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Kulturnachrichten

Samstag, 14. Juni 2014

Forscherin: Kinder können heute nicht mehr mit der Hand schreiben

Zu wenig Bewegung, fehlende Fingerfertigkeit, keine Vorbilder und moderne Geräte wie Smartphones -

das seien Ursachen dafür, dass ein Großteil der Erstklässer nicht mehr richtig mit der Hand schreiben könne. Davon ist die Nürnberger Bildungsforscherin Stephanie Müller überzeugt. Etwa 70 Prozent der Schüler brächten nach dem Kindergarten nicht mehr die nötigen motorischen Voraussetzungen für das sogenannte Kritzel-Alphabet mit, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. In der Lehrerausbildung solle deshalb mehr Wert auf das Schreiben-Lehren gelegt werden, fordert Müller.

Kardinal Marx ruft zum Gebet für Frieden im Irak auf

Besorgt verfolgt Kardinal Reinhard Marx den Vormarsch islamistischer Kämpfer im Irak.

Er sei der Überzeugung, dass die internationale Gemeinschaft eine Verantwortung für die Menschen trage, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Hunderttausende seien auf der Flucht. Insbesondere die christliche Bevölkerung versuche, den Irak zu verlassen. Das Leid der Menschen - Christen und Muslime - erfülle ihn mit großer Trauer. Kardinal Marx rief zum Gebet um Frieden auf. - Bei den Kämpfen zwischen islamistischen Kämpfern und der Armee im Nordirak waren in den vergangenen Tagen Hunderte Menschen ums Leben gekommen.

Afghanistan-Experte: "Es gibt eine junge Generation, die das Land verändern möchte"

In Afghanistan wird heute in einer Stichwahl der nächste Präsident gewählt.

Dass die Menschen zur Wahl gingen, obwohl die Taliban sie bedrohten, sei ein klares Zeichen für das Land. Das sagte Patrick Kuebart von der Max-Planck-Stiftung für internationalen Frieden und Rechtsstaatlichkeit im Deutschlandradio Kultur. Frieden und ein funktionierender Staatsapparat stünden ganz oben auf der Wunschliste der Afghanen. Großes Potenzial für Veränderungen sieht Kuebart in der jungen Generation, die einen großen Teil der Gesellschaft ausmache. Noch nie seien so viele Menschen zur Schule gegangen wie in den vergangenen zehn Jahren. Gemeinsam wollten sie das Land verändern.

Baltische Staaten erinnern an Massendeportation

"Ich verneige mich vor allen Opfern. Wir werden jede Wiederholung von solchen Verbrechen verhindern."

Mit diesen Worten hat Estlands Premierminister Taavi Rõivas an die Opfer der Massendeportation vom 14. Juni 1941 erinnert. Auch in Lettland und in Litauen wird heute der Opfer gedacht. In Vilnius erhob sich das litauische Parlament zu einer Schweigeminute, anschließend erklärte Parlamentspräsidentin Loreta Grauþinienë, zu tausenden seien Unschuldige willkürlich in Güterwaggons nach Sibirien transportiert worden. - Im Juni 1941 wurden in den baltischen Ländern nach der Annexion durch die Sowjetunion schätzungsweise 50.000 Menschen deportiert.

Serbische Politiker kommen nicht zur Gedenkfeier des Sarajevo-Attentats

Am 28. Juni jährt sich das Attentat auf das österreichische Kronprinzenpaar, das den Ersten Weltkrieg auslöste, zum 100. Mal.

Führende serbische Politiker werden an einer geplanten Gedenkfeier jedoch nicht teilnehmen. Serbiens Ministerpräsident Aleksandar Vučić sagte, er müsste bei den Feierlichkeiten in Sarajevo vor einer Gedenktafel stehen, auf der von faschistischen serbischen Aggressoren im Bosnien-Krieg der 90er Jahre die Rede sei. Das komme nicht in Frage. Milorad Dodik, Präsident der serbischen Teilrepublik Bosniens, kritisiert, dass bei der Feier die Schuld für den Ersten Weltkrieg auf die Serben geschoben werde. In der serbischen Teilrepublik ist eine eigene Veranstaltung geplant. In Visegrad will ein Filmemacher den serbisch-bosnischen Attentäter von Sarajevo, mit einer ganztägigen Veranstaltung als Nationalhelden feiern lassen.

Vučić kritisiert eine Gedenktafel, die wörtlich daran erinnert, dass "serbische Verbrecher" 1992 während der Belagerung Sarajevos die Nationalbibliothek im historischen Rathaus zerstörten.

China lässt Künstler nach Tiananmen-Jahrestag frei

Kurz vor dem 25. Jahrestag des Tiananmen-Massakers wurden in China zahlreiche Aktivisten, Dissidenten und Kritiker festgenommen.

Einen Monat nach seiner Verhaftung ist der Künstler Chen Guang freigekommen. Seine Festnahme soll im Zusammenhang mit einer privaten Performance stehen, in der er an die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking erinnert hatte. China hatte öffentliche Diskussionen über das Tiananmen-Massaker verboten. - Ein anderer, ebenfalls festgenommener Künstler, Guo Jian, soll in sein Heimatland Australien zurückgeschickt werden, dessen Staatsbürgerschaft er besitzt.

In Peking war es den Behörden am 4. Juni weitgehend gelungen, ein öffentliches Gedenken zu unterbinden. Doch in Hongkong nahmen Zehntausende Menschen an einer Mahnwache für die Opfer teil.

Am 3. und 4. Juni 1989 drangen Soldaten begleitet von Panzern auf den von Demonstranten besetzten Tiananmen vor. Hunderte wurden getötet. Die genaue Zahl ist bis heute nicht bekannt.

Japaner Ban erhält Pritzker-Preis

Er entwirft preiswerte und wiederverwertbare Notunterkünfte in Katastrophengebieten.

Für sein Engagement ist der japanische Architekt Shigeru Ban gestern Abend mit dem Pritzker-Preis geehrt worden. Der mit 100.000 US-Dollar dotierte Preis gilt als Nobelpreis für Architektur. Ban werde für sein exzellentes Lebenswerk und seinen Einsatz für Opfer von Naturkatastrophen ausgezeichnet, sagte der Juryvorsitzende, Lord Peter Palumbo in Amsterdam. Der Preisträger beklagte einen Mangel an sozialem Engagement von Architekten. Normalerweise bauten sie für privilegierte Leute monumentale Gebäude, die deren Macht und Reichtum spiegeln sollten. Doch gerade Menschen, die alles verloren hätten, brauchten bequeme und schöne Häuser.

Habermas: Digitale Kommunikation ist die dritte Medienrevolution

"Ich betrachte die Einführung der digitalen Kommunikation - nach den Erfindungen der Schrift und des Buchdrucks - als die dritte große Medienrevolution."

Das sagte der Philosoph Jürgen Habermas der "Frankfurter Rundschau". Mit diesen Medien hätten immer mehr Personen einen immer leichteren Zugang zu Informationen gefunden. Mit dem letzten Schub, der digitalen Kommunikation, habe auch eine Aktivierung stattgefunden - der Leser sei zum Autor geworden. Die Errungenschaft einer politischen Öffentlichkeit erfolge daraus jedoch nicht zwangsläufig. Das Internet bedeute deshalb nicht automatisch einen Demokratiegewinn, meinte Habermas.

Jahn: DDR-Biografien differenziert bewerten

DDR-Biografien müssen differenziert aufgearbeitet werden.

Dafür hat sich der