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Echtzeit | Beitrag vom 14.12.2019

FreestyleEinfach machen!

Moderation: Katja Bigalke

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Frau mit Surfboard, die eine Geste mit Daumen und kleinem Finger Richtung Kamera macht. (WDR)
Ausdruck für ein Leben in Freiheit: Eine der fünf Surferinnen im Film "Chicks on Boards". (WDR)

Der perfekte Weihnachtsbraten, die schönsten Geschenke und dabei ein entspanntes Lächeln auf dem Gesicht. Die Weihnachtszeit ist eine Zeit der Höchstleistungen. Nicht mit uns!

Die Macher des Foodblogs Worst of Chefkoch sind Experten für Gelassenheit in der Küche. Seit Jahren sammeln sie die verrücktesten Rezepte der gleichnamigen Hobby-Koch-Plattform im Internet. Oft sehen diese nicht gut aus. Manchmal schmecken sie auch sonderbar. Aber viele sind auf eine ganz eigene Art bodenständig. Wir haben Jonathan Löffelbein und Lukas Diestel von Worst of Chefkoch gebeten, aus ihrer Rezeptsammlung ein Weihnachtsmenü zu kreieren, das weder viel Arbeit macht, noch ausgefallene Zutaten braucht. Dafür aber originell ist, Gesprächsstoff liefert und ein bisschen Schwung in die Festtafel bringt. Wir wollen nicht zu viel verraten - aber sind sind recht weit damit gekommen.

Ein Hoch auf die Freuden der Anarchie im Alltag!

Auf freie Gestaltung setzen auch die Anwohner des kalifornischen Küstenstädtchens San Luis Obispo. Die Hauptsehenswürdigkeit des Ortes ist Bubble Gum Alley. Eine 20 Meter lange und ziemlich schmale Gasse, die seit dem Ende der 50er-Jahre mit Kaugummis beklebt wird - benutzten Kaugummis, die mittlerweile in dicken Lagen auf den Wänden pappen und ein ganz spezielles Aroma abgeben. Selbst die Belegschaft der Tourismusbehörde klebt mit, "die Versuchung ist einfach zu groß!". So sieht sie also aus, die wilde Urmutter der deutschen "Gummwalls", die neuerdings auch von den Berliner Reinigungsbetrieben an Plätzen und Bushaltestellen aufgestellt werden. Mit bunten Smileys in Reih und Glied. Um eben solchem Wildwuchs auf Bürgersteigen und Hauswänden vorzubeugen.

Wo die Fantasie des Kaugummi-Kauers, zumindest in Deutschland, also künftig ein wenig gebremst wird, ist die Kreativität amerikanischer Eltern stets aufs Neue gefragt. Besonders wenn ihre Kinder ins Schulalter kommen. Der langjährige "Zeit"-Redakteur Christoph Drösser ist 2014 nach San Francisco gezogen. Seither hat der Wissenschaftsjournalist einen Nebenjob. Er tritt als Dragqueen auf. Seinem Sohn zuliebe.

In Frauenkleidern die Bildung retten

"Nicht dass das vorher ein Hobby von mir gewesen wäre oder so", erklärt Drösser. Doch die Grundschule, auf die sein Sohn geht, eine ganz normale öffentliche Grundschule in der Nachbarschaft, ist auf regelmäßige und stattliche Spenden der Eltern angewiesen, um ihrem Bildungsauftrag halbwegs gerecht zu werden. "Es geht nicht um Yogaklassen oder teure Ausflüge, sondern um Lehrerstellen, Sozialarbeiter, Lesenachhilfe", erklärt Christoph Drösser. Also hat er sich im Internet und in Secondhand-Läden ein schickes Outfit zusammengesucht, einen anderen Vater überredet und stand bereits zweimal als Teil der "Rainbow Sisters" auf der Bühne. Mit langen Wimpern und chinesischem Korsett. "Es hat sich toll angefühlt", meint Drösser im Nachhinein, "ich habe das Rollenspiel genossen." Aber doch fragt er sich manchmal "wo das eigentlich noch hinführen soll."

Vor der Welle sind alle gleich

Zur Improvisation geradezu genötigt sind die Surferinnen, die die Filmemacherin Dörthe Eickelberg in ihrer Doku-Reihe "Chicks on Boards" portraitiert. Sie leben in Gaza, Südafrika oder Indien. Es ist gesellschaftlich nicht vorgesehen, dass sie diesen Sport ausüben. Sie werden behindert, zum Teil diffamiert. Und behelfen sich mit allerlei Tricks - ohne sich dabei den Spaß an der perfekten Welle nehmen zu lassen. Schon beim Zugucken ist diese Begeisterung ansteckend. Im Gespräch mit Dörthe Eickelberg auch. Wahrscheinlich weil sie selbst eine leidenschaftliche Surferin ist.

 

Fazit

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