

Wird Hartwig Fischer Direktor des British Museum?

Vor offizieller Bekanntgabe berichtet britische "Times" über möglichen Direktorenwechsel

Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Hartwig Fischer, wird einem Zeitungsbericht zufolge neuer Direktor des British Museum in London. Es wäre das erste Mal seit fast 200 Jahren, dass ein Ausländer die weltberühmte Sammlung mit rund 6,7 Millionen Besuchern pro Jahr leitet. Der britischen "Times" zufolge soll der 53 Jahre alte Deutsche Nachfolger von Neil MacGregor werden, der seinerseits Gründungsintendant des Humboldtforums im rekonstruierten Berliner Stadtschloss wird. Die Zeitung bezog sich unter anderem auf Quellen in der britischen Regierung. Die Bekanntmachung der Personalie stehe unmittelbar bevor.

Medienpreis "Leopold" vergeben

Sechs Musikproduktionen für Kinder ausgezeichnet

Der Verband deutscher Musikschulen hat zusammen mit dem Bundesjugendministerium den Kindermedienpreis "Leopold" verliehen. Sechs Produktionen erhielten die Auszeichnung und ein Gütesiegel für besonders "Gute Musik für Kinder", wie der Verband in Köln mitteilte. Zu den Preisträgern zählen das Hörstück "Reineke Fuchs" (CMO Music), die musikalische Erzählung "Jonny Flughase" (Edition See-Igel) und das Orchesterhörspiel "Das kalte Herz" (Headroom Verlag). Eine Expertenjury hatte aus 200 Bewerbungen 19 Musiktonträger für die Empfehlungsliste ausgewählt. Der Medienpreis "Leopold" wird seit 1997 alle zwei Jahre vom Verband deutscher Musikschulen in Zusammenarbeit mit dem Bundesjugendministerium vergeben.

Vitra Design Museum zeigt Bauhaus-Ausstellung

"Alles ist Design"

Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein stellt den Kunststil des Bauhauses in den Mittelpunkt seiner neuen Ausstellung. Die Schau präsentiere erstmals eine umfangreiche Übersicht des Designs am Bauhaus, teilte das Museum in Südbaden am Freitag mit. Sie umfasse eine Vielzahl seltener und teilweise noch nie gezeigter Exponate aus Design, Architektur, Kunst, Film und Fotografie. Die Ausstellung mit dem Titel "Das Bauhaus #allesistdesign" öffnet morgen. Sie ist bis zum 28. Februar 2016 zu sehen.

Größte Einzelspende in Geschichte der New Yorker Philharmoniker

25 Millionen Dollar für Renovierung des Konzerthauses

Die New Yorker Philharmoniker haben die größte Einzelspende in ihrer 174-jährigen Geschichte erhalten. Der Vorsitzende des Orchestervorstands, Oscar Schafer, und seine Frau übergaben 25 Millionen Dollar in der David Geffen Hall im Lincoln Center, wie die "New York Times" berichtete. Schafer sagte, er hoffe, seine Spende sporne weitere Mitglieder des Vorstands zu Schenkungen an. Nach Behördenangaben nehmen durch diese Spende zusammen mit den vom Musikproduzenten Geffen versprochenen 100 Millionen Dollar Pläne für die Renovierung des Konzerthauses Gestalt an. Die Reparaturen sollen mehr als 500 Millionen Dollar kosten.

"Hamburger Tüddelband" für Cornelia Funke

Hamburger Schüler stimmen über Gewinner ab

Bestellerautorin Cornelia Funke hat in ihrer einstigen Wahl-Heimat Hamburg von Kindern der Hansestadt einen ganz speziellen Preis erhalten: Das "Hamburger Tüddelband" wird für die besten Geschichtenerzähler vergeben. Über den Gewinner stimmen Schüler der Hansestadt ab. Als "alte Hamburgerin" sei sie extrem aufgeregt, sagte die 56-Jährige heute bei der Preisverleihung im Rahmen des Literaturfestivals Harbour Front. Funke schrieb erfolgreiche Bücher wie die "Tintenwelt"-Trilogie, "Gespensterjäger" und die "Wilden Hühner". Ihre Werke wurden in 37 Sprachen übersetzt, weltweit wurden mehr als 20 Millionen Exemplare verkauft.

Wiedereröffnung des Eisenacher Lutherhauses

Modernes Museum nach Sanierung

Das Eisenacher Lutherhaus wird nach zweijähriger Sanierung und Erweiterung am Sonnabend feierlich wiedereröffnet. Mit rund vier Millionen Euro sei in dem historischen Gebäude ein modernes Museum entstanden, das mehr Raum für Exponate biete und weitgehend barrierefrei besucht werden könne, sagte Kurator Jochen Birkenmeier heute bei einer Vorbesichtigung. Mit der Neugestaltung bereite sich das Lutherhaus auf den erwarteten Besucheransturm zum 500. Reformationsjubiläum 2017 mit bis zu 100.000 Gästen vor. Das Gebäude aus dem 14. Jahrhundert gehört zu den ältesten Fachwerkbauten in Thüringen. Der Überlieferung nach wohnte Luther dort während seiner Schulzeit als Lateinschüler von 1498 bis 1501.

