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Kulturnachrichten

Freitag, 17. März 2017

Friedenspreisträgerin Emcke kritisiert zunehmenden Hass

"Ich denke, wir haben Extremismus im Zentrum"

Hass und Extremismus haben nach Einschätzung von Friedenspreisträgerin Carolin Emcke in Deutschland eine neue Qualität erreicht. "Man kann sagen, dass es immer dieses Sediment von Antisemitismus, Rassismus und Homophobie gab", sagte sie am Abend bei der Lit.Cologne in Köln. Verändert habe sich aber die Qualität. Die Scham sei weggefallen. "Man kann nicht sagen, dass das an der Peripherie des Gesellschaft passiert. Ich denke, wir haben Extremismus im Zentrum", sagte Emcke. Sie nannte als Beispiel die Briefe, die ihr zu ihren Artikeln zugeschickt würden. Die 49-Jährige wurde im vergangenen Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt.

Schriftsteller Michael Kleeberg erhält Gustav-Regler-Preis

Engagement für Toleranz und Menschlichkeit

Der Schriftsteller Michael Kleeberg ("Vaterjahre") wird mit dem Gustav-Regler-Preis ausgezeichnet. Sein Gesamtwerk zeichne sich durch Engagement für Toleranz, Menschlichkeit und interkulturelle Verständigung aus, teilten die Stadt Merzig und der Saarländische Rundfunk mit. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Den mit 4000 Euro verbundenen Förderpreis bekommt die österreichische Autorin Verena Mermer. Die Preise werden alle drei Jahre am Geburtstag des im Merzig geborenen Schriftstellers Gustav Regler (1898-1963) verliehen.

60 Millionen Euro für Gothaer Schloss Friedenstein

Schlosssanierung soll 15 Jahre dauern

Das Land Thüringen und der Bund wollen gemeinsam Schloss Friedenstein in Gotha erhalten. Der Thüringer Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff und Kulturstaatsministerin Monika Grütters unterzeichneten im Berliner Kanzleramt ein Abkommen zur gemeinsamen Finanzierung der Schlosssanierung. Beide Seiten übernehmen demnach je zur Hälfte den Gesamtbetrag von 60 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen 15 Jahre dauern. Schloss Friedenstein als eine der ersten frühbarocken Schlossanlagen Deutschlands sei mit seinen kostbaren Kunstsammlungen, Prunkräumen, Parkanlagen und dem berühmten Ekhof-Theater ein kulturelles Gesamtkunstwerk von Weltrang, würdigte Grütters das Gothaer Wahrzeichen. Das Ensemble Schloss Friedenstein Gotha soll während des gesamten Sanierungsprozesses für Besucher geöffnet bleiben.

Nacho Duato verlässt Berliner Staatsballett früher

Johannes Öhman übernimmt Intendanz zum 1. August 2018

Der Spanier Nacho Duato (60) gibt seinen Posten als Intendant des Staatsballetts Berlin ein Jahr früher als geplant auf. Duato habe Kultursenator Klaus Lederer (Linke) schriftlich darüber informiert, dass er vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen werden möchte. Duato wird zum 31. Juli 2018 aufhören. Sein Nachfolger Johannes Öhman habe sich bereit erklärt, bereits zum 1. August 2018 die Intendanz des Staatsballetts zu übernehmen, so die Kulturverwaltung. "Für den Zeitraum von einem Jahr wird er alleiniger Intendant sein, bevor die gemeinsame Intendanz mit Sasha Waltz - wie geplant - am 1. August 2019 beginnt." Der 49-jährige Schwede Öhman ist derzeit noch Artistic Direktor des Royal Swedish Ballet in Stockholm. Gegen die Berufung von Öhmann und Waltz hatte es Proteste der Tänzer des Staatsballetts gegeben. Die Tänzer fürchten, vor allem Waltz sei als Vertreterin des modernen Tanztheaters für das klassische Ballett ungeeignet.

Tscheche besitzt wertvollste Mauritius-Sammlung

Investor waren zwei Briefmarken 2,4 Millionen Euro wert

Ein anonymer tschechischer Sammler hat einen Brief mit zwei Roten-Mauritius-Briefmarken erworben. Wie Radio Prag unter Berufung auf das Portal ihned.cz berichtet, war ihm der Kauf umgerechnet 2,4 Millionen Euro wert. Der Investor besitze bereits die beiden wertvollsten Briefmarken der Welt: die Rote und die Blaue Mauritius. Seine Sammlung sei laut Experten nun wertvoller als die Mauritius-Kollektion der britischen Königsfamilie.

