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Kompressor | Beitrag vom 09.11.2015

Frage des TagesHilft Transparenz gegen Hetze?

Marco Bertolaso im Gespräch mit Christine Watty

Mikrofone und Kameras verschiedener Anstalten und Sender vor einem Pressetermin (picture alliance / dpa / Bernd Von Jutrczenka)
Mikrofone und Kameras verschiedener Anstalten und Sender vor einem Pressetermin (picture alliance / dpa / Bernd Von Jutrczenka)

"Lügenpresse": Dieser Vorwurf, so absurd er teilweise ist, hat zu einer kritischen Selbstreflexion mancher Medien geführt. Auch die Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks macht sich Gedanken – und ist mit Hörern und Lesern in den Austausch getreten.

Auch heute, am Jahrestag der Reichsprogromnacht, will Pegida in Dresden demonstrieren. Und viele werden wohl wieder "Lügenpresse" schreien.

Absurd? Im Grunde ja. Und dennoch beschäftigt die Frage nach dem richtigen Umgang mit diesem Vorwurf die Medien.

Marco Bertolaso, Leiter der Deutschlandfunk-Nachrichten, hat mit Transparenz geantwortet und die Hörer und Online-Leser zum Dialog eingeladen.

Er nennt das die "dialogische Mobilisierung der Redaktion" – die auch ohne Vorwurf aus seiner Sicht eine sehr gute Idee ist. Das passe einfach in die Zeit, sagte er im Deutschlandradio Kultur. Und sei eine "natürliche Weiterentwicklung".

Bertolaso hat sich – ähnlich wie schon der "Spiegel" – nun direkt an die Kritiker gewandt und auf der Deutschlandfunkseite im Internet die Situation reflektiert. Mit der Aufforderung, zu antworten.

Alle kann man nicht überzeugen, in den Dialog zu treten

Marco Bertolaso, Leiter Zentrale Nachrichten und Online-Beauftragter des Deutschlandfunk (Deutschlandradio / Bettina Fürst-Fastré )Marco Bertolaso, Leiter Zentrale Nachrichten und Online-Beauftragter des Deutschlandfunk (Deutschlandradio / Bettina Fürst-Fastré )Er wolle damit auch den Menschen, die kritisch seien, signalisieren, dass sich die Redaktion mit diesen Fragen auseinandersetze, betonte er. Mit vielleicht 90 Prozent der Kritiker könne man dann weitergehen, schätzt er nach dem Beantworten von jeder Menge Rückmeldungen per Mail, Twitter oder auf Facebook.

Die zehn Prozent aber, die nur "viele Ausrufezeichen setzen wollen", müsse man leider "am Wegesrand zurücklassen", betont Bertolaso auch.

Sein Fazit: Transparenz hilft "weitgehend" gegen Hetze. Alle kann man allerdings nicht überzeugen, in den Dialog zu treten. Zu Transparenz gebe es ohnehin keine Alternative mehr.

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