Hörspiel, vom 20.07.2021, 20:10 Uhr

Frauenstimmen: Portrait der Sexualwissenschaftlerin Charlotte WolffDie Pionierin der Sexualwissenschaft, Charlotte Wolff, bittet um die Hand

Zur Frauenuniversität Berlin reiste 1979 eine 82-jährige Emigrantin aus England an. Eine Ärztin, die in den 1920er-Jahren in der Schwangerenfürsorge gearbeitet hatte und mit Walter Benjamin und Franz Hessel befreundet war. Ihr Auftreten – ein Ereignis.

Lesbianismus - die Sexualwissenschaftlerin Charlotte Wolff wurde hier die erste Theoretikerin. (EyeEm / chinsuwee jetjumrat)
Lesbianismus - die Sexualwissenschaftlerin Charlotte Wolff wurde hier die erste Theoretikerin. (EyeEm / chinsuwee jetjumrat)

Als "eine Frau in Männerkleidung und eine Spionin" wurde Charlotte Wolff 1933 gesucht, doch es gelang ihr die Flucht nach Paris und später nach London. Sie wurde die erste Theoretikerin des Lesbianismus. Weil sie in der Emigration nicht als Ärztin arbeiten durfte, lernte sie das Handlesen und verdiente damit ihren Lebensunterhalt. Am Ende ihres Lebens unterhielt sie einen freundschaftlichen Briefwechsel mit Christa Wolf und schrieb eine Autobiografie. Die Schriftstellerin Ursula Krechel nähert sich dieser Pionierin mit Respekt und Forschungsinteresse.


Frauenstimmen: Hörspielmagazin extra
Die Pionierin der Sexualwissenschaft, Charlotte Wolff, bittet um die Hand
Von Ursula Krechel
Regie: Burkhard Reinartz
Mit: Susanne Barth, Nina Petri
Ton und Technik: Gunther Rose, Petra Pelloth
Produktion: Deutschlandfunk 2014
Länge: 46‘36


Ursula Krechel, geboren 1947 in Trier, veröffentlicht seit 1974 Gedichte, Theaterstücke, Hörspiele, Romane und Essays. Für die Romane "Shanghai fern von wo" (2008), "Landgericht" (2012) und "Geisterbahn" (2018) wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Joseph-Breitbach-Preis und dem Deutschen Buchpreis. Seit 2020 ist sie Ehrenpräsidentin des PEN-Zentrums Deutschland.

Alle Sendungen aus der Reihe "Frauenstimmen" finden Sie hier.

Abonnieren Sie unseren Newsletter!