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Fazit | Beitrag vom 27.06.2018

Fotoausstellung "Künstler Komplex" in BerlinEin kreatives Jahrhundert in Porträts

Angelika Platen im Gespräch mit Gabi Wuttke

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27.06.2018, Berlin: Die Sammlerin und Fotografin Angelika Platen steht in der Ausstellung «Künstler Komplex - Fotografische Porträts von Baselitz bis Warhol», im Museum für Fotografie, zwischen ihren gesammelten Werken. Gezeigt werden rund 180 Arbeiten unterschiedlichster Fotografen aus der Sammlung Angelika Platen von 1917 bis 2000. Sie verdeutlichen die Kunst- und Künstlergeschichte des vergangenen Jahrhunderts. Foto: Wolfgang Kumm/dpa | Verwendung weltweit (Foto: Wolfgang Kumm/dpa)
Angelika Platen zwischen ihren gesammelten Werken in der Ausstellung "Künstler Komplex" in Berlin (Foto: Wolfgang Kumm/dpa)

Von Andy Warhol bis Georg Baselitz: Im Museum für Fotografie in Berlin werden rund 180 Künstler-Porträts aus dem Besitz von Angelika Platen gezeigt. Die Fotografin und Sammlerin ist vom Ergebnis der Arbeit der Kuratoren begeistert.

In der Berliner Schau Künstler Komplex sind fotografische Porträts von Künstlern des 20. Jahrhunderts zu sehen, darunter Georg Baselitz und Andy Warhol.

Bereits als Kind habe sie sich für Künstler interessiert, denn schon ihre Eltern seien Kunstsammler gewesen, sagte Angelika Platen im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur.

"Als ich die ersten Fotografien auf Messen und Ausstellungen machte, damals als Reporterin für die WELT, die ZEIT und den SPIEGEL, habe ich für mich schon - nebenbei - Künstlerporträts angefertigt. Seitdem bin ich immer mit Künstlerporträts verbandelt gewesen".

Nicht zuletzt fasziniere sie, dass auch der Fotograf ein Künstler sei. Und sie liebe es, Künstler in ihre Ateliers zu begleiten und die Künstler selber zu fotografieren.

Schwarz-Weiß dominiert

Beim Kauf von Künstlerporträts anderer Fotografen habe sie immer darauf geachtet, Schwarz-Weiß-Fotografien zu kaufen:

"Mein Fotografieren der letzten 50 Jahre ist ja auch schwarz-weiß gewesen. Im Schwarzen und im Weißen kann man die Farbe eigentlich besser sehen, als in einem Farbfoto - und das ist für mich ganz wichtig."  

Ein unerfüllter Wunsch für ihre Sammlung sei der Besitz eines Fotos von Pablo Picasso des Fotografen Irving Penn. Aber das sei mit über 100.000 Euro zu kostspielig. Andere Picasso-Porträts habe sie aber bereits:

"Es gibt das schöne Porträt von Picasso von Man Ray, das ich sehr liebe. Es gibt ein wunderbares Porträt von Lucien Clergue und ein weiteres von Michel Sima, das ist auch ein wunderbares Porträt, das sich auch in der Sammlung befindet." 

Eine Art "Jagdfieber" nach Fotos sei vor allem durch die Suche nach Fotos in Auktionskatalogen, in Galerien und Messen entstanden. Mit einigen Kollegen habe sie auch einfach Fotos getauscht: "Und so ist die Sammlung allmählich gewachsen."

Fotos neu geordnet und arrangiert

Die Kuratorin Jadwiga Kamola habe der Ausstellung den Namen gegeben, die Bilder wissenschaftlich aufgearbeitet und in drei verschiedene Sektionen eingeteilt:

"Ich war am Anfang sehr überrascht und nicht so sehr zugeneigt, meine Fotos so einzuteilen. Aber heute, als ich die Ausstellung gesehen habe und wie sie jetzt hängt, ist sie wunderbar. Es ist ein Traum geworden."

Sie habe eine Freude an jede Ausstellungswand zu gehen und den Zusammenhang zwischen den Fotos zu finden. Neue Zusammenhänge zu entdecken, sei allerdings sehr aufwändig - beispielsweise Bilder, wo ein Künstler hinter einer Glasscheibe stehe: 

"Da müssten sie alle Fotos - so wie das die Kuratoren gemacht haben - auf dem Boden ausbreiten, den Zusammenhang finden und dann wie ein Puzzle einsortieren." 

Die Ausstellung "Künstler Komplex - Fotografische Porträts von Baselitz bis Warhol. Sammlung Platen" ist vom 29.06.2018 bis 07.10.2018 im Museum für Fotografie in Berlin zu sehen.

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