Seit 15:05 Uhr Tonart

Mittwoch, 16.10.2019
 
Seit 15:05 Uhr Tonart

Fazit / Archiv | Beitrag vom 12.11.2017

Frank Hoppmann ausgezeichnetDeutscher Karikaturenpreis für Erdogan-Karikatur

Moderation: Britta Bürger

Podcast abonnieren
Ein Besucher betrachtet die Karikatur "Erdogan" von Frank Hoppmann. (dpa )
Ein Besucher betrachtet die Karikatur "Erdogan" von Frank Hoppmann. (dpa )

Der Zeichner Frank Hoppmann hat den Deutschen Karikaturenpreis gewonnen. Das preisgekrönte Porträt zeigt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in einer beleidigten Pose. Im Interview verriet Hoppmann unter anderem, was er vom deutschen Humor hält.

Für die prämierte Karikatur erhielt Frank Hoppmann am Sonntag in Dresden den "Geflügelten Bleistift in Gold". Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert.

Im Deutschlandfunk Kultur drückte Hoppmann seine Freude über die Auszeichnung für sein satirisches Werk aus. Die Karikatur sei "mit die einzige Kunstform, wo gelacht werden darf - selbst in Museen", sagte der Münsteraner im Gespräch mit Britta Bürger in der Sendung "Fazit".

Karikaturisten-Karriere begann als Schüler

Frank Hoppmann, der Gewinner des Deutschen Karikaturenpreises 2017, mit dem "Geflügelten Bleistift in Gold". (dpa-Zentralbild)Frank Hoppmann, der Gewinner des Deutschen Karikaturenpreises 2017, mit dem "Geflügelten Bleistift in Gold". (dpa-Zentralbild)

Das preisgekrönte Erdogan-Porträt zeigt den türkischen Präsidenten mit einem roten Eimer auf dem Kopf, der wie eine orientalische Kopfbedeckung aussieht. Auch andere Darstellungen bekannter Politiker wirken wenig schmeichelhaft für die Porträtierten. Viele erinnern an Tiere. Angela Merkel ähnelt einem Schwein, Donald Trump einem Uhu, Wolfgang Schäuble trägt Züge einer Fledermaus. Hoppmann stellte aber klar, er lege es nicht darauf an, die Politiker als Tiere darzustellen:

"Ich sehe mir die Person an und muss manchmal natürlich auch schon dabei schmunzeln, aber das geht jedem so. Das ist so eine persönliche Wahrnehmungssache. Dass da im Endeffekt Leute da Tiere drin sehen, das passiert dann einfach."

Hoppmann betonte, es sei nicht die Wut, die ihn zur Arbeit treibt. Zu seinem Beruf als Karikaturist sei er in der Schule gekommen. Der Unterricht habe ihn gelangweilt, außerdem habe er sich ungerecht behandelt gefühlt.

Deutscher Humor abseits von Mario Barth

"Ich habe immer schon gern gezeichnet. Und dann fing das an, dass ich einen Lehrer gezeichnet habe und die Reaktionen der Mitschüler waren stark. Ich habe gesehen, das hat irgendwie Potenzial." 

Hoppmann, der unter anderem für die "Welt am Sonntag" und den "Rolling Stone" zeichnet, wird oft mit den Zeichnern der Neuen Frankfurter Schule in Verbindung gebracht, zum Beispiel F. K. Waechter und Robert Gernhardt. Er empfindet das als Lob, die genannten Karikaturisten seien exemplarisch dafür, dass auch Deutsche Humor hätten:

"Es wird ja oft gerätselt, ob wir Deutschen Humor haben und natürlich haben wir Humor. Und es gibt noch sehr viele andere Sachen als Loriot und heutzutage außer Mario Barth."

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsSchriftsteller im Krieg
Saša Stanišić, aus Bosnien stammender Autor, erhält den Deutschen Buchpreis 2019 und steht am 14.10.2019 im Kaisersaal des Frankfurter Römers mit seiner Urkunde. (Foto: Andreas Arnold/dpa)

Gerade gekürt empörte sich der Gewinner des Deutschen Buchpreises Saša Stanišić über den Literaturnobelpreisträger Peter Handke, schreibt die "Welt". Wie Literatur Wirklichkeit abbilden sollte, sei auch eine Generationenfrage, stellt die "FAZ" fest.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 17Wirtschaftswunder, Winnetou und Wurst?
Olaf Hoerbe als Intschu-tschuna spielt während der Hauptprobe von "Winnetou " auf der Felsenbühne in Rathen, Sachsen. (dpa /  Matthias Rietschel)

Wie reagieren Theater auf veränderte gesellschaftliche Bedingungen in Zeiten des erstarkenden Rechtspopulismus? In einer Umfrage haben 32 Theaterleiter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen darauf geantwortet.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur