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Kulturnachrichten

Sonntag, 11. September 2016

Frau aus Siegerkuss-Foto gestorben

Das Foto des küssenden Paares ging nach Kriegsende um die Welt

Am 14. August 1945, dem Tag des Sieges der US-Streitkräfte über die Japaner, machten ein amerikanischer Marinesoldat und eine Krankenschwester Fotogeschichte: Auf dem New Yorker Times Square griff sich der Seemann am "Victory-Day" die junge Frau in einer weißen Krankenschwestertracht und drückte ihr überschwänglich einen Kuss auf den Mund. Greta Friedman aus dem berühmten Siegerkuss-Foto ist nun gestorben. Wie ihr Sohn Joshua Friedman dem US-Sender CBS mitteilte, lebte seine Mutter in den letzten beiden Jahren in einem Altersheim. Sie wurde 92 Jahre alt. Der Fotograf Alfred Eisenstaedt, der damals für das Magazin "Life" unterwegs war, schoss das ikonische Foto des küssenden Paares, das als Symbol für die überschwängliche Freude nach Kriegsende um die Welt ging. Sie habe den fremden Matrosen nicht kommen sehen, erzählte Friedman 2012 dem Sender CBS über den Vorfall am Rande einer Jubelparade am Times Square. Im Handumdrehen habe er sie gepackt und ihr den Kuss aufgedrückt.

Evangelischer Publizist Jörg Zink gestorben

Er galt als einer der wichtigsten Mitstreiter der Friedensbewegung

Der evangelische Theologe und Bestseller-Autor Jörg Zink ist tot. Er starb am vergangenen Freitag im Alter von 93 Jahren in seinem Haus in Stuttgart, wie seine Familie mitteilte. Als Prediger und Autor erreichte Zink Millionen von Menschen. Er schrieb rund 200 Bücher, mehr als hundert Mal sprach der Geistliche in der ARD das "Wort zum Sonntag". Zink galt als einer der wichtigsten Mitstreiter der Friedens- und Ökologiebewegung. 1965 übersetzte Zink das Neue Testament in eine verständliche, zeitgemäße Sprache und landete damit einen Bestseller. Für sein Lebenswerk erhielt er 2004 den Predigtpreis des Verlags der Deutschen Wirtschaft. Im vergangenen Jahr wurde er zum Ehrenprofessor des Landes Baden-Württemberg ernannt.

Impressionisten-Ausstellung großer Erfolg

Zum Abschluss noch einmal großer Andrang

Die Impressionisten-Ausstellung im Kunstmuseum Moritzburg in Halle hat Zehntausende Besucher angelockt. "Es war die erfolgreichste Ausstellung der vergangenen zehn Jahre", sagte Museumssprecherin Katrin Greiner. Genaue Besucherzahlen konnte sie aber noch nicht nennen. Die Besucher seien teilweise von weit her gekommen, so Greiner. Am Wochenende habe es noch einmal sehr großen Andrang gegeben, so dass zusätzliche Führungen angeboten worden seien. Unter dem Titel "Magie des Augenblicks" waren von März an 160 Arbeiten von 14 französischen Postimpressionisten zu sehen - unter anderem von Cézanne, van Gogh, Bonnard und Matisse.

Orhan Pamuk warnt vor "Terrorregime"

Literaturnobelpreisträger besorgt über Entwicklung der Türkei

Nach der Festnahme eines bekannten Journalisten in der Türkei hat der Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk die islamisch-konservative Regierung in Ankara äußerst scharf kritisiert. "Die Gedankenfreiheit existiert nicht mehr. Wir bewegen uns mit großer Geschwindigkeit von einem Rechtsstaat zu einem Terrorregime", schrieb Pamuk in einem Beitrag für die italienische Zeitung "La Repubblica". Derweil setzte die Regierung ihr Vorgehen gegen ihre Gegner fort, zahlreiche Bürgermeister, vor allem im Kurdengebiet, wurden abgesetzt. "Ich bin voller Wut und äußere meine schärfste Kritik an der Festnahme des Schriftstellers Ahmet Altan, einer der wichtigsten Federn des türkischen Journalismus, und seines Bruder Mehmet Altan, einem renommierten Akademiker und Ökonomen", schrieb Pamuk weiter.

Philippinen gratulieren Löwen-Gewinner

Lav Diaz erhielt Hauptpreis in Venedig

Die Philippinen haben mit Freude auf den Sieg von Regisseur Lav Diaz beim Filmfestival von Venedig reagiert. "Wir gratulieren Lav Diaz, der mit seinem Film "The Woman Who Left" ("Ang Babaeng Humayo") den Goldenen Löwen von Venedig gewonnen und seinem Heimatland Ehre gebracht hat", sagte Martin Andanar, ein Sprecher des Präsidenten Rodrigo Duterte. Lav Diaz wurde am Samstagabend mit dem Hauptpreis des Festivals geehrt. Sein Film erzählt in knapp vier Stunden von einer Frau, die nach 30 Jahren im Gefängnis vor den Scherben ihres Lebens steht. Mit dem in Schwarz-Weiß gedrehten Werk zeigt Diaz ein Abbild der philippinischen Gesellschaft. Der Triumph von Venedig sei die jüngste Ergänzung in der erfolgreichen Trophäenjagd der Philippinen bei Filmfestivals in diesem Jahr, fügte Andanar hinzu. Diaz hatte auf der Berlinale bereits den Alfred-Bauer-Preis für das mehr als achtstündige Werk "A Lullaby to the Sorrowful Mystery" erhalten.

