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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 02.01.2018

Fotografie-Ikone Elfie Semotan"Schönheit wird von der Persönlichkeit interpretiert"

Elfie Semotan im Gespräch mit Susanne Führer

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Die Fotografin Elfie Semotan in einer Galerie in Wien (Imago / SKATA)
Die Fotografin Elfie Semotan in einer Galerie in Wien (Imago / SKATA)

Eigentlich ist die Fotografin Elfie Semotan bekannt dafür, nicht gern im Rampenlicht zu stehen - dennoch hat sie mit 74 Jahren ihre Autobiografie veröffentlicht, in der sie über ihre Arbeit, ihre Männer und ihr Leben schreibt.

Sie selbst steht nicht gerne im Rampenlicht - dennoch hat die Fotografin Elfie Semotan mit 74 Jahren ihre Autobiografie veröffentlicht, in der sie über ihre Arbeit, ihre Männer und ihr Leben schreibt. Die Wienerin und Weltbürgerin hat Prominente und Unbekannte porträtiert, Modeserien hergestellt und Werbekampagnen bebildert.

Sie hat einen eigenen Begriff von Schönheit, der nicht immer den klassischen Vorstellungen entspricht:

"Schönheit wird von der Persönlichkeit interpretiert. Ich finde, es können auch Leute, die gar nicht schön sind, unglaublich attraktiv sein. Und das ist vielleicht nicht sehr leicht, zu fotografieren, aber irgendwie kriegt man das schon hin. Und das finde ich eine tolle Herausforderung, wenn man das kann. Es gibt auch Menschen, die sehr schön sind, die man nicht gern lange anschaut, weil sie nichts ausdrücken und langweilig sind."

Aufnahmeprüfung zur Modeschule mit 14 Jahren bestanden

Deshalb trägt ihre Autobiografie auch den Titel "Eine andere Art von Schönheit". Sie war selbst in jungen Jahren Mannequin, eher aus finanziellen Gründen, um ihr Leben in Paris zu finanzieren. Diese Erfahrungen kommen ihr noch heute zugute.

Elfie Semotan, geboren 1941, wuchs in einem kleinen oberösterreichischen Dorf und in Wien auf. Im Gespräch mit Susanne Führer erinnert sie einerseits an eine schöne und freie Kindheit auf dem Dorf; diese war aber überschattet von familiären Problemen.

Ihre Mutter verließ die Familie, als sie zwei Jahre alt war. "Meine Mutter war nicht da, meine Stiefmutter habe ich nicht geliebt, meinen Vater habe ich nicht oft gesehen."

Umso selbständiger nahm sie ihr Leben früh in die eigenen Hände: Mit zehn Jahren entschied sie, doch zur Mutter nach Wien zu ziehen; mit 14 Jahren bestand sie die Aufnahmeprüfung an der Modeschule in Wien. Ebenso früh erkannte sie, dass Wien ihr keine Perspektive bietet und ging nach Paris – allein, ohne Geld und ohne Verbindungen.

Neugierde auf außergewöhnliche Menschen

Dieser Freiheitsdrang zieht sich durch ihr Leben, auch die Neugierde auf außergewöhnliche Menschen. Das zeigt sich auch in ihren Ehen mit dem österreichischen Maler und Bildhauer Kurt Koscherscheidt und dem deutschen Künstler Martin Kippenberger.

Beide verstarben jung. Auch diese schwere Zeiten überstand die Künstlerin und Mutter von zwei Söhnen. "Ich hab' nicht versucht, das wegzudrängen. Ich habe einfach versucht, das, was ich mit Kurt erlebt habe – und das, was ich mit Martin erlebt habe–, dass mich das begleitet. Und das ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens." 

Ein eindrucksvolles Leben, das Elfie Semotan im Gespräch mit Susanne Führer Revue passieren lässt.  

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