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Kulturnachrichten

Donnerstag, 24. September 2020

Französische Medien unterstützen "Charlie Hebdo"

Nachdem das Satiremagazin "Charlie Hebdo" erneut bedroht wird, haben hundert französische Medien zur Verteidigung der Meinungsfreiheit aufgerufen. "Die Feinde der Freiheit müssen verstehen, dass wir alle zusammen ihre entschlossenen Gegner sind, ungeachtet unserer Meinungs- oder Glaubensunterschiede", hieß es in einem offen Brief. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören Redaktionen wie die von France Télévisions, "Le Parisien", "La Voix du Nord", und "Le Journal du Dimanche". Das Satiremagazin "Charlie Hebdo" hatte Anfang September zu Beginn des Prozesses rund um die Terrorserie vom Januar 2015 mit 17 Toten erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht und ist daraufhin wieder bedroht worden.

Lili Hinstin verlässt das Locarno Filmfestival

Lili Hinstin (43) verlässt als künstlerische Leiterin das Filmfestival in Locarno. Als Grund werden unterschiedliche Auffassungen über die Zukunftsstrategie genannt. Die Französin war 2018 Nachfolgerin von Carlo Chatrian geworden, der zur Berlinale wechselte. Über die Nachfolge werde in naher Zukunft diskutiert, hieß es. Hinstin war angetreten, um das Festival attraktiver für ein jüngeres Publikum zu machen. Das Festival im schweizerischen Locarno findet immer Anfang August statt und zählt zu den ätesten Filmfestivals der Welt.

Verleger Sir Harold Evans gestorben

Der prominente Verleger, Autor und Journalist Sir Harold Evans ist tot. Der 92-jährige Brite starb laut seiner Frau Tina Brown in New York an Herzversagen. Evans war bis in die 1990er Jahre hinein Präsident des Verlags Random House. In den 1960er Jahren fing er als Redakteur der Zeitungen "The Northern Echo" und "Sunday Times" an. Dabei machte er Schlagzeilen mit Enthüllungen über Spionage, Konzernkriminalität und Regierungsskandale. In den USA veröffentlichte Evans den politischen Roman "Primary Colors" über den damaligen Kandidaten Bill Clinton. Er schrieb Memoiren von Persönlichkeiten wie Diktator Manuel Noriega und Marlon Brando. 2004 wurde er in seinem Heimatland Großbritannien wegen seiner Beiträge zum Journalismus zum Ritter geschlagen. Bei der "Sunday Times" war Evans 14 Jahre lang tätig, bevor er von seinem neuen Chef, dem Unternehmer Rupert Murdoch, weggedrängt wurde. Evans wanderte 1984 in die USA aus.

Choreograph Forsythe erhält Theaterpreis

Der Choreograph William Forsythe erhält den Deutschen Theaterpreis "Der Faust 2020" für sein Lebenswerk. Der 70-Jährige US-Amerikaner, der von 1984 bis 2004 Ballettdirektor in Frankfurt am Main war, habe den zeitgenössischen Tanz durch seine Arbeit entscheidend beeinflusst, teilte der Deutsche Bühnenverein in Köln mit. Als ewig Forschender habe er die Kunstform Tanz, aber auch seine eigene strenge und zugleich sinnliche Tanzsprache immer wieder neu erfunden, heißt es in der Begründung. Der "Faust"-Theaterpreis wird von der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und dem Deutschen Bühnenverein in Köln vergeben. Mit der Auszeichnung werden herausragende künstlerische Leistungen geehrt. Die undotierten Preise werden im November im Staatstheater Hannover verliehen.

Berliner Bode- und Pergamonmuseum öffnen wieder

Mit dem Bode- und dem Pergamonmuseum sollen nach den coronabedingten Schließungen nun auch die letzten beiden Häuser der Berliner Museumsinsel öffnen. Beide Museen sollen vom 3. Oktober an wieder für Publikum zugänglich sein, wie die Staatlichen Museen zu Berlin mitteilten. Alle Museen waren Mitte März geschlossen worden, seit Mitte Mai hatten einzelne Häuser nach und nach wieder Besucher eingelassen. Bereits geöffnet sind auf der Museumsinsel das Alte Museum, die Alte Nationalgalerie, die James-Simon-Galerie, das Neue Museum sowie ein temporärer Ersatzbau für das Pergamonmuseum. Zu den Staatlichen Museen Berlin gehören 15 Sammlungen mit 4,7 Millionen Objekten an 19 Standorten.

Hongkonger Aktivist Joshua Wong wieder frei

Nach seiner vorübergehenden Festnahme ist der bekannte Hongkonger Aktivist Joshua Wong wieder auf freiem Fuß. Er sei in Sicherheit, schrieb Wong der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Stunden zuvor hatte er über seinen Twitter-Account seine Festnahme mitgeteilt - unter anderem wegen der Teilnahme an einer unerlaubten Versammlung im Oktober 2019. Die Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland hatte sich entsetzt darüber geäußert. Sie hatte die chinesische Regierung aufgefordert, die Freiheits- und Menschenrechte zu gewährleisten und Wong sofort und bedingungslos freizulassen. Auf der Frankfurter Buchmesse soll Wong im Oktober über die Situation in Hongkong berichten. Geplant ist eine Diskussion, was die Zivilgesellschaft und Politik in Europa tun können, um die Bürger Hongkongs in ihrem Streben nach Freiheit und Demokratie zu unterstützen.

"Die Enden der Parabel" ist Hörbuch des Jahres

Die Produktion "Die Enden der Parabel" nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Pynchon ist Hörbuch des Jahres 2020. Die Adaption sei "ohne Zweifel das bedeutendste Hörspiel der Saison und eine bravouröse Kulturleistung", schreibt die Jury der Hörbuchbestenliste in ihrer Begründung. Bearbeiter und Komponist Klaus Buhlert habe den Stoff, der um die Zeit des Zweiten Weltkriegs spielt, "mit großer Starbesetzung zu einem fast 14-stündigen klanggewaltigen Hörspiel geformt". Ihm sei eine "hochmusikalische Adaption" des Romans gelungen. Zum Kinderhörbuch des Jahres wurde die Lesung von "Der Junge aus der letzten Reihe" der britischen Autorin Onjali Q. Raúf gewählt. Die Geschichte um Ahmet, der auf der Flucht aus Syrien seine Eltern verloren hat, zeige, dass auch Kinder die Macht haben, die Welt ein zum Besseren zu verändern, so die Jury. Die Auszeichnung mit einem Preisgeld von 3333 Euro wird am 17. Oktober 2020 in der Frankfurter Festhalle verliehen.

Architekturmuseum: Peter Schmal im Amt bestätigt

Der Direktor des Deutschen Architekturmuseums, Peter Cachola Schmal, bleibt weitere sechs Jahre im Amt. Das teilte die Stadt Frankfurt mit. Der 60-Jährige habe die Architektur der Stadt "konstruktiv begleitet, ohne seine Unabhängigkeit aufzugeben", sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Das Haus agiere unter seiner Leitung auf der Höhe der Zeit, so Hartwig. Cachola Schmal greife Themen auf, die die Stadt bewegten und löse durch kluge und durchdachte Ausstellungskonzepte Debatten aus. Seit fast 15 Jahren leitet Schmal das Museum, 2006 wurde er zum Direktor ernannt, sein aktueller Vertrag läuft bis 2027.

Nobelstiftung erhöht Preisgeld

Die diesjährigen Nobelpreisträger erhalten ein höheres Preisgeld als in den Vorjahren. Pro Kategorie werde es in diesem Jahr zehn Millionen schwedische Kronen (rund 950.000 Euro) und damit eine Million Kronen mehr als zuletzt geben, teilte die Nobelstiftung mit. Die Arbeit der vergangenen Jahre zur Stärkung der Finanzen der Stiftung mache dies möglich. Das Stiftungskapital sei seit 2012 von rund drei auf 4,6 Milliarden Kronen gestiegen. Wer die Nobelpreise in diesem Jahr erhält, wird vom 5. bis 12. Oktober in Stockholm und in Oslo bekanntgegeben. Ihre Auszeichnungen - neben dem Preisgeld erhalten die Geehrten die Nobelmedaillen und Urkunden - nehmen die Preisträger am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel, entgegen.

New Yorker Metropolitan Opera verschiebt Öffnung

Die New Yorker Metropolitan Opera hat ihre Wiederöffnung angesichts der anhaltenden Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie um weitere neun Monate verschoben. Erst Ende September 2021 solle eine neue Spielzeit beginnen, hieß es in einer Mitteilung. Die Entscheidung sei "extrem schwierig" gewesen, habe aber nach Beratung mit Gesundheitsexperten so getroffen werden müssen - eigentlich wollte das Opernhaus mit einer Gala am 31. Dezember 2020 seine Türen wieder für Besucher öffnen. New York war im Frühjahr eines der weltweiten Epizentren der Pandemie. Museen dürfen inzwischen unter strengen Auflagen wieder öffnen. Zahlreiche andere Kultureinrichtungen, wie etwa die Theater des Broadway, haben bereits angekündigt, in diesem Jahr nicht mehr aufzumachen.

Juliette Gréco ist tot

Die französiche Sängerin und Schauspielerin Juliette Gréco ist tot. Sie starb im Alter von 93 Jahren, wie die Agentur afp unter Berufung auf ihre Familie bekanntgab. In den 50er und 60er Jahren wurde sie mit Chansons wie "L'accordéon", "La Javanaise" und "Déshabillez-moi" weltberühmt. Schriftsteller wie Sarte oder Camus schrieben für sie Texte. Als "Muse" der Existenzialisten wurde Gréco bekannt, mit ihrer markanten dunklen Stimme und ihrer schwarzen Kleidung prägte sie ab Ende der 40er Jahre eine ganze Generation.

Disney verschiebt Start weiterer Blockbuster

Wegen der Corona-Pandemie muss Disney den Kinostart mehrerer potenzieller Blockbuster weiter nach hinten schieben. Das Filmstudio gab neue Erscheinungstermine für zehn seiner Filme bekannt. "Black Widow", der nächste Film aus dem Marvel-Universum mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle soll demnach am 7. Mai 2021 erscheinen und nicht am 6. November wie zuletzt geplant. Die Adaption des Musicals "West Side Story" von Starregisseur Steven Spielberg wurde um ein ganzes Jahr auf Dezember 2021 verschoben. Auch "Deep Water" mit Ben Affleck und Ana de Armas soll statt im November erst im August 2021 erscheinen. Für Disney, das unter anderem mit den Marvel- und Star-Wars-Filmen in den vergangenen Jahren gewaltige Kassenerfolge gefeiert hatte, ist das Corona-Jahr ebenso ein Desaster wie für andere Filmstudios und die Kinoketten. 30 Prozent der Kinos in den USA sind nach wie vor geschlossen.

Hochschulen geben Milliarden Fördermittel nicht aus

Milliarden Fördermittel für die Hochschulen in Deutschland bleiben einem Bericht des Bundesrechnungshofes zufolge liegen. Ende 2018 hätten die "Ausgabenreste" kaum verändert zum Vorjahr bei 3,7 Milliarden Euro gelegen, heißt es in einem Bericht. Die Prüfer bemängeln auch die fehlende Transparenz bei der Frage, wofür die für den Studienplatzaufbau gedachten Gelder am Ende ausgegeben werden. Das Bundesforschungsministerium müsse fordern, dass die Finanzmittel der Hochschulen transparenter werden, heißt es weiter. Rund 2,5 Milliarden Euro aus dem Pakt muss der Bundestag bis 2023 in den jährlichen Haushaltsberatungen noch freigeben.

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