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Kulturnachrichten

Dienstag, 28. Mai 2019

Frauenquote für Berliner Opernhäuser gefordert

Kulturschaffende kritisieren in einem offenen Brief den geringen Frauenanteil an Berliner Opernhäusern. Adressiert ist das Schreiben an Kulturpolitikerinnen und Kulturpolitiker auf Bundes- und Landesebene. Anlass ist die Einführung einer Frauenquote von mindestens 50 % bei den zukünftig zum Theatertreffen eingeladenen Inszenierungen. "Einen solchen Geist" fordern die Unterzeichnenden nun auch von Berliner Opernhäusern. Von den an der Staatsoper Berlin geplanten Premieren stamme keine einzige von einer Frau, bei der Deutschen Oper genauso. An der Komischen Oper werde immerhin eine Premiere von einer Frau inszeniert. Die Unterzeichnenden fordern nun von den zuständigen politischen Stellen, "gegen diesen eklatanten Missstand einzuschreiten". Auch sollen Intendanten umgehend dazu verpflichtet werden, diesen Sachverhalt öffentlich zu erläutern und ihn soweit möglich zu korrigieren. Außerdem fordern sie eine verbindliche Quotierung bei der Besetzung von Führungspositionen sowie eine Selbstverpflichtung der drei Opernhäuser, den Frauenanteil in der Saison 2020/21 auf 50 % zu erhöhen. Unterzeichnet haben den offenen Brief: die Vorsitzende des Bundes der Szenografen, Judith Adam; Pro Quote Bühne e. V. sowie die Intendantin des Hebbel am Ufer, Annemie Vanackere.

Netflix erwägt Abzug aus US-Bundesstaat Georgia

Netflix erwägt einen Abzug seines kompletten Investments aus dem US-Bundesstaat Georgia, sollte ein umstrittenes Anti-Abtreibungsgesetz implementiert werden. Das ließ der CCO des Unternehmens mitteilen. Der Gesetzentwurf sieht vor, eine Abtreibung zu untersagen, sobald bei einem Fötus ein Herzschlag festgestellt werden kann. Einzige Ausnahmen: Inzest oder Vergewaltigung. Georgia ist damit der vierte Bundesstaat, der eine Verschärfung einführen will. Vor knapp zwei Wochen brachte der US-Bundesstaat Alabama das bisher strikteste Gesetzesvorhaben auf den Weg. Dieses verbietet einen Schwangerschaftsabbruch in sämtlichen Phasen und in allen Fällen.

Standort für Hafenmuseum in Hamburg steht fest

Hamburg hat einen Standort für das Deutsche Hafenmuseum festgelegt: Für das Museumsprojekt solle ein Neubau im entstehenden Stadtteil Grasbrook errichtet werden, teilte die Kulturbehörde mit. Dort werde auch die restaurierte Viermastbark "Peking" ihren Liegeplatz finden. Der Schuppen 50A, wo schon heute das Hamburger Hafenmuseum betrieben wird, solle zusammen mit der Flotte historischer Schiffe und Krane weiterentwickelt und als ein lebendiges technisches Freilichtmuseum Teil des Deutschen Hafenmuseums werden. So entstehe erstmals ein Ort, an dem die Geschichte des Hafens und die wirtschaftlichen Zusammenhänge in der globalisierten Welt umfassend und lebendig erzählt werden könnten, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD). 2015 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages der Stadt Hamburg für die Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums sowie für die Rückholung und Sanierung der Viermastbark "Peking" insgesamt 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Italienische Radiosendung gewinnt Jugendkarlspreis

Mit der Radiosendung "Europhonica IT" haben italienische Studenten den Jugendkarlspreis 2019 gewonnen. Das Europaparlament und die Internationale Karlspreis-Stiftung zeichneten die Sendung mit einem europäischen Redaktionsteam im Krönungssaal des Aachener Rathauses als Sieger aus. Die Sendung sei ein perfektes Beispiel dafür, wie man Bürgern die EU-Institutionen näherbringen könne, sagte der Vizepräsident des EU-Parlaments, Rainer Wieland. Der mit insgesamt 15 000 Euro dotierte Jugendkarlspreis zeichnet vorbildliche Projekte aus, die die Verständigung junger Europäer fördern. Der zweite Preis ging nach Finnland für die Initiative "Deine europäische Bürgerschaft 2018". Bei vier internationalen Treffen tauschten sich junge Menschen über aktuelle europäische Themen aus. Den dritten Platz belegte das österreichische Projekt "Musliminnen gegen Antisemitismus".

Briefe von Mann und Benjamin aufgetaucht

Beim Umzug des Rowohlt-Verlags sind unbekannte Briefe der Schriftsteller Thomas Mann und Walter Benjamin sowie weitere Devotionalien von historischem Wert aufgetaucht. Manches davon habe inzwischen den Weg zum Deutschen Literaturarchiv in Marbach gefunden, schreibt Rowohlt-Verleger Florian Illies in einem Beitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit". Aus dem schleswig-holsteinischen Städtchen Reinbek zog der Verlag im Frühjahr ins sogenannte Bieberhaus neben den Hamburger Hauptbahnhof.

