Seit 15:05 Uhr Interpretationen

Sonntag, 22.09.2019
 
Seit 15:05 Uhr Interpretationen

Kulturnachrichten

Freitag, 12. Dezember 2014

Frank Hoffmann bleibt bis 2018 Intendant der Ruhrfestspiele

Der Aufsichtsrat würdigt damit auch den bisherigen Erfolg des Theaterregisseurs

Frank Hoffmann soll bis mindestens Herbst 2018 Intendant der Ruhrfestspiele Recklinghausen bleiben. Der Aufsichtsrat des traditionsreichen Theaterfestivals beschloss heute einstimmig, seinen Vertrag aufgrund der erfolgreichen künstlerischen Arbeit um weitere drei Jahre zu verlängern. Hoffmann ist bereits seit 2005 Festspielleiter. In den vergangenen Jahren erzielte er mit einer gestiegenen Zahl an Produktionen mehrfach neue Besucherrekorde: Seit 2012 kamen jeweils mehr als 80 000 Besucher pro Saison zum Festival.
Die Ruhrfestspiele haben eine lange Tradition. Sie gehen darauf zurück, dass Bergarbeiter aus Recklinghausen im ersten Nachkriegswinter Hamburger Theater mit Kohle versorgten. Zum Dank kamen im Sommer darauf Theaterleute aus Hamburg mit einem Programm ins Ruhrgebiet.

Erste Liste mit Deutschlands immateriellem Kulturerbe vorgestellt

Genossenschaftsidee wird für die Liste des internationalen Weltkulturerbes vorgeschlagen

Traditionen wie das Chorsingen, die Morsetelegrafie, die Flößerei und die Orgelbautradition zählen nun offiziell zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands. Auf der Liste, die in diesem Jahr erstmals für Deutschland erstellt wurde, stehen insgesamt 27 deutsche Bräuche und Wissensformen, wie die Deutsche Unesco-Kommission, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und die Kultusministerkonferenz heute in Berlin gemeinsam mitteilten. Zum anerkannten Kulturerbe gehören unter anderem auch die deutsche Brotkultur, das Reetdachdecker-Handwerk sowie die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft. Das Verzeichnis war am Donnerstagabend von der Kultusministerkonferenz in Berlin bestätigt worden. Zudem wurde die Genossenschaftsidee für die internationale Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit nominiert und soll im März 2015 als Vorschlag aus Deutschland eingereicht werden. Bislang sei eine solche Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation auf der internationalen Liste nicht vertreten, hieß es zur Begründung. Über die Aufnahme zum immateriellen Weltkulturerbe wird die Unesco erst im Herbst 2016 entscheiden.

Wiener Philharmoniker erhalten Karajan-Musikpreis

Jury vergibt Preis, weil das Orchester seit Jahren Projekte unterstützt, die die Musikvermittlung populärer machen

Die Wiener Philharmoniker sind heute in Baden-Baden mit dem Herbert-von-Karajan-Musikpreis geehrt worden. Mit dem mit 50 000 Euro dotierten Preis werde ein Orchester ausgezeichnet, "das wie kaum ein zweites Ensemble seinen ganz spezifischen Klang über viele Jahrzehnte hinweg bewahrt hat und damit unverwechselbar geworden ist", sagte Baden-Badens Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser. Das berühmte Orchester will das Preisgeld für ein österreichisches Jugend-Musik-Projekt verwenden.Die Wiener Philharmoniker blicken auf eine 170-jährige Geschichte zurück. Mit dem Preis kehren sie ein wenig zu den Ursprüngen zurück: In der mehr als fünfzigjährigen Zusammenarbeit prägte der Dirigent Herbert von Karajan eine Ära in der Geschichte der Wiener Philharmoniker, so Mölich-Zebhauser. Das traditionsreiche Ensemble bedankte sich heute Abend bei einer Gala in Baden-Baden mit Symphonien von Joseph Haydn und Richard Strauss unter Leitung des Dirigenten Andris Nelsons für die Auszeichnung.

Choreograf Johann Kresnik wird 75

Österreicher inszeniert politisches Tanztheater

Sein 1968 aufgeführtes Tanzstück "Paradies?" über das Attentat auf Rudi Dutschke gilt als erstes politisches Ballett im Nachkriegsdeutschland. Auch Biografien berühmter Personen wie Rosa Luxemburg oder Frida Kahlo waren häufig Grundlage seiner Choreografien. Kresnik war lange in Bremen und an der Berliner Volksbühne tätig. Während seiner Zeit am Bonner Theater schuf er unter anderem eine Tanzversion des Romans "Hundert Jahre Einsamkeit" und ein Stück über Hannelore Kohl. Seit seinem Abschied aus Bonn 2008 ist Johann Kresnik als freiberuflicher Choreograf tätig.

