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Kulturnachrichten

Dienstag, 1. Mai 2018

FPÖ von Mauthausen-Gedenkfeier ausgeschlossen

Komitee: FPÖ-Teilnahme wäre "erneute Demütigung" für KZ-Überlebende

Bei den Gedenkfeiern zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen in Österreich sind Politiker der rechtspopulistischen Regierungspartei FPÖ unerwünscht. Das österreichische Mauthausen-Komitee hat FPÖ-Vertreter ausdrücklich ausgeschlossen. Ihre Gegenwart bei den Feierlichkeiten käme einer "erneuten Demütigung" der KZ-Überlebenden gleich, sagte der Vorsitzende des Komitees, Willi Mernyi, der Zeitung "Standard". Das Mauthausen-Komitee lädt bereits seit vielen Jahren aus Prinzip keine Funktionäre oder Mandatsträger der FPÖ zu Gedenkfeierlichkeiten ein. Als Begründung nannte Mernyi Verbindungen der Partei zu rechtsextremistischen und revisionistischen Kreisen. Die FPÖ reagierte verärgert auf den Ausschluss. In einer Presseerklärung der Partei hieß es, die ihre Minister seien offen für einen Dialog mit dem Mauthausen-Komitee.

Auschwitz-Komitee lädt Skandalrapper in die Gedenkstätte ein

Kollegah und Farid Bang sollten "lernen und antisemitische Vorurteile überwinden"

Das Internationale Auschwitz-Komitee hat das umstrittene Rapper-Duo Kollegah und Farid Bang zu einem Besuch in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau eingeladen. "Ein solcher Besuch der beiden Rapper wäre auch ein Signal an ihre vielen Fans", sagte Christoph Heubner, geschäftsführender Vizepräsident des Komitees. Heubner schlug für einen Besuch den 3. Juni vor, wenn deutsche und polnische Jugendliche vor Ort seien, um den Mitarbeitern der Gedenkstätte auf dem Gelände zu helfen. Kollegah und Farid Bang könnten mit den Jugendlichen arbeiten und sich auch so der Geschichte und der Wirklichkeit von Auschwitz stellen, so Heubner weiter: "Auschwitz-Überlebende hoffen immer darauf, dass jeder Mensch bereit ist, zu lernen und auch antisemitische Vorurteile zu überwinden." Heubners Einladung folgte dem Interview des Musikers Marius Müller-Westernhagen, der in der "Süddeutschen Zeitung" anregte, die Skandalrapper sollten die Gedenkstätte besuchen. Sie hatten trotz massiver Kritik an antisemitischen Liedzeilen vor Kurzem einen Echo bekommen. Etliche Musiker gaben ihre eigenen Preise aus Protest zurück, die Auszeichnung selbst wurde nach tagelanger öffentlicher Debatte abgeschafft.

Zweiter WhatsApp-Gründer verlässt Facebook

Koum: "Es ist Zeit, weiterzuziehen"

Der Mitgründer und langjährige Chef des populären Chatdienstes WhatsApp, Jan Koum, verlässt die Konzernmutter Facebook. Es sei Zeit für ihn, weiterzuziehen, schrieb Koum in einem Facebook-Eintrag. Hintergrund ist laut "Washington Post" ein Streit um Datennutzung und Verschlüsselung. Koum gab keine Stellungnahme dazu ab. Facebook-Chef Mark Zuckerberg dankte ihm und versicherte, dass Werte wie Verschlüsselung immer im Kern von WhatsApp bleiben würden. Koum und sein Mitgründer Brian Acton hatten WhatsApp 2014 für rund 22 Milliarden Dollar an Facebook verkauft. Sie sicherten sich dabei weitreichende Unabhängigkeit. WhatsApp blieb werbefrei und die Daten wurden zunächst komplett getrennt. Inzwischen gleichen WhatsApp und Facebook nach Angaben des Unternehmens Telefonnummern ab, um Spam herauszufiltern. Zugleich setzt WhatsApp auf sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der Nachrichten nur für Absender und Empfänger lesbar sind, aber nicht für die Firma selbst.