Roland Emmerich erhält ersten Carl-Laemmle-Preis

"Da ist auch nichts Schlechtes dran, dass man sparsam ist

Filmproduzent Roland Emmerich wird mit dem ersten Carl-Laemmle-Preis der Allianz Deutscher Produzenten ausgezeichnet. Der Regisseur von Filmen wie "Independence Day" oder "The Day After Tomorrow" erhält den mit 40 000 Euro dotierten Preis für sein Lebenswerk. Emmerich stammt genau wie der Namesgeber des Preises aus Schwaben. Im Deutschlandradio Kultur sagte Emmerich zum Thema schwäbische Sparsamkeit: "Da ist auch nichts Schlechtes dran, dass man sparsam ist. Ich hab das viel in meiner Karriere benützt, dass ich gesagt hab, ein normaler Film würde jetzt so viel kosten und ich kann das für 20 oder 30 Millionen billiger machen, aber dafür will ich dann auch das Sagen haben. Und das hat so funktioniert und ich hab mir da eine gewisse Unabhängigkeit geschaffen." Der Filmpionier Carl Laemmle (1867-1939) wanderte 1884 im Alter von 17 Jahren von Laupheim in die USA aus. Er gründete später die Universal-Studios und gilt damit als ein Gründervater der Film-Traumfabrik Hollywood.

Blues-Musiker James Cotton gestorben

Grammy-Preisträger verband Rock mit Mundharmonika

Der Grammy-gekrönte Blues-Musiker James Cotton ist tot. Cotton, der einst bei Muddy Waters spielte und die Rock-Welt mit der Mundharmonika bekannt machte, starb gestern in Austin im US-Bundesstaat Texas im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Cotton wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf einer Plantage in Mississippi auf und wurde bereits im Alter von neun Jahren zum Waisen. Vor ihrem Tod hatte seine Mutter ihn mit der Mundharmonika vertraut gemacht, das Kind ahmte mit dem Instrument die Geräusche von Hühnern und Eisenbahnen nach. Nachdem Cotton mit einem Onkel ein Konzert des Blues-Mundharmonikaspielers Sonny Boy Williamson II besucht hatte, nahm der Musiker ihn unter seine Fittiche. Williamson habe ihm beigebracht "den Frauen nachzulaufen, zu trinken und den Blues zu spielen", sagte Cotton später in einem Zeitungsinterview. Nachdem er mit der Band von Muddy Waters berühmt geworden war, spielte Cotton bei Konzerten von Janis Joplin und den Grateful Dead und arbeitete mit Led Zeppelin zusammen.

Evangelische Kirche stoppt Kondome mit Luther-Sprüchen

"Hier stehe ich, ich kann nicht anders"

Eine Kondom-Verteilaktion mit provokanten Luther-Sprüchen ist auf Anordnung der rheinischen Kirche gestoppt worden. Die von der evangelischen Jugendkirche Düsseldorf verteilten Kondome mit Martin Luther zugeschriebenen Sprüchen wie "Hier stehe ich, ich kann nicht anders" werden wieder eingesammelt. Das teilte die Evangelische Kirche im Rheinland mit. Mehrere Medien hatten darüber berichtet. In einem Brief schrieb der für Erziehung und Bildung zuständige Oberkirchenrat Klaus Eberl: "Wir halten diese Aktion für grundsätzlich ungeeignet für die Jugendarbeit." Daher sei sie in Absprache mit den Initiatoren gestoppt worden. Eine auf den Kondomen angegebene Homepage wurde abgeschaltet. Auf den Packungen standen auch Sätze wie "Für Huren und Heilige". Eberl schrieb: "Am besten werden die Kondome sofort vor Ort vernichtet, damit keine weiteren in Umlauf kommen." Die Kondom-Verteilaktion war als Werbebeitrag zum 500. Reformationsjubiläum gedacht.

Berlin-Dahlem soll Forschungscampus werden

Ende 2017 soll über Zukunft des ehemaligen Museumsstandortes entschieden sein

Im ehemaligen Museumskomplex in Berlin-Dahlem soll nach Ansicht des Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Hermann Parzinger ein Forschungscampus entstehen. Die Archive, Depots, Bibliotheken und Restaurierungswerkstätten des Museums für asiatische Kunst, des ethnologischen Museums und des Museums europäischer Kulturen, die bislang in der Stadt verteilt waren, sollen in Dahlem konzentriert werden - in den seit 8. Januar geschlossenen Bauten. Auf dem neuen Campus sollten Wissenschaftler und Bibliothekare forschen, so Parzinger. Parzinger will eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben. Für seine Pläne wolle er in diesem Jahr mit Bürgerforen werben. Ende 2017 solle feststehen, wie der Museumsstandort Dahlem in Zukunft genutzt wird. Das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst ziehen in das Humboldtforum. Nur das Museum Europäischer Kulturen bleibt an dem Standort im Südwesten der Stadt.