NS-Raubkunst: Mehr als 200 Anfragen bei Taskforce "Schwabinger Kunstfund"

Expertenkomission konnte bisher 3 Bilder aus der Gurlitt-Sammlung als NS-Raubkunst verifizieren

Die von der Bundesregierung eingesetzte Taskforce "Schwabinger Kunstfund" hat inzwischen mehr als 200 Anfragen von Angehörigen möglicher Opfer des NS-Kunstraubs, die sich gezielt auf bestimmte Werke beziehen. "Wir gehen jedem Einzelfall nach, darauf haben die Menschen einen Anspruch", sagt Taskforce-Chefin Ingeborg Berggreen-Merkel. "Sorgfalt muss in jedem Fall vor Schnelligkeit gehen."
Die Verwaltungsjuristin gab erstmals einen Einblick in die Arbeit des seit einem Jahr tätigen Expertengremiums. Das Kunstmuseum Bern hatte bei der Annahme des Erbes von Cornelius Gurlitt Ende November größtmögliche Transparenz bei der weiteren Aufarbeitung zugesagt. Die 14 Mitglieder der international besetzten Taskforce bleiben danach für alle Werke zuständig, die unter NS-Raubkunstverdacht stehen. Allein aus dem Schwabinger Kunstfund sind das nach derzeitigen Stand 499. Rund 300 davon sind laut Berggreen-Merkel inzwischen in einer systematischen Grundlagenforschung erfasst. Erst in drei Fällen hat sich der Verdacht klar bestätigen lassen.

Wort des Jahres 2014 : "Lichtgrenze"

"Schwarze Null" und "Götzseidank" auf Rang zwei und drei

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) erinnerte mit ihrer Entscheidung an die Lichtinstallation, mit der bei den Feierlichkeiten zum Mauerfall vor 25 Jahren an den Verlauf der Berliner Mauer erinnert wurde. Der Begriff spiegele in besonderer Weise die großen Emotionen wider, die das Ende der DDR im Herbst 1989 auch 25 Jahre später noch in ganz Deutschland hervorrufe, begründeten die Sprachforscher ihre Wahl.

Auf Rang zwei landete die Bezeichnung "Schwarze Null", die die Bemühungen der Bundesregierung um einen ausgeglichenen Haushalt beschreibt. Die Debatte um die "Schwarze Null" habe fast das gesamte Jahr geprägt, erklärte die GfdS. Den dritten Platz nahm in Anspielung auf das Siegtor von Mario Götze im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft der Ausdruck "Götzseidank" ein.

Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Raubguthandel eindämmen

Monika Grütters will mit neuem Gesetz illegalen Kunsthandel erschweren

Der Handel mit gestohlenen Kulturgütern ist nach Aussage des Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ein weltweites Problem. Es gebe nicht nur in Krisengebieten, sondern auch in Afrika, Europa oder Deutschland Raubgrabungen, sagte Hermann Parzinger heute im ZDF-Morgenmagazin. "Es gibt einen riesigen grauen Markt", fügte er hinzu. Vor allem in Krisenregionen sei es kaum möglich, die Grabungen zu stoppen. Stattdessen müsse der Handel stärker eingedämmt werden. "Es darf sich nicht mehr rentierten, diese Plätze zu plündern und die Dinge zu verkaufen", sagte der Archäologe.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte gestern bei einer internationalen Tagung zu illegalem Kunsthandel in Berlin Händler, Sammler und Museen aufgefordert, Kulturgut genauer auf seine Herkunft zu überprüfen. Sie kündigte an, dass sie im kommenden Jahr eine Gesetzesnovelle vorlegen werde, um illegalem Kunsthandel in Deutschland einen Riegel vorzuschieben. "Wer in Zukunft Antiken nach Deutschland einführt, braucht für jedes Stück eine gültige Ausfuhrerlaubnis des jeweiligen Herkunftslandes, das bei Einfuhr vorzulegen ist", sagte Grütters. Auch beim Verkauf von Kulturgut soll demnach in Zukunft überprüft werden, ob das Objekt über einen hinreichenden Herkunftsnachweis verfügt.