Indie Awards für Antilopen Gang und Die Nerven

Tote Hosen-Sänger Campino: "Wir hatten noch nie so viele gute deutsche Musik wie zurzeit"

Große Ehre für die Antilopen Gang: Die Hip-Hop-Band aus Düsseldorf ist vom Verband unabhängiger Musikunternehmen (VUT) zum "Besten Newcomer" gekürt worden. "Vielen Dank. Das ist das erste Mal, dass uns Idioten jemand ein Preis verleihen will", sagte das Trio am Donnerstag bei der Gala auf dem Hamburger Reeperbahn Festival. Erstaunlich sei, dass sie in der Newcomer-Kategorie gewonnen hätten. Schließlich würden sie schon seit zehn Jahren gemeinsam Musik machen. Die Antilopen Gang steht bei JKP unter Vertrag, dem Plattenlabel der Toten Hosen. Deren Sänger Campino übergab am Donnerstagabend die Trophäe. "Wir haben noch nie so viele gute deutsche Musik gehabt wie zurzeit", sagte der 53-Jährige. "Es ist toll, Zeuge dieser Explosion zu sein, die gerade stattfindet." Die Stuttgarter Punkband Die Nerven wurde als "Bester Act" geehrt. Die VIA VUT Awards wurden zum dritten Mal vergeben. Sie sollen Musiktalente für ihre Qualität und Neuartigkeit auszeichenen unabhängig vom kommerziellen Erfolg.

Astrid Lindgrens Kriegstagebücher auf deutsch

Kinderbuchautorin dokumentiert schwedischen Alltag und Weltpolitik

7. Mai 1945. "Der Krieg ist zu Ende!" schreibt Astrid Lindgren in Versalien in den letzten von 17 Bänden in Leder. 3.000 Seiten hat sie seit dem 1. September 1939 in ihren Tagebüchern gefüllt, die heute unter dem Titel "Die Menschheit hat den Verstand verloren" auf Deutsch erscheinen. Die schwedische Originalausgabe kam im Mai heraus. Sie schaut bekümmert über den Tellerrand des neutralen Schweden hinaus nach Nazi-Deutschland, nach Europa, hier vor allem nach Finnland, in die Welt. Astrid Lindgren kommentiert und analysiert. "Es ist schade, dass niemand Hitler erschießt", schreibt sie im Oktober 1939 nach der Kapitulation Polens. Astrid Lindgren sammelt Zeitungsausschnitte und klebt sie in die Tagebücher, gibt wieder, was sie im Radio hört. Damit zeigt sie auch, wie wohlinformiert man zu dieser Zeit in Schweden sein konnte. Neben der großen Politik erwähnt Lindgren Familiäres und Alltägliches. Oft schimmert das schlechte Gewissen durch. Wie alle ist sie von Lebensmittelrationierungen betroffen, sich aber auch ihrer Privilegien an der Seite eines gut verdienenden Mannes bewusst. "Ich verdiene 385 Kronen im Monat dank des Krieges", merkt sie an und fährt fort: "Wir haben es einfach zu gut."

Sam Smith: Neuer Bond-Song kein Chartstürmer

Bond-Songs haben noch nie die britische Chartspitze erreicht

Sänger Sam Smith hat heute den neuen Bond-Song "Writing's On The Wall" veröffentlicht, glaubt aber nicht, dass das Lied zum Chartstürmer wird. "Ich glaube nicht, dass das ein Nummer-Eins-freundliches Lied ist", sagte der 23-Jährige im BBC Radio 1, bevor "Writing's On The Wall" mit dramatischer Orchestrierung und seinem typischen, sehr hohen Gesang zum ersten Mal zu hören war. Die Chartspitze, die in Großbritannien noch kein Bond-Song erreicht hat, sei aber auch nicht sein Ziel. Er wolle nur, dass der Song mit den anderen der Agenten-Filmreihe mithalten könne. Vor zweieinhalb Wochen war bekanntgeworden, dass der Brite den Titelsong zu "Spectre" singt. Der Film mit Daniel Craig als Agent 007 kommt Anfang November in die deutschen Kinos.

U2 Sänger Bono lobt deutsche Flüchtlingspolitik

Frontmann Bono wendet sich mit politischen Botschaften ans Publikum

Musiker-Lob für Deutschlands Haltung in der Flüchtlingspolitik: Zum Start der Deutschlandtour der irischen Band U2 hat Sänger Bono die Reaktionen der Deutschen gelobt. "Die ganze Welt schaut auf Euch, München, Berlin", sagte er am Donnerstagabend vor 16 000 Fans in Berlin. Sie umjubelten die Band nach dem mehr als zweistündigen Auftritt mit vielen technischen Raffinessen. Die Iren stehen im September noch dreimal in Berlin auf der Bühne, dann im Oktober noch zweimal in Köln.

Dehio-Kulturpreis für ukrainischen Literatur-Professor

Petro Rychlo ist mit dem Georg Dehio-Kulturpreis 2015 ausgezeichnet worden

Der ukrainische Literaturwissenschaftler, Essayist und Übersetzer, der an der Universität Czernowitz Professor für Literaturgeschichte lehre, sei zum lebendigen Gedächtnis und Bewahrer der längst untergegangenen deutschsprachigen Literaturlandschaft der Bukowina geworden, erklärte das Deutsche Kulturforum östliches Europa zur Begründung. Die Preisverleihung fand in Berlin statt. Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Georg-Dehio-Kulturpreis erinnert an den aus Reval stammenden deutschen Kunsthistoriker Georg Dehio (1850-1932). Er wird zweijährlich im Wechsel mit dem Georg-Dehio-Buchpreis an Persönlichkeiten und Projekte verleihen, die die deutsche Kultur in Osteuropa bewahren und die Verständigung fördern.

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