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Sonntag, 27.09.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 7. September 2020

Frankreich kommt seinen Museen zu Hilfe

Frankreich unterstützt seine großen Museen, Denkmäler und Kathedralen in der Corona-Pandemie finanziell. 614 Millionen Euro Direkthilfe soll es geben. Davon gehen laut Kulturministerium mehr als die Hälfte an die international bekannten Museen wie den Louvre, an Versailles, das Orsay-Museum und das Centre Pompidou. Sie verzeichneten wegen der Corona-Schutzmaßnahmen einen Besucherrückgang von 40 bis 80 Prozent. Der Direktor des Louvre, Jean-Luc Martinez, bezifferte den Einnahmeverlust auf über 40 Millionen Euro. Das Louvre-Publikum kommt zu 75 Prozent aus dem Ausland, vor allem aus den USA und China. Die Gelder sind Teil eines Kultur-Hilfspakets in Höhe von 2 Milliarden Euro.

Ministerium untersucht Frauenanteil bei NGOs

Das Bundesfamilienministerium beteiligt sich an einem Projekt, das den Frauenanteil in Spitzenpositionen von Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen beleuchten soll. Das Projekt wird gemeinsam mit dem Verein Fair Share of Women Leaders durchgeführt. Frauen machen in deutschen Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen zwar etwa 70 Prozent der Belegschaft aus, doch haben sie derzeit nur rund 33 Prozent der Führungspositionen inne, wie aus dem ersten "Fair Share"-Monitor hervorgeht, der bereits im März veröffentlicht wurde. Für den ersten Monitor wurden Daten von mehr als 80 NGOs und Stiftungen untersucht. Die nächste Erhebung soll im März 2021 vorgestellt werden. Ab Oktober werde es zudem die Aufforderung geben, eine Selbstverpflichtung für einen fairen Frauenanteil in Führungspositionen bis 2030 zu unterzeichnen. Das Projekt wird nach Ministeriumsangaben von 2020 bis 2024 mit rund 690.000 Euro gefördert.

Berlinale: Filmmarkt bekommt neuen Leiter

Am Rande der Berlinale kommen jedes Jahr Tausende Fachbesucher zu einer Messe zusammen. Der European Film Market erhält nun eine neue Leitung. Dennis Ruh soll den Branchentreff ab November leiten, wie die Filmfestspiele mitteilten. Bisher arbeitete Ruh für German Films, die Auslandsvertretung des deutschen Films. Der bisherige Filmmarkt-Direktor Matthijs Wouter Knol wechselt zur Europäischen Filmakademie. Die nächste Berlinale ist für Februar 2021 geplant. Wegen der Corona-Pandemie soll der European Film Market teilweise online stattfinden.

Höhere Reichweite für Digitalradio DAB+

In Autos und Haushalten in Deutschland befinden sich inzwischen knapp zehn Millionen Radios, die DAB+ empfangen können. Das ist eine Million mehr als im Vorjahr, heißt es im aktuellen Digitalisierungsbericht der Medienanstalten. Das bedeutet, dass knapp ein Viertel der Bevölkerung Radioprogramme auf digitalem Weg empfangen kann. Aus dem Digitalisierungsbericht geht außerdem hervor, dass die Zahl der UKW-Radios in den deutschen Haushalten auf hohem Niveau leicht sinkt. Rund 91 Prozent der Haushalte haben noch ein UKW-Radio. In Europa hat sich bisher nur Norwegen komplett vom UKW-Funk verabschiedet. Auch Südtirol und die Schweiz planen die vollständige Umstellung auf DAB+.

Der tschechische Regisseur Jiri Menzel ist tot

Der tschechische Regisseur Jiri Menzel ist tot. Das teilte seine Ehefrau auf ihrer Facebook-Seite mit. Der 1938 geborene Menzel, der auch als Schauspieler, Drehbuchautor und Theater-Regisseur arbeitete, war einer der wichtigsten Vertreter der "tschechoslowakischen Nouvelle Vague". Bekannt war er für seinen hintersinnigen Humor, er verfilmte zahlreiche literarische Stoffe des Schriftstellers Bohumil Hrabal, darunter "Ich habe den englischen König bedient" aus dem Jahr 2006 mit Julia Jentsch und Oldrich Kaiser in den Hauptrollen. 1967 erhielt er für seinen ersten Film, die Tragikomödie "Liebe nach Fahrplan", den Oscar für den besten ausländischen Film. Sein Film "Heimat, süße Heimat" erhielt 1985 eine Oscar-Nominierung. Menzel wurde 82 Jahre alt.