Ossietzky-Medaille für Whistleblower Snowden, Poitras und Greenwald

Verleihung am Sonntag

Gemeinsam mit dem US-Amerikaner zeichnet die Internationale Liga für Menschenrechte auch die amerikanische Dokumentarfilmerin Laura Poitras und den Journalisten Glenn Greenwald aus. Sie hätten die "umfangreichste verdachtsunabhängige Überwachung aller Zeiten" aufgedeckt und sich damit um Demokratie und Menschenrechte verdient gemacht, hieß es zur Begründung. Die Liga fordert Asyl für Snowden in Deutschland.

Zur Verleihung wird Snowden aus Moskau zugeschaltet, Poitras wird persönlich an der Verleihung teilnehmen.

Die Auszeichnung ist nach dem deutschen Pazifisten und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky benannt, der 1938 an den Folgen der Haft im Konzentrationslager starb. Die Liga für Menschenrechte vergibt die Medaille seit 1962.

Neue Internetseite über DDR-Geschichte der Potsdamer Garnisonkirche

Projekt startet mit Zeitzeugenberichten

Die DDR-Geschichte der 1945 zerstörten und 1968 abgerissenen Potsdamer Garnisonkirche wird auf einer neuen Internet-Seite dokumentiert. Das Portal www.garnisonkirche-wissen.de wurde heute freigeschaltet. Als nächste Schritte seien Online-Ausstellungen über die NS-Zeit und weitere historische Abschnitte geplant, sagte der theologische Vorstand der Garnisonkirchen-Stiftung, Martin Vogel, bei der Präsentation heute in Potsdam. Das knapp 50.000 Euro teure Projekt wurde 2011 gestartet und überwiegend von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur finanziert. Auf der neuen Internetseite sind bislang unter anderem elf Zeitzeugen-Interviews, darunter mit Brandenburgs früherem Ministerpräsidenten Manfred Stolpe (SPD), und mehr als 50 historische Dokumente zugänglich. Für Jugendliche wurde ein Planspiel entwickelt, in dem die historischen Debatten über die SED-Entscheidung zum Abriss der Ruine der Barockkirche 1968 thematisiert werden können. Grund dafür, mit der Dokumentation des letzten Abschnitts der Geschichte der Garnisonkirche zu beginnen, sei die Sorge um die Zeitzeugen gewesen, betonte Vogel. Ziel sei gewesen, möglichst viele persönliche Berichte von Menschen festzuhalten, die ihre eigenen Erinnerungen noch selbst öffentlich machen können. "Das sind die Schätze, die man nur heben kann, solange die Leute leben", betonte der Historiker Johannes Leicht, Mitarbeiter des Projekts. Die virtuelle Ausstellung informiert in vier Abschnitten über die Kirchenruine 1945, das anschließende Gemeindeleben, die Konflikte zwischen Kirche und SED in der DDR und die Zeit des Abrisses der Garnisonkirche.

London ehrt Elvis Presley mit riesiger Ausstellung

Der "King of Rock" starb 1977

Eine große Elvis-Ausstellung ist seit heute in der Londoner O2-Arena zu sehen. Es soll nach Veranstalterangaben die größte Retrospektive zu dem Musiker sein, die es bislang in Europa gab. Dafür sind rund 300 persönliche Gegenstände des King of Rock 'n' Roll nach Europa gebracht worden, von denen einige vorher noch nie sein Anwesen "Graceland" in Memphis (Tennessee) verlassen hatten. Zu den Ausstellungsstücken zählen Gitarren und Kleidung des Musikers. Elvis Presley wurde 1935 geboren, er starb im August 1977. Auch die Haustürschlüssel für Graceland sind zu sehen, Presleys privates Portemonnaie mit einem Foto seiner damals noch kleinen Tochter oder eine Tigerstatue aus dem Dschungelzimmer, das sich der Superstar eingerichtet hatte, wie Kevin Kern, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von Graceland erklärte.
Die Ausstellung "Elvis at the O2: The Exhibition of His Life" läuft bis zum 31. August 2015.

Kulturnachrichten hören

Dezember 2014
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

Fazit

Solidaritätslesung für HongkongJeder ist die Revolution
Die Künstlerin Alice Kahei Yu aus Hongkong sitzt hinter einem Blumenstrauß auf dem Pflaster, sie trägt eine Sonnenbrille und auf ihrem Pullover steht "Steht Hongkong bei" (Tomas Fitzel)

Die Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung finden weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Berlin organisierte die deutsche Sektion der Schriftstellervereinigung P.E.N. eine spontane Solidaritätslesung.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur