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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 21.10.2016

Frankfurter Buchmesse 2016Best of Blaues Sofa

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(imago / Manfred Segerer)
Die Kulturwissenschaftlerin, Journalistin und Autorin Mithu Sanyal auf dem Blauen Sofa auf der Frankfurter Buchmesse 2016 (imago / Manfred Segerer)

Wer auf dem Blauen Sofa Platz nehmen darf, gehört zu den ganz großen deutschsprachigen Autorinnen und Autoren. Mit dabei in Frankfurt war die Kulturwissenschaftlerin und Autorin Mithu Sanyal. Ihr Buch "Vergewaltigung" bringt Klarheit in eine erhitzte gesellschaftliche Debatte.

Bei der Arbeit an ihrem Buch sei Mithu Sanyal klar geworden, was für ein "Minenfeld" das Thema Vergewaltigung sei. Sie vertritt die These, dass Vergewaltigungsopfer nicht bis ans Ende ihres Lebens Opfer sein müssen. Und sie fordert: "Opfer sollten die Möglichkeit bekommen, ihre Geschichte selbst zu bestimmen." 

(imago / Manfred Segerer)Die Autorin Amelie Fried auf der Frankfurter Buchmesse 2016 (imago / Manfred Segerer)

Die TV-Moderation und Schriftstellerinnen Amelie Fried erzählt in ihrem neuen Roman "Ich fühle was, was du nicht fühlst" die Geschichte eines hochsensiblen und hochbegabten Mädchens in den 1970er-Jahren. Die 13-jährige India ist Synästhetikerin, spürt sogar Töne auf der Haut. Fried sagt im Interview, es gebe durchaus Parallelen zwischen ihr und India. Sie sei zwar keine Synästherikerin, kenne aber das Gefühl des Außenseiterseins sehr gut. 

Die niederländische Schriftstellerin Connie Palmen (dpa / picture alliance / Horst Galuschka)Die niederländische Schriftstellerin Connie Palmen (dpa / picture alliance / Horst Galuschka)

Connie Palmen ist eine der meistgelesenen Autorinnen der Niederlande. In ihrem neuen Roman "Du sagst es" widmet sie sich dem berühmten Liebespaar Sylvia Plath und Ted Hughes. Plath nahm sich im Alter von 30 Jahren das Leben und ließ zwei kleine Kinder zurück. Connie Palmen wollte den Selbstmord von Plath aus der Sicht von Ted Hughes nacherzählen, der von der feministischen Bewegung zum Feind und Mörder seiner Frau erklärt wurde. Im Interview gibt sie zu: "Ich wollte alles für Ted Hughs tun. Ich war auch verliebt in ihn." 

(imago /Manfred Segerer)Der Autor Philipp Blom auf dem Blauen Sofa auf der Frankfurter Buchmesse 2016 (imago /Manfred Segerer)

Philipp Blom ist einer der renommiertesten Sachbuchautoren unserer Zeit. Mit "Bei Sturm am Meer" - eine Familiengeschichte in der Nachkriegszeit - kehrt er zum Roman zurück. "Romane waren meine erste Liebe und werden es auch bleiben", sagt Blom im Gespräch auf dem Blauen Sofa. Das Romanschreiben habe er nach den historischen Sachbüchern als "Befreiung" erlebt. 

Der Liedermacher und Schriftsteller Wolf Biermann (picture alliance / dpa / Sophia Kembowski)Der Liedermacher und Schriftsteller Wolf Biermann (picture alliance / dpa / Sophia Kembowski)

Unter dem Titel "Warte nicht auf bessre Zeiten!" hat der Liedermacher und Lyriker Wolf Biermann seine Autobigrafie verfasst. Eigentlich könne er gar keine Prosa schreiben, so Biermann, nur Gedichte und Lieder. Das Buch sei seiner Frau Pamela zu verdanken. Er habe nur kleine Abschnitte verfasst und sie habe diese dann zu einem Werk "zusammengeflickt".

Thomas Meinecke (rechts) spricht auf der Frankfurter Buchmesse im Gespräch mit Joachim Scholl (Deutschlandradio / Susanne van Loon)Thomas Meinecke (rechts) im Gespräch mit Joachim Scholl (Deutschlandradio / Susanne van Loon)

In seinem neuen Roman "Selbst" spürt Thomas Meinecke drei Frauen nach, die zusammen in einer WG in Frankfurt wohnen und sich - grob gesagt - für Mode, Kunst, Kulturwissenschaften und Liebe in Postgender-Zeiten interessieren. Die Figuren entsprächen seinen Leserinnen, erklärte Meinecke. "Es sind Leute, die sich mit meinen Büchern beschäftigen. Sie sind überwiegend um die dreißig und schreiben gerade eine Doktorarbeit über Themen, die mich selbst interessieren, vor allem feministische Dekonstruktion."

Der Publizist Can Dündar auf der Frankfurter Buchmesse. (imago / Hoffmann)Der Publizist Can Dündar auf der Frankfurter Buchmesse. (imago / Hoffmann)

Der türkische Journalist und ehemalige Chefredakteur der regierungskritischen Tageszeitung "Cumhuriyet", Can Dündar, berichtet in seinem Buch "Lebenslang für die Wahrheit" über die prekären Zustände in türkischen Gefängnissen. Er war selbst monatelang in Einzelhaft und habe keinen Kontakt zu seiner Familie bekommen, nicht mal einen Stift, um etwas auszuschreiben. Die strengen Bedingungen würden mit dem derzeitigen Ausnahmezustand begründet. "Das Recht gilt nicht mehr. Die Türkei ist ein Polizeistaat", sagte Dündar. Sein Land fahre gegen die Wand. Das mache ihn traurig. 

(imago /STAR-MEDIA)Der Buchautor und Förster Peter Wohlleben (imago /STAR-MEDIA)

Peter Wohlleben ist "ökologischer Fulltime-Förster" in der Eifel - und Bestsellerautor von "Das Seelenleben der Bäume". Sein neues Buch "Das Seelenleben der Tiere" hätte gemäß seinen Interessen eigentlich das erste sein müssen, so Wohlleben auf dem Blauen Sofa. Mit sechs Jahren wollte er Naturschützer werden. "Ich habe Wasserschildkröten im Aquarium auf dem Schreibtisch gehalten und versuchte, ein Küken mit einem Heizkissen auszubrüten", erzählte Wohlleben. Schreiben wollen habe er nie. Dazu habe ihn sein Frau überredet.

mia

Mehr Infos zum Blauen Sofa finden Sie - hier

Videos vom Blauen Sofa, die das ZDF aufgezeichnet hat: Bitte hier klicken.

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