Bayern und Russland wollen kulturelle Zusammenarbeit

Dreijähriges Memorandum soll Zusammenarbeit und künstlerischen Ausstausch fördern

Bayern und Russland wollen ihre kulturelle Zusammenarbeit verbessern. Dies haben Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) und sein russischer Kollege Wladimir Medinski am Freitag in Moskau vereinbart. Beide unterzeichneten ein Memorandum, das die Förderung unter anderem in den Bereichen Musik, Theater, Tanz, Film, Bildende und dekorative Kunst zum Ziel hat. Zudem geht es um Austausch von Ausstellungen, Schutz des Kulturerbes und Restaurationsarbeit. Demnach wollen beide Seiten sich für Ausstellungen wie "Die Pracht des russischen Zarenhofes. Die Romanovs und die Imperator-Residenz Peterhof" aus der Sammlung des Staatlichen Museums und Naturschutzparks "Peterhof" (St. Petersburg) in München sowie die Ausstellung über den klassizistischen Maler Leo von Klenze in Sankt Petersburg einsetzen. Beide Seiten betonten, dass der illegale Kunsthandel eingedämmt werden soll. Das Memorandum hat eine Gültigkeit von drei Jahren, kann aber verlängert werden.

Neue Software zur Dialekterkennung von Flüchtlingen

Software soll Herkunftsangabe von Asylantragstellern verifizieren

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BamF) steht unmittelbar vor einem Test mit einer Software zur Dialekterkennung. Dies solle helfen, die Herkunft von Asylbewerbern einfacher und sicherer festzustellen, berichten Medien. "Die Idee ist, von Asylantragstellern eine separate Sprachprobe aufzunehmen und einer automatischen Dialektanalyse zu unterziehen", sagte Julian Detzel, BamF-Referent im Bereich Grundsatzstrategie Digitalisierung und IT-Programm-Managment. Die ersten Tests sollen dem Bericht zufolge innerhalb der nächsten zwei Wochen beginnen. Mit einem routinemäßigen Einsatz des Systems sei aber nicht vor 2018 zu rechnen. Das System soll auf Technik zur Sprecher-Authentifizierung basieren, wie sie auch Banken und Versicherungen einsetzen; diese Technik soll speziell auf Dialekte zugeschnitten werden. Die Software soll den Entscheidern einen weiteren "Indikator" für die Einschätzung der Asylanträge an die Hand geben.

Literaturnobelpreis-Juror Torgny Lindgren gestorben

Schriftsteller galt als einer der erfolgreichsten Autoren Schwedens

Literaturnobelpreis-Juror Torgny Lindgren ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Das teilte die Schwedische Akademie mit. Sie entscheidet jedes Jahr über die bedeutende Auszeichnung. Lindgren gehörte dem Gremium seit 1991 an. Lindgren hatte erst als Lehrer gearbeitet, bevor er seine ganze Zeit dem Schreiben widmete. Seine reiche Produktion umfasst um die 30 Werke, hauptsächlich Romane, aber auch Novellen, Gedichte und Radiostücke. Den Durchbruch hatte der Schwede 1982 mit dem Roman «Der Weg der Schlange» geschafft, der wenige Jahre später verfilmt wurde.

Köln legt Grundstein für neues Stadtarchiv

Modernstes Kommunalarchiv Europas geplant

Gut acht Jahre nach dem Einsturz des Stadtarchivs legt Kölns Oberbürgermeisterin Reker heute den Grundstein für einen Neubau. Am Rand der Innenstadt soll das modernste Kommunalarchiv Europas errichtet werden. Auf 20.300 Quadratmetern stehen für das Archivgut rund 58 Regalkilometer und 460 Planschränke zur Verfügung. Die Kosten für den Neubau werden mit 80,5 Millionen Euro beziffert. Mit einer Fertigstellung wird 2020 gerechnet. Das alte Archivgebäude war am 3. März 2009 bei U-Bahnbauarbeiten in der Kölner Südstadt eingestürzt. Zwei Anwohner kamen ums Leben. 95 Prozent des Archivbestands konnten von Feuerwehr, Hilfsorganisationen und hunderten freiwilligen Helfern geborgen werden. Die Archivalien werden derzeit restauratorisch gesichert und archivalisch wieder geordnet.

Kairorer Statuenfund zeigt definitiv nicht Ramses II

Das meldet die ägyptische Nachrichtenseite Al-Ahram

Er sorgte für Schlagzeilen: Der Fund einer acht Meter großen Statue in Kairo, geborgen von einem deutsch-ägyptischen Archäologenteam. Doch der zerbrochene Koloss zeigt, anders als zunächst vermutet, nicht den Pharao Ramses II. Das teilte Chaled al-Enani mit, Ägyptens Altertumsminister. Erste Untersuchungen wiesen vielmehr auf Pharao Psammetich I. Weil sich am Fundort in der Antike die Stadt Heliopolis und ein Tempel befanden, waren ägyptische Fachleute davon ausgegangen, dass es sich bei der Statue um Ramses II. handelt. Der herrschte ab 1279 v. Chr.. Psammetich I. regierte hingegen im 7. Jahrhundert v. Chr..

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