Wagner: "Radio war ideal für die Demokratisierung"

Medienhistoriker fordert "neue, partizipative Formate"

Der Medienhistoriker Hans-Ulrich Wagner hat an die Bedeutung des Radios für die Demokratisierung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Das Radio sei das ideale Instrument gewesen, um Demokratie einzuüben, sagte er im Deutschlandfunk. Zwischen den Sendern der verschiedenen Besatzungszonen habe es gravierende Unterschiede gegeben. Die Amerikaner seien am Anfang sehr rigide gewesen. Am liberalsten seien die Briten gewesen, die den deutschen Mitarbeitern stark vertraut hätten. Auch heute bestehe der große Anspruch weiter, zur gesellschaftlichen Verständigung beizutragen, betonte Wagner. Ein Problem bestehe darin, dass einige Gruppierungen sich grundsätzlich nicht mehr repräsentiert sähen und sich ausgeschlossen fühlten. Dies sei eine ideologische Haltung, erklärte der Historiker. Er forderte, die Medien sollten darauf mit neuen, partizipativen Formaten reagieren und darauf achten, auch jüngere Menschen einzubeziehen.

Justizministerin gibt Amt im documenta-Aufsichtsrat auf

documenta-Ausstellung 2017 verzeichnet mit Millionendefizit

Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat ihr Amt im Aufsichtsrat der Weltkunstausstellung documenta niedergelegt, wie die Deutsche Presseagentur am heutigen Dienstag erfuhr. Die CDU-Politikerin erklärte in einem Schreiben an den Vorsitzenden im documenta-Aufsichtsrat, sie wolle jeden Anschein vermeiden, die Doppelfunktion "könnte in irgendeiner Form die Aufarbeitung der Verantwortlichkeiten für das Finanzgebaren um die documenta 14 beeinträchtigen". Bei der documenta-Ausstellung in Kassel und Athen letztes Jahr wurde ein Defizit in Höhe von 5,4 Millionen Euro verzeichnet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit dem Finanzdefizit wegen des Verdachts der Untreue. Die documenta ist die bedeutendste Schau zeitgenössischer Kunst. Die nächste Ausstellung soll im Sommer 2022 in Kassel stattfinden.

Ruhrfestspiele mit Kulturvolksfest gestartet

Intendant Hoffmann nimmt Abschied

Mit dem traditionellen Kulturvolksfest zum 1. Mai sind die Ruhrfestspiele in Recklinghausen gestartet. Nach der Mai-Kundgebung eröffneten Festspielleiter Frank Hoffmann und der ehemalige Betriebsratschef der RAG Deutsche Steinkohle AG, Norbert Maus, offiziell die Ruhrfestspiele. Auf mehreren Bühnen wird Musik gemacht, Akrobatik, Straßentheater und Comedy geboten. Das Motto in diesem Jahr ist "Heimat". Für die Premiere zur Eröffnung hat Intendant Frank Hoffmann die tragische Komödie "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt mit dem Wiener Burgtheater inszeniert: "Wenn die alte Frau im ihre Heimat zurückkommt, dann ist das explosiv. Heimat kann auch explosiv sein, sie muss nicht nur mit Gemütlichkeit verbunden sein, wie es meistens in Deutschland ist", sagte der Regisseur gegenüber dem Westdeutschen Rundfunk. Hoffmann übernahm 2004 die Ruhrfestspiele als Sanierungsfall. Er machte sie zu einem Publiukumsmagneten. Seine Intendanz geht nun mit deutlich gestiegenen Zuschauerzahlen in diesem Jahr, dem letzten der Steinkohleförderung, zu Ende. Nachfolger wird Olaf Kröck, der derzeit Intendant am Schauspielhaus Bochum ist.

WDR-Bereichsleiter sexueller Belästigung beschuldigt

"Tatort"-Koordinator Gebhard Henke bis auf weiteres freigestellt

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat einen weiteren Mitarbeiter nach Vorwürfen sexueller Belästigung freigestellt. Das bestätigte eine WDR-Sprecherin. Es handelt sich dabei um den Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie, Gebhard Henke. Sein Anwalt Peter Raue bestätigte die Freistellung. In einer schriftlichen Erklärung betonte Raue, dass seinem Mandanten kein "einziger konkreter Sachverhalt" genannt worden sei. Henke ist seit 1984 beim WDR tätig und auch als ARD-"Tatort"-Koordinator bekannt. "Er hat sich nichts zu Schulden kommen lassen, er weiß nicht, wer gegen ihn einen - welchen? - Vorwurf erhebt. Und dies sollte, bevor die Gerüchteküche brodelt, klargestellt werden", sagte Raue gegenüber der Deutschen Presseagentur. Der WDR wiederum erklärte, es gebe verschiedene ernstzunehmende Hinweise, denen der Sender sorgfältig nachgehen müsse. Erst vor wenigen Wochen war ein ehemaliger ARD-Auslandskorrespondent wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung vom WDR freigestellt worden.

