Seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Samstag, 21.07.2018
 
Seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Tonart | Beitrag vom 11.10.2017

Französische PopmusikWarum kennen die Deutschen nicht mehr als Daft Punk?

Francis Gay im Gespräch mit Carsten Beyer

"Daft Punk" bei einem Auftritt in Melbourne. (imago/ZUMA Press)
Daft Punk? Kennt man in Deutschland. Und vielleicht noch Air und Phoenix. Französischsprachigen Pop kennen hierzulande aber nur Liebhaber. (imago/ZUMA Press)

Französische Popmusik hat es in Deutschland schwer – ganz besonders wenn sie französischsprachig ist. Woran das liegt, erklärt Francis Gay, Musikchef beim WDR-Sender Cosmo und selbst Franzose.

Warum hat es französische Popmusik in Deutschland so schwer? "Man schaut nach London, man schaut in Richtung USA", sagt Francis Gay, Musikchef beim WDR-Sender Cosmo, der selbst Franzose ist. Deutsche Radiosender würden diese angelsächsische Fokussierung besonders verstärken.

Selbst eine Band wie Daft Punk würde in Deutschland wahrscheinlich weniger wahrgenommen werden, wenn sie auf Französisch statt auf Englisch singen würde, mutmaßt er.

Gay erinnert an den Erfolg von Yann Tiersens Soundtrack zu dem Film "Die fabelhafte Welt der Amelie", der Anfang der 2000er-Jahre erfolgreich war: "Das war der Hit in Deutschland: Musik zum Rotweintrinken." Die Musik habe damals die Klischees der Deutschen von französischer Musik bedient. "Das ist natürlich doof, weil die französische Musikszene entwickelt sich weiter und die Künstler tun etwas: Sie sind kreativ – und wer kreativ ist, der ist gerade nicht da, wo es das Publikum erwartet."

Und umgekehrt? In Frankreich kenne man Kraftwerk und Rammstein. "Sie stehen total auf House und Techno aus Köln und Berlin." Alle anderen deutschen Popmusiker hätten es schwer, meint Francis Gay.

Mehr zum Thema

Pop-Duo Stereo Total - "Ich finde anzügliche Texte gut"
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 02.03.2016)

Tonart

Arte-Doku Prince - "Sexy Mother F*****""Prince ging immer"
Prince Rogers Nelson auf der "Purple Rain"-Tour. (Imago/Cinema Publishers Collection)

Als Prince im April 2016 überraschend und unerwartet starb, herrschte bei seinen Fans tiefe Trauer. Für Arte hat Regisseur Oliver Schwabe nun eine Doku produziert und dafür viele Weggefährten des Künstlers interviewt. Und er zeigt: Prince war ein Workaholic.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur