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Interview / Archiv | Beitrag vom 09.02.2016

Fotograf Sebastian BackhausChristliche Frauenmilizen in Syrien

Moderation: Nicole Dittmer und Julius Stucke

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Eine Kämpferin der Christlichen Frauenmiliz kontrolliert die Papiere eines Motorradfahrers. (Sebastian Backhaus)
Eine Kämpferin der Christlichen Frauenmiliz kontrolliert die Papiere eines Motorradfahrers. (Sebastian Backhaus)

Christliche Frauenmilizen in Syrien bereiten sich auf den Kampf gegen den IS vor. Der Fotoreporter Sebastian Backhaus hat sie begleitet. Es seien Hausfrauen und Mütter, die neben der Kindererziehung in den Kampf ziehen.

Der Fotograf Sebastian Backhaus berichtet über seine Erfahrungen in Syrien. Backhaus ist mit einer christlichen Frauenmiliz auf Streife gegangen. Die teils sehr jungen Christinnen kontrollieren dort muslimische Männer. Funktioniert das? Wie kam es dazu, dass er die christlichen Frauenmilizen fotografiert hat?

Fotos von Sebastian BackhausDiese Menschen kehren aus einem Flüchtlingslager in der Türkei zurück in ihre syrische Heimat, um die Gefallenen in Kobane bestatten zu können. Kobane liegt in Trümmern - eine Einheit der kurdischen YPG sucht Leichen.  Syrische Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in der Türkei: Ein Junge und zwei Frauen sitzen mit einem Säugling in der Wiege und ihrem Hab und Gut an einer Häuserecke. Ein Kämpfer der Sanadid-Miliz liegt auf dem Boden und zielt mit einem Gewehr. Diese Menschen kehren aus einem Flüchtlingslager in der Türkei zurück in ihre syrische Heimat, um die Gefallenen in Kobane bestatten zu können.Eine Granate steckt in der Straße fest: Die schweren Kämpfe in Kobane haben die Stadt in weiten Teilen in ein Trümmerfeld verwandelt. Kobane: Ein Trümmerfeld ist das Ergebnis der Kämpfe zwischen Kurden und ihren Alliierten und den Kämpfern des Islamischen Staates (IS). Postapokalyptisch: Fotos aus friedlichen Zeiten liegen auf der Erde. Diese Einheit der kurdischen YPG ist für die Bergung der Leichen in Kobane zuständig.Einheiten der sunnitischen Sanadid-Miliz.Ein Kämpfer der sunnitischen Sanadid-Miliz zielt auf Stellungen des IS.

Im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur erklärte Backhaus, was die Frauen zu ihrem Einsatz bewegt. Sie seien syrisch-aramäisch und seien zuvor nicht militärisch ausgebildet worden. Sie seien unterschiedlich alt und zumeist Hausfrauen und Mütter. Nach Übergriffen durch den IS haben sich die weiblichen Milizen gegründet. Die Idee sei gewesen, "dass sie sich jetzt selbst verteidigen möchten als Frauen".

IS-Entführungen sorgen für Gefahr

Dabei seien die Christinnen von Erfahrungen in ihrer Region geprägt worden:

"Viele Frauen sind versklavt worden, viele Männer sind getötet worden und dann sind nur noch einige Frauen übrig geblieben."

Auf die Frage nach der schwierigsten Herausforderung beim Aufbau der Kampfeinheit, habe die Miliz-Anführerin gesagt, es sei nicht die Angst vor dem Tod, sondern "die Zeit zu finden, den Haushalt zu schmeißen, sich um die Familie zu kümmern und dann noch kämpfen zu können".

Seine eigene Arbeit als Fotograf sei zum Teil riskant gewesen. Er habe wenig Angst vor den Kampfhandlungen gehabt, sondern "die größte Gefahr ist, von dem IS entführt zu werden". 

Weitere Informationen und Bilder sind zu sehen auf der Homepage des Fotografen.

Fotoreporter Sebastian Backhaus im Funkhaus von Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio / Oranus Mahmoodi)Fotoreporter Sebastian Backhaus im Funkhaus von Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio / Oranus Mahmoodi)

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