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Sonntag, 18.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Sonntag, 16. Juli 2017

Französische Autorin Anne Golon gestorben

Romanserie "Angélique" wurde millionenfach verkauft

Die französische Buchautorin Anne Golon ist tot. Sie starb nach Angaben ihrer Tochter bereits am Freitag in Versailles im Alter von 95 Jahren. Mit einer Buchserie über das fiktive Leben einer verarmten Adligen zur Zeit Ludwig XIV. hatte Golon überragenden Erfolg. Das 20 Bände umfassende Werk "Angélique" wurde in 45 Sprachen übersetzt und ist mit mehr als 150 Millionen Exemplaren einer der größten Bucherfolge des 20. Jahrhunderts. Die ersten beiden Roman-Bände erschienen 1956. Ab 1964 wurden Teile der Romane erstmals verfilmt. Die Geschichten wurden in mehr als 40 Ländern verlegt und dienten zahlreichen Filmen und Comics als Vorlage.

"documenta14" in Athen ist zu Ende

Durchwachsene Bilanz durch zu wenige griechische Besucher

Die "documenta 14" ist nach 100 Tagen in Athen zu Ende gegangen. Erstmals gab es neben Kassel einen zweiten Standort für die Kunstausstellung, die als eine der größten der Welt gilt. Im Deutschlandfunk Kultur zog Kunstredakteurin Claudia Wheeler eine gemischte Bilanz: Bis vergangenen Mittwoch hätten nur 320 000 Menschen die "documenta" in Athen besucht. Für den Standort in Kassel würden dagegen bis zum Ausstellungsende im September rund 1 Millionen Kunstbegeisterte erwartet. Wheeler kritisierte, dass die Ausstellung mehr hätte beworben werden müssen. Außerdem habe der rote Faden gefehlt. 43 Prozent der Besucher in Athen kamen aus Griechenland, etwa ein Viertel der Gäste seien Deutsche gewesen, hieß es beim "documenta"-Team. Die Öffnung auf mehrere Standorte sei ein Zukunftsmodell. Ein Erfolg sei z.B. die Stärkung von Athener Kulturinstitutionen: so wurde im Rahmen der Ausstellung das Nationalmuseum für Zeitgenössische Kunst in Athen das erste Mal geöffnet. Positiv äußerte sich die Athener Tageszeitung "Kathimerini", die die Schau zunächst kritisch gesehen hatte: "Die documenta von Kassel und ihr künstlerischer Leiter Adam Szymczyk haben uns ein großes Geschenk gemacht. Sie haben Athen und seine zeitgenössische Kunstszene in den Fokus des internationalen kulturellen Interesses gerückt."

Deutscher Kulturrat fordert Geschlechtergerechtigkeit

Bund soll mit gutem Beispiel vorangehen

Der Deutsche Kulturrat hat die Parteien vor der Bundestagswahl zu mehr Engagement für die Gleichstellung von Mann und Frau aufgefordert. In Kultur und Medien könne längst noch nicht von Geschlechtergerechtigkeit gesprochen werden, heißt es in einer Mitteilung des Spitzenverbandes der Bundeskulturverbände. Verlangt wird unter anderem eine gerechtere Besetzung von Jurys bei Preisen, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine Förderung von Unternehmen bei der Besetzung von Führungspositionen mit Frauen. Olaf Zimmermann, Kulturrat-Geschäftsführer, sagte: „Die von uns 2016 veröffentlichte Studie „Frauen in Kultur und Medien“hat eine intensive Debatte ausgelöst. Der Deutsche Kulturrat wird als Reaktion auf die Studie in der Zukunft seine Gremien geschlechtergerecht besetzen. Wir erwarten von der Politik ähnlich eindeutige Maßnahmen." Wenn Staat, Verbände und Wirtschaft an einem Strang zögen, könne im Kultur- und Medienbereich Geschlechtergerechtigkeit erreicht werden. Der Bund müsse bei der ausgewogenen Besetzung von Stellen ein Vorbild sein, unterstrich Zimmermann. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte einen Runden Tisch zu dem Thema eingerichtet, deren Ergebnisse sie am Montag vorstellen will.

Die Sängerin Ina-Maria Federowski ist tot

Sie zählte zu den Publikumslieblingen in Ostdeutschland

Mit 67 Jahren ist am vergangenen Donnerstag die Schlagersängerin Ina-Maria Federowski gestorben. Das bestätigte am Sonntag ihr Ehemann Gerd-Roderich Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. Mit den Hits "Man lernt nie aus" oder "Die Liebe gewinnt" begeisterte sie ihre Fans. Durch Auftritte als Sängerin und Moderatorin der Fernsehshow "Kessel Buntes" im DDR-Fernsehen wurde sie einem breiten Publikum bekannt. "Singen ist eine Frage der Seele und des Wohlbefindens", dieser Satz auf ihrer Homepage war das Credo von Ina-Maria Federowski. Sie studierte an der Musikhochschule Dresden klassischen Gesang und bekam ihr erstes Engagement an der Staatsoperette Dresden, bevor sie durch den Schlagerkomponisten Arndt Bause entdeckt wurde. Mehr als 200 TV-Auftritte machten die Musikerin zum Publikumsliebling und einer der erfolgreichsten Schlagersängerinnen der DDR. Ina-Maria Federowski starb an den Folgen einer Krebserkrankung in der Charité in Berlin.

