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Fazit | Beitrag vom 22.09.2018

Fotoprojekt zum Hambacher ForstAktivisten als "intellektuelle Elite, auf die man stolz sein kann"

Andreas Magdanz im Gespräch mit Gabi Wuttke

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Baumhaus mit Blick auf den zerstörten Hambacher Forst und den Tagebau - Motiv aus dem Projekt von Andreas Magdanz, Fotograf und Professor für Fotografie an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen sowie Dozent für bildnerische Gestaltung an der RWTH Aachen. Hat großes Fotoprojekt zum Hambacher Forst mit 100 Studenten gemacht.  (Aktivisten)
Baumhaus mit Blick auf den zerstörten Hambacher Forst und den Tagebau - Motiv aus dem Projekt von Andreas Magdanz (Aktivisten)

Andreas Magdanz kennt den Hambacher Forst wie kaum ein anderer. Der Professor für Fotografie hat seine Studierenden über viele Jahre hinweg dorthin geschickt, dabei hat er besonders die seit einigen Jahren im Wald lebenden Aktivisten schätzen gelernt.

Andreas Magdanz ist Professor für Fotografie und hat Studierende der HAWK Hildesheim und der RWTH Aachen in den Hambacher Forst geschickt. "Eine forensische Bestandsaufnahme: 100 Studenten, zwei Hochschulen, 10.000 Bilder" heißt das Projekt. 

Im Deutschlandfunk Kultur erklärt er, dass er schon sehr früh erlebt habe, wie Natur- und Kulturdenkmäler vernichtet worden und Menschen Zwangsumsiedlungen ausgesetzt gewesen seien. Das habe ein Gefühl von einer fehlgeleiteten Demokratie in ihm erzeugt. Dies habe sein nun schon jahrzehntelang währendes Interesse am Tagebau in Nordrhein-Westfalen geweckt. Darauf angesprochen, warum das Projekt "Eine forensische Bestandaufnahme" heißt, antwortet er, dass dies bedeute, dass der Patient so gut wie tot und die Prognose schlecht sei.

50 Jahre Korruption und Filz

Außerdem: "Die Vehemenz, wie die Politik den Status Quo der Räumung vorantreibt, lässt nichts Gutes erahnen." Magdanz hat sogar den Rücktritt von Ministerpräsident Armin Laschet gefordert und dazu aufgerufen, RWE-Verträge zu kündigen sowie Aktien zu verkaufen. Dies sei der Dreh- und Angelpunkt, an den man kommen müsse, um dieser Politik ein Ende zu bereiten, so Magdanz weiter - einer Politik, die seit 50 Jahren aus Korruption und Filz bestehe.

Analog zu Polizeisuchaktionen mit Hundertschaften, die ganze Wälder durchkämmen, sei man bei diesem Projekt vorgegangen, erklärt er. Dabei wurde beispielsweise das verlassene Dorf Manheim entdeckt - mit intakten, aber vernagelten Häusern. Dieses Dorf sei zwar größtenteils geräumt, doch eigenartig deutsch sei es, so Magdanz weiter, dass die Dorfbewohner ihren Besitz vor Vandalismus schützen wollten, obwohl Fakt sei, dass es dem Erdboden gleich gemacht werde. 

"Vitale und intellektuelle Elite, auf die man stolz sein kann"

Das letzte Mal sei er mit seinen Studierenden im Wintersemester 2017 vor Ort gewesen, sagt der Professor. Am 8. Oktober wolle man weitermachen. "Wir werden sehen, wie weit wir diesmal in den Wald kommen."

Weitermachen müssen man vor allem vor diesem Hintergrund, so Magdanz: "Mit den Aktivisten - ich rede von den sechs bis zwölf Leuten, die in 28 Metern ihre Baumhäuser haben und den Widerstand seit drei, vier Jahren aufrecht erhalten* - haben wir eine unglaublich vitale und intellektuelle Elite, auf die man eigentlich stolz sein könnte. Aber diese Leute werden kriminalisiert. Und jetzt haben wir den Tod von diesem jungen Mann." Der tödlich verunglückte Blogger könnte "der Benno Ohnesorg der Hambacher-Forst-Bewegung werden", erklärte Magdanz.

*Die Angaben zu den Aktivisten haben wir in der Gesprächsauswertung präzisiert.

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