Danny DeVito bekommt einen Gedenktag

Der US-Schauspieler will sich mehr für seinen Heimat-Bundesstaat einsetzen

Der US-Bundesstaat New Jersey ehrt den US-Schauspieler Danny DeVito (73) mit einem einen eigenen Gedenktag. Sein Geburtstag, der 17. November, sei nun offiziell "Danny DeVito-Tag", kündigte Gouverneur Phil Murphy an. "Jetzt wo ich eine Ikone bin und einen Danny DeVito-Tag habe, werde ich mein Bestes geben, dass wir in New Jersey Steueranreize verabschieden können, die hier mehr Filmdrehs ermöglichen", sagte DeVito der "New York Times". Der vielfach ausgezeichnete Schauspieler wurde 1944 in Asbury Park in New Jersey geboren und war mit Filmen wie "Einer flog über das Kuckucksnest" und "Der Rosenkrieg" weltberühmt geworden. New Jerseys Gouverneur Murphy hatte vor kurzem bereits den 14. April zum "Bon Jovi-Tag" ernannt. Frontmann Jon Bon Jovi stammt ebenfalls aus dem Bundesstaat.

Französische Sängerin Rose Laurens gestorben

Hit "Africa" eroberte Anfang der 80er Jahre die Charts

Ihr Hit "Africa" stürmte Anfang der 80er Jahre auch in Deutschland die Charts: In der Nacht zum Montag ist die französische Sängerin Rose Laurens mit 65 Jahren nach langer Krankheit gestorben, wie ihr Partner Christian Soulié mitteilte. Die Sängerin hatte in den 70er Jahren mehrere Singles veröffentlicht und 1980 eine Rolle in dem Erfolgsmusical "Les Misérables". 1982 veröffentlichte sie ihr erstes Album "Déraisonnable". Die Single-Auskopplung "Africa" wurde mehr als eine Million Mal verkauft. Im Laufe ihrer Karriere veröffentlichte sie etwa ein Dutzend Alben. Sie arbeitete mit Francis Cabrel, Jean-Jacques Goldman, Yves Duteil und zuletzt mit Pierre Palmade zusammen, mit dem sie ihr letztes Album "ADN" erstellte.

Franz-Jung-Biograph Fritz Mierau gestorben

Der Literaturwissenschaftler und Essayist starb mit 83 Jahren 

Fritz Mierau, Franz-Jung-Biograph und Mitherausgeber der Franz-Jung-Werkausgabe ist tot. Er starb mit 83 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung, wie der Nautilus-Verlag mitteilte. Mierau wurde 1934 in Breslau geboren. Er übersetzte Werke von Sergej Tretjakow, Ossip Mandelstam oder Anna Achmatowa. Gemeinsam mit seiner Frau Sieglinde Mierau war er Mitherausgeber der Franz-Jung-Werkausgabe, die 1997 fertiggestellt wurde. Kurz darauf erschien mit "Das Verschwinden von Franz Jung" seine Biographie über eine der schillerndsten Figuren der deutschen Literaturgeschichte. Im Jahr 2002 veröffentlichte er seine eigene Autobiographie: "Mein russisches Jahrhundert". Für seine Verdienste wurde Mierau unter anderem mit dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR und mit dem Karl-Otten-Preis des Deutschen Literaturarchivs Marbach ausgezeichnet. Er lebte bis zu seinem Tod in Berlin.

Dresen wird Professor für Filmschauspiel in Rostock

Filmregisseur baut Filmschauspielbereich auf

Filmregisseur Andreas Dresen ("Halt auf freier Strecke") wird Professor für Filmschauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Zum Sommersemester 2018 soll er die neu eingerichtete Professur übernehmen, wie das Bildungsministerium in Schwerin mitteilte. Wissenschaftsministerin Hesse würdigte den 54-Jährigen als erfahrenen und erfolgreichen Filmregisseur, dem Mecklenburg-Vorpommern sehr vertraut sei. "Außerdem verspreche ich mir, dass er durch seine Lehrtätigkeit einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Films im Land leisten kann", sagte Hesse. Für die Filmschauspielprofessur stelle das Land für acht Jahre zusätzlich 643 800 Euro bereit. Dresen sagte, er freue sich, diesen Bereich an der Hochschule für Musik und Theater Rostock aufzubauen. Dresen ist Sohn des Theaterregisseurs Adolf Dresen und der Schauspielerin Barbara Bachmann. Er wurde in Gera geboren und wuchs in Schwerin auf.

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