Kranichsteiner Literaturpreis für Nora Bossong

Der mit 30.000 Euro dotierte Kranichsteiner Literaturpreis geht in diesem Jahr an Nora Bossong. Die in Berlin lebende Autorin schreibe Romane, Gedichte, Essays und Reportagen und sei in all diesen literarischen Genres zu Hause, teilte der Deutsche Literaturfonds in Darmstadt zur Begründung mit. Bossong beeindrucke durch ihre "Virtuosität und literarische Klugheit". Im Herbst erscheint ihr Roman "Schutzzone". Darin beschreibt sie das Leben einer jungen UN-Mitarbeiterin. Der Preis wird am 6. Dezember in Darmstadt verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderen Wolfgang Hilbig, Herta Müller, Lutz Seiler, Wilhelm Genazino, Reinhard Jirgl und Sibylle Lewitscharoff.

Journalisten-Verbands-Chef kritisiert AKK

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, Frank Überall, hat CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer für ihre Äußerungen zur "Meinungsmache" im Internet kritisiert. Annegret Kramp-Karrenbauers Äußerungen erweckten den fatalen Eindruck, dass sie das Grundrecht der Meinungsfreiheit schleifen will, sagte Überall der "Heilbronner Stimme". Nach der Europawahl, die der CDU herbe Stimmverluste einbrachte, sagte Kramp-Karrenbauer: "Was wäre eigentlich in diesem Lande los, wenn eine Reihe von, sagen wir, 70 Zeitungsredaktionen zwei Tage vor der Wahl erklärt hätten, wir machen einen gemeinsamen Aufruf: Wählt bitte nicht CDU und SPD?" Das wäre "klare Meinungsmache vor der Wahl gewesen". Es stelle sich die Frage, "was sind eigentlich Regeln aus dem analogen Bereich und welche Regeln gelten eigentlich für den digitalen Bereich". Kramp-Karrenbauer wies die Kritik an ihren Äußerungen zurück. Es sei absurd ihr zu unterstellen, Meinungsäußerungen regulieren zu wollen, schrieb sie ebenfalls auf Twitter.

Pina-Bausch-Archiv soll 2020 online gehen

Das Archiv über das Werk der Choreographin Pina Bausch wird im kommenden Jahr nach und nach online gehen. Damit würden einzigartige Quellen aus ihrem künstlerischen Nachlass weltweit zugänglich, sagte Salomon Bausch, der Chef der Pina Bausch Foundation, in Wuppertal. Er hatte kurz nach dem Tod seiner Mutter vor bald zehn Jahren die Stiftung mit Sitz in Wuppertal gegründet. Darin sind unter anderem 9000 Videos und 200 000 Fotos sowie Produktionsunterlagen zu allen 46 Stücken der Choreographin enthalten. Sie sind die Grundlage für die Aufführung der Stücke innerhalb und außerhalb des von ihr gegründeten Tanztheaters Wuppertal.

Lehrer fordern Reform des Islam-Unterrichts in NRW

In der Debatte um eine Neuordnung des Islamischen Religionsunterrichts an Schulen in NRW haben Islamlehrer weitgehende Reformen verlangt. Bei Erteilung der Lehrerlaubnis für die islamischen Religionslehrer und bei der Genehmigung von Lehrbüchern habe es Fehler und Missstände geben, die nun korrigiert werden müssten. Das schreibt der Verband der Islamlehrer/innen in einer Stellungnahme für eine Expertenanhörung im Düsseldorfer Landtag. So sei es beispielsweise unhaltbar, dass man für eine Lehr-Erlaubnis eine Tätigkeit in einer Moschee-Gemeinde nachweisen müsse. Das 2012 in NRW eingeführte Schulfach Islamischer Religionsunterricht muss neu gestaltet werden, weil eine Übergangslösung Ende Juli ausläuft.

Human-Rights-Watch-Gründer Bernstein gestorben

Der Verleger und Gründer der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Robert Bernstein, ist tot. Bernstein sei im Alter von 96 Jahren gestorben, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf Bernsteins Sohn. Er starb demnach in einer New Yorker Klinik. Bernstein hatte den Verlag Random House geleitet, der inzwischen zu Penguin Random House gehört. Er veröffentlichte unter anderem Werke von US-Autoren sowie von sowjetischen und tschechischen Dissidenten. 1978 gründete er die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, der er 2009 Voreingenommenheit gegenüber Israel vorwarf. 2011 gründete Bernstein im Alter von 88 Jahren die Gruppe Advancing Human Rights.

Notre-Dame: Gesetz zum Wiederaufbau auf dem Weg

Der französische Senat hat in der Nacht zum Dienstag in erster Lesung dem Gesetzentwurf zum Wiederaufbau der bei einem Brand schwer beschädigten Kathedrale Notre Dame in Paris zugestimmt. Der Abstimmung sei eine längere Debatte vorausgegangen, berichteten französische Medien. Mitte Mai hatte die Nationalversammlung das Gesetz für eine rasche Restaurierung der Kathedrale gebilligt. Der Gesetzesentwurf sah Ausnahmen unter anderem beim Denkmal- und Umweltschutz und bei Verfahren öffentlicher Ausschreibungen vor. Diese wurden allerdings vom Senat gestrichen. Notre-Dame war bei einem verheerenden Großbrand im April schwer beschädigt worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprach, Notre-Dame innerhalb von fünf Jahren wiederaufzubauen.

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