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Konzert / Archiv | Beitrag vom 27.01.2019

Francesco Piemontesi spielt Mozart und StraussFabien Gabel beim DSO Berlin

Moderation: Volker Michael

Der Dirigent Fabien Gabel (Bernard Gaetan/DSO Berlin)
Der Dirigent Fabien Gabel (Bernard Gaetan/DSO Berlin)

Zwei alte Bekannte sind an diesem Abend beim DSO Berlin zu Gast, der Dirigent Fabien Gabel und der Pianist Francesco Piemontesi. Thema des Abends ist das alte Wien mit Musik von Mozart, Zemlinsky, Schreker, Korngold und Strauss.

Es hat immer etwas Nostalgisches, sich mit der Musik aus dem Wien der vorletzten Jahrhundertwende zu beschäftigen. Denn es war eine flirrend-spannende und fragile Welt, die bald darauf untergegangen ist. Das große Habsburger Reich zerfiel am Ende des 1. Weltkrieges, und das so genannte Dritte Reich vollendete den Absturz. Der multikulturelle Nährboden der Musik um 1900 in Wien war einzigartig fruchtbar. In den vielen Jahrhunderten vorher schon war die Hofmusik in Wien von Zugereisten geprägt, von Böhmen und Italienern oder auch deutschsprachigen Migranten wie Mozart, Beethoven und Brahms.

Wien war multikulturell

Fabien Gabel möchte als französischer Dirigent, der als Direktor ein Orchester in Québec, also im frankophonen Kanada leitet und weltweit tätig ist als Gastdirigent, kein Spezialist für die Musik seines Herkunftslandes sein. Deshalb setzt er in diesem recht kleinteiligen Programm Werke aufs Programm, die alle bis auf die Klavier-Burleske von Richard Strauss einen Bezug zu Wien haben. Irgendwelche "französischen" Farben wird man an diesem Abend eher nicht heraushören.

Uraufführung von Zemlinsky

Eine gewisse Dramatik haben alle Stücke, ob sie nun direkt aus dem Genre Film- und Theatermusik stammen wie die "Sea Hawk"-Orchestersuite von Erich Wolfgang Korngold oder die Vorspiele von Franz Schreker und Alexander von Zemlinsky. Die Lustspiel-Ouvertüre von Zemlinsky aus dem Jahr 1894 erklingt an diesem Abend sogar als Uraufführung. Dass Mozart in seiner Instrumentalmusik häufig opernhaft dachte, ist kein Geheimnis. Und auch Richard Strauss schrieb sein quasi einziges "Klavierkonzert" in der Zeit, als er noch jung war und sich geistig-musikalisch auf seine Sinfonischen Dichtungen und Opern vorbereitete.

Der Pianist Francesco Piemontesi (Benjamin Ealovega/DSO Berlin)Der Pianist Francesco Piemontesi (Benjamin Ealovega/DSO Berlin)

Variabel und flexibel im Repertoire

Der aus dem Tessin stammende Pianist Francesco Piemontesi lebt seit einigen Jahren in Berlin, verfolgt von hier aus seine internationale Karriere und leitet künstlerisch das Festival "Settimane Musicali di Ascona" in der italienischen Schweiz. Er ist in seinem Repertoire äußerst flexibel, spielt regelmäßig Mozart- und Brahms-Klavierkonzerte, aber auch zeitgenössische Werke wie derzeit das Klavierkonzert von Unsuk Chin.

Den Pausenbeitrag mit dem Piemontesi-Porträt von Mascha Drost und dem Interview mit Fabien Gabel hören Sie hier:

Live aus der Philharmonie Berlin

Alexander Zemlinsky
"Lustspiel-Ouvertüre" für Orchester (Uraufführung)

Wolfgang Amadeus Mozart
Rondo A-Dur KV 386 für Klavier und Orchester

Richard Strauss
"Burleske" d-Moll für Klavier und Orchester

ca. 20.55 Uhr Konzertpause, darin Francesco Piemontesi im Porträt von Mascha Drost, Fabien Gabel im Gespräch mit Volker Michael

Franz Schreker
Vorspiel zu einem Drama

Erich Wolfgang Korngold
"The Sea Hawk", Orchestersuite aus der gleichnamigen Filmmusik

Francesco Piemontesi, Klavier
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Fabien Gabel

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