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Interview / Archiv | Beitrag vom 29.01.2014

ForschungMit dem Handy gegen Handysucht

Eine App der Uni Bonn hilft bei exzessivem Medienkonsum

Psychologe Christian Montag im Gespräch mit Julius Stucke

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Ständiges Schauen auf das Display, permanent im Netz sein: Wann die Grenze von exzessiver Smartphone-Nutzung zur Sucht überschritten ist, untersucht eine App der Uni Bonn. Die soll "eine Art digitale Waage" sein, sagt Psychologe Christian Montag.

Die App verfolge, wie lange ein Nutzer online sei oder telefoniere und warne ihn gegebenenfalls, wenn eine kritische Zeit erreicht sei. Das Ganze geschehe anonym, Namen der Nutzer erfassten die Forscher nicht. Über die App würden nur Metadaten aufgezeichnet, beispielsweise wann ein Nutzer wie lange telefoniert habe, sagte Montag. Detaillierte personenbezogene Daten würden aber nicht erhoben.

"Wir lesen keine E-Mails mit."

Eine Grenze, wann Smartphone-Nutzung zur Sucht wird, sei nicht einfach zu ziehen, sagte Montag.

"Eine offizielle Diagnose Smartphone-Abhängigkeit gibt es nicht."

Die Wissenschaftler erhoffen sich von der App, Daten zu erhalten, mit denen diese Lücke eventuell geschlossen werden kann. Montag kann sich auch weitere Nutzen vorstellen. Möglicherweise könne sie auch bei Behandlungen von Depressionen eingesetzt werden. Werde festgestellt, dass ein Patient sein soziales Netzwerk vernachlässige oder nicht mehr auf die Straße gehe, könne das ein Anzeichen für eine Depression sein.

Montag betonte aber, dass Patienten und Ärzte ausdrücklich mit der Verwendung der Daten einverstanden sein müssten.

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