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Interview | Beitrag vom 03.08.2018

Freier Eintritt in MuseenTicketpreise sind keine entscheidende Hürde

Philipp Stanehl im Gespräch mit Dieter Kassel

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Besucher vor dem Römisch-Germanischem Museum in Köln, augenommen 2017 (picture alliance / Geisler-Fotopress)
Die Forderung nach freien Eintrittspreisen für Museen wird regelmäßig laut. (picture alliance / Geisler-Fotopress)

Sollen Museen kostenlos zugänglich sein? Kulturmanager Philipp Stanehl sagt: Über den Eintrittspreis können Museen ihre Auslastung sehr gut steuern. Gute Erfahrungen machen Museen damit, wenn Besucher entscheiden, was sie zahlen wollen.

Sollen Museen die Eintrittspreise abschaffen? Diese Forderung wird regelmäßig laut. Philipp Stanehl, kaufmännischer Geschäftsführer der Kunsthalle Karlsruhe, wägte die unterschiedlichen Argumente im Deutschlandfunk Kultur ab: Kostenloser Eintritt im Museum könne zwar kurz- und mittelfristig dazu führen, dass die Besucherzahlen anstiegen, sagte der Kulturmanager.

Schwellenangst der Besucher

Doch verlören die Museen damit auch wichtige Einnahmen. Dabei sei bekannt, dass vor allem Touristen bereit seien, Eintritt in Museen zu zahlen. Auf diese Bereitschaft zu verzichten, sei ökonomisch wenig sinnvoll. Der Schwellenangst mancher Besucher sollte man hingegen mit pädagogischen Konzepten begegnen. Außerdem habe eine Studie belegt, dass der Eintrittspreis ohnehin nur für etwa acht Prozent der Besucher eine Hürde darstelle.

Bei der Gestaltung ihrer Eintrittspreise zeigten sich viele Museen kreativ, sagte Philipp Stanehl, kaufmännischer Geschäftsführer der Kunsthalle Karlsruhe im Deutschlandfunk Kultur. "Man kann mit dem Eintrittspreis sehr gut die Auslastung steuern." Auf diese Weise könne man für einen angenehmen Museumsbesuch sorgen, der bei vollen Häusern manchmal stressig ausfallen könne.

Eintrittsspenden im Versuch 

Gute Erfahrung hätten einige Museen mit einem Modell gemacht, bei dem die Besucher den Preis selbst bestimmten, nach dem Motto "pay what you want". Bei einem Versuch an seinem früheren Arbeitsort in Worpswede habe sich gezeigt, dass selbst Besucher, denen eigentlich ein ermäßigter Eintritt zugestanden hätte, trotzdem eine Eintrittsspende bezahlt hätten.

(gem)

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