Museum in San Francisco schickt Kunst per SMS

Unerwartet hohe Nachfrage für Fotoaktion

Überraschend großen Zuspruch erhält ein Kunstprojekt des San Francisco Museum of Modern Art (SFMOMA). Fotos von Kunstobjekten der Museumssammlung, die rund 34000 Werke umfasst, werden an Smartphones verschickt, wenn Interessenten eine SMS an das Museum mit einem Schlagwort oder einem Emoji versehen. Nach vier Tagen waren 12000 Anfragen beantwortet worden, in der vergangenen Woche habe man bereits mehr als zwei Millionen SMS-Kunst-Botschaften verschickt, sagte ein SFMOMA-Mitarbeiter der "New York Times". Die SMS-Antwort auf ein Herz-Emoji ist beispielsweise ein herzförmiges Werk des Pop-Art-Künstlers Jim Dine. Eine Anfrage mit dem Schlagwort "Schick mir deutsche Kunst" wird mit einem Poster des Grafikdesigners Otl Aicher von der Münchner Olympiade erwidert. Nur etwa fünf Prozent der Kunstsammlung habe in den Ausstellungsräumen Platz, teilt das Museum auf seiner Webseite mit. Mit der digitalen SMS-Verbreitung wolle man das große Archiv einer breiten Öffentlichkeit auf eine "lustige, neue und sehr persönliche Art" zugänglich machen.

Neues Theater in Paris geplant

Projekt soll durch private Investoren finanziert werden

In Paris soll ein neues Theater eröffnen. Am Rande des Theatertreffens in Avignon wurde dieses Vorhaben bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben, erläuterte Theaterexperte Eberhard Spreng im Gespräch bei Deutschlandfunk Kultur. Dabei soll das seit Jahren nicht mehr bespielte Varieté-Theater "Scala" umgebaut werden. Die architektonische Umgestaltung des im 19. Jahrhundert gebauten Gebäudes soll Richard Peduzzi realisieren. Der berühmte Architekt hat sich in der Theaterwelt als Bühnenbilder des 2009 verstorbenen französischen Opernregisseurs Patrice Chéreau einen Namen gemacht. Finanziert werden soll das Theater durch private Investoren. Im Herbst 2018 will das im 10.Arrondissement gelegene Theater mit einem spartenübergreifenden Programm starten, das sich mit dem künstlerischen Niveau subventionierter Theaters messen will.

New Yorker Museum zeigt Eichmanns Prozesskabine

Der SS-Mann wurde 1962 hingerichtet

Im Rahmen einer Ausstellung über die Suche und Ergreifung des Nazi-Verbrechers Adolf Eichmann zeigt das New Yorker Museum of Jewish Heritage ab heute die schusssichere Kabine, in der Eichmann während seines Prozesses saß. Film- und Tonaufnahmen sollen dem Besucher einen Eindruck geben, wie der Prozess gegen Eichmann im Jahr 1961 ablief. Die Ausstellung wurde von einem ehemaligen Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad erstellt. Teil der Ausstellung namens "Operation Finale" ist auch eine Augenbinde, die Eichmann umgelegt wurde, als Agenten des Mossads ihn 1960 beim Verlassen eines Busses in Buenos Aires entführten und nach Israel brachten. Kurator Avner Avraham, verließ den Mossad vor zwei Jahren, um sich der Sammlung der Ausstellungsstücke zu widmen. Eichmann war zum Tode verurteilt und 1962 in Israel hingerichtet worden. Er war maßgeblich an der Planung des Transports und der Ermordung von Millionen von Juden während der Nazi-Diktatur beteiligt.

Schwule und Lesben demonstrieren für Vielfalt

Christopher Street Day feiert in München und Frankfurt Ehe für alle

In mehreren deutschen Städten haben Schwule und Lesben beim Christopher Street Day (CSD) am Samstag unter anderem für Gleichstellung demonstriert. In München zogen die Teilnehmer unter dem Motto "Gleiche Rechte. Gegen Rechts!" durch die Straßen. Auch in Frankfurt am Main wendeten sich die Teilnehmer gegen rechte Strömungen. Auf vielen Motivwagen und Transparenten wurde die Ehe für alle gefeiert, für die der Bundestag Ende Juni gestimmt hatte. Vertreter der schwul-lesbischen Gemeinschaft, Bisexuelle und Trans-Menschen demonstrierten auch für mehr Akzeptanz in der Gesellschaft. Während viele Zuschauer ausgelassen feierten, erinnerten manche der Marschierer daran, dass Homosexuelle in vielen Ländern noch immer verfolgt oder diskriminiert werden. Der CSD erinnert an Vorfälle um den 28. Juni 1969 in New York. Nach einer Polizeirazzia in der Bar "Stonewall Inn" kam es zum Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen mit Straßenschlachten in der Christopher Street. In Deutschland wird jährlich an verschiedenen Terminen im Sommer mit bunten Straßenfesten und Paraden daran erinnert.

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