2.500 Jahre alte Särge in Ägypten gefunden

In Sakkara, zwanzig Kilometer südlich von Kairo, haben ägyptische Archäologen dreizehn alte Särge gefunden. Erste Untersuchungen deuteten darauf hin, dass die Särge 2.500 Jahre alt, vollständig versiegelt sind und seit der Beisetzung nicht geöffnet wurden, berichtete die Tageszeitung "Al-Ahram". Zur Identität der Bestatteten könne noch keine Aussage gemacht werden. Die Grabungen sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Es sei davon auszugehen, dass weitere Funde gemacht werden, hieß es in einer Mitteilung des Antikenministeriums. Erst im vergangenen Jahr waren 30 Sarkophage am Westufer des Nils im Tal der Könige gefunden worden. Das war der erste bedeutende Grabfund seit über 100 Jahren. Sakkara am Westufer des Nils ist eine Totenstadt. Neben verschiedenen Pyramiden finden sich unter anderem auch Schacht- und Galeriegräber sowie Tierfriedhöfe.

Julia Encke ist neue Feuilletonchefin der FAS

Julia Encke hat die Leitung des Feuilletons der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) in Berlin übernommen. Sie löst damit Claudius Seidl ab, berichtet die FAZ. Seidl war seit 19 Jahren in dieser Funktion tätig und wird weiterhin als Filmkritiker für die FAZ arbeiten. Julia Encke, die Literaturwissenschaften studiert hat, begann als freie Literaturkritikerin bei der FAZ und machte Zwischenstation beim Feuilleton der "Süddeutschen Zeitung", bevor sie 2005 zur Feuilletonredaktion der FAS kam. Fünf Jahre lang leitete sie das Literaturressort. 2014 erschien ihr Essay "Charisma und Politik - Warum unsere Demokratie mehr Leidenschaft braucht". Die Fachzeitschrift "Medium Magazin" zeichnete sie 2018 als "Kulturjournalistin des Jahres" aus.

Zusatztexte bei Diskriminierung in Kinderbüchern

NRW-Familien- und Integrationsminister Joachim Stamp hat sich dafür ausgesprochen, ältere Kinderbücher mit diskriminierenden Begriffen wie dem N-Wort durch Zusatztexte zu ergänzen. Ein erläuternder Text, der die Begrifflichkeiten und Zusammenhänge einordnet, stärke die Sensibilität von Kindern, um nicht mit Sprache zu verletzen, so der FDP-Politiker in einem Interview mit der Rheinischen Post. In jüngerer Zeit war die Diskussion um stereotype bzw. rassistische Darstellungen in Kinderbüchern wie zum Beispiel "Jim Knopf" wieder neu aufgekommen. Aus den "Pippi Langstrumpf"-Büchern von Astrid Lindgren hatte der Verlag Friedrich Oetinger die Wörter "Neger" und "Zigeuner" schon 2009 gestrichen. Auch aus der "kleinen Hexe" von Otfried Preußler war das N-Wort noch zu Lebzeiten des Autors gestrichen worden.

Viermaster Peking kehrt zurück nach Hamburg

Heute kehrt ein Viermaster mit dem Namen Peking in den Hamburger Hafen zurück. Die Peking war 1911 in Hamburg vom Stapel gelaufen und ist eines der letzten Schiffe aus der Epoche der sogenannten Windjammer. Mehr als 40 Jahre lang lag sie als Museumsschiff in New York. Vor drei Jahren wurde sie zurück nach Deutschland geholt und für 38 Millionen Euro originalgetreu restauriert. In Hamburg soll die Peking in Zukunft Aushängeschild des geplanten Deutschen Hafenmuseums sein.

Staatskapelle Berlin feiert ihren 450. Geburtstag

Die Staatskapelle Berlin hat am Abend zu ihrem 450. Geburtstag ein Freiluftkonzert gegeben. Unter dem Motto "Staatsoper für alle" spielten die Musiker Werke von Ludwig van Beethoven, die Leitung hatte Chefdirigent Daniel Barenboim. Den Auftakt bildete die Egmont-Ouvertüre. Anschließend spielte die Geigerin Anne-Sophie Mutter als Solistin die beiden Violinromanzen des Komponisten, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 250. Mal jährt. Zum Abschluss erklang Beethovens Symphonie Nr. 9 in d-Moll. Wegen der Corona-Beschränkungen kamen nicht wie sonst üblich Zehntausende Zuhörer. Eingeladen waren nur 2.000 Gäste, vor allem Beschäftigte des Einzelhandels und des Gesundheitswesens, als Zeichen des Danks für ihre Arbeit während der Pandemie.

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