Das Feature, vom 09.04.2013

Von Christoph Burgmer

Wer mit Kamal Abu Aita, Kamal Abbas oder anderen ägyptischen Gewerkschaftsführern spricht, erfährt schnell: Jetzt geht es um alles. Sich noch einmal dem Joch einer Einheitsgewerkschaft zu unterwerfen, kommt nicht infrage.

Demonstration gegen Präsident Mursi in Kairo (picture alliance / dpa / Ahmed Khaled)
Demonstration gegen Präsident Mursi in Kairo (picture alliance / dpa / Ahmed Khaled)

Jahrzehntelang bestimmten die Handlanger Hosni Mubaraks das politische Handeln der Arbeiter und Angestellten. 2011 trugen die unabhängigen Gewerkschaften entscheidend zur Vertreibung des Diktators bei. Die alte Einheitsgewerkschaft wurde aufgelöst.

Doch der Muslimbruder und Staatspräsident Mohammed Mursi gründete sie de facto per Dekret Ende 2012 neu. Die unabhängigen Gewerkschaften mit über drei Millionen Mitgliedern sind die größte Bedrohung für die gemeinsame Herrschaft von Islamisten und Militärs.

Unterliegen die Gewerkschaften im Machtkampf, ist der ägyptische Traum einer demokratischen Gesellschaft für lange Zeit ausgeträumt.


DLF 2013