Ex-NS-"Ordensburg" wird Besucherzentrum

Zwei neue Dauerausstellungen

Einer der größten erhaltenen NS-Bauten in Deutschland wird neu genutzt: Die frühere nationalsozialistische Schule "Ordensburg" Vogelsang in der Eifel ist als Ausstellungs- und Besucherzentrum eröffnet worden. Im Mittelpunkt stehen zwei sehr unterschiedliche Ausstellungen: Die Dokumentation "Bestimmung: Herrenmensch - NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen" geht auf die Bedeutung der früheren "Ordensburg" Vogelsang in der Zeit des Nationalsozialismus ein. Die Ausstellung "Wildnisträume" gibt in sieben Themenbereichen einen Überblick über die Vielfalt heimischer Rotbuchen-Wälder und Wasserwelten. Vogelsang liegt mitten im einzigen nordrhein-westfälischen Nationalpark Eifel. Die Betreibergesellschaft "Vogelsang ip" rechnet mit jährlich 300 000 Besuchern auf dem Areal.

Hendricks für europäischen Denkmalschutz

Bundesbauministerin wirbt für mehr Zusammenarbeit

Denkmalschutz ist nach den Worten von Bundesbauministerin Barbara Hendricks eine gemeinsame europäische Aufgabe. "Wir sollten das gemeinsame bauliche Erbe viel stärker nutzen, um den Zusammenhalt in Europa zu stärken", sagte sie in Augsburg bei der Eröffnung des bundesweiten Tags des offenen Denkmals. Das bauliche Erbe verbinde die europäischen Städte. "Es zeigt die bauliche, politische und soziale Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg", ergänzte Hendricks. Beim Denkmaltag sind diesmal rund 8.000 historische Bauwerke und Kulturstätten zu sehen, so viele wie nie zuvor. Die größte kulturelle Veranstaltungsreihe in Deutschland zieht seit 1993 immer mehr Besucher an, zuletzt rund vier Millionen. Jeweils am zweiten Septembersonntag öffnen zahlreiche Gebäuden und Orte, die sonst nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind.

Schwetzinger Schloss wieder geöffnet

Sanierung kostete rund 1,1 Millionen Euro

Nach zweijähriger Schließung sind die historischen Räume des Schwetzinger Schlosses wieder für Besucher geöffnet. "Das Schloss ist nun wieder so zu sehen, wie es im frühen 19. Jahrhundert war", erklärte die baden-württembergische Finanzstaatssekretärin Gisela Splett zur Eröffnung. Die Sanierung der Schlossfassade in Richtung Schlossgarten war bereits im Juni für rund 1,1 Millionen Euro abgeschlossen worden. Das Schwetzinger Schloss ist vor allem bekannt als Sommerresidenz der Kurfürsten von der Pfalz. Im Kern ist es eine mittelalterliche Wasserburg. Es wurde immer wieder erweitert und entwickelte sich zu einer kleinen Dreiflügelanlage mit einem Ehrenhof. Kurfürst Karl Theodor schuf schließlich im 18. Jahrhundert das Ensemble aus Schloss, Schlossgarten und historischer Altstadt.

Gordon-Levitt: "Snowden will nach Hause"

Film über den Whistleblower vorgestellt

Laut US-Schauspieler Joseph Gordon-Levitt, will Edward Snowden wieder zurück in die USA - das habe ihm der Whistleblower bei einem Treffen während der Dreharbeiten zum Hollywoodfilm "Snowden" persönlich gesagt. "Er würde sehr gerne nach Hause kommen", sagte Gordon-Levitt vor Journalisten in Toronto. Im Drama von US-Regisseur Oliver Stone, das beim 41. Toronto International Film Festival Weltpremiere gefeiert hat, spielt Gordon-Levitt den früheren NSA-Mitarbeiter, der sich seit Jahren in Russland im Asyl befindet. "Er hat schon mehrfach gesagt, dass er sich jederzeit den USA stellen würde - wenn ihm ein fairer Prozess zugesichert wird", fügte Regisseur Stone an. Solange Snowden aber eine Verurteilung unter dem Espionage Act drohe, sei das nicht gewährleistet. "Wir hoffen, dass Mr. Obama eine Erleuchtung hat."

Papst-Übersetzer macht Mut zum Latein-Lernen

Die Sprache eröffne eine ganze Welt

Der Latein-Übersetzer des Papstes hat Tipps für Schüler, die jetzt nach Ferienende erstmals die Sprache der Römer pauken. "Die wichtigste Botschaft ist: Alle Anstrengung, aller Ärger und Frust ist es auf jeden Fall wert", sagte Daniel Gallagher der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er kenne niemanden, der es bereue, sich die Mühe des Latein-Lernens gemacht zu haben. Diese Sprache eröffne eine ganze Welt von Geschichte, Musik, Theologie, Philosophie: "Die Schönheit des Lateinischen entspricht der von Mozart schönsten Werken." Gallagher ist einer von sieben Experten, der die Dokumente des Vatikan ins Lateinische übersetzt. Gallagher räumte ein, dass Latein "eine Dispziplin der Pedanten und Erbsenzähler ist". So bekomme er ständig Beschwerdepost von Lateinern aus aller Welt. "Wir lieben es, uns über winzige Details die Köpfe heißzureden, die eigentlich wirklich nicht die Puste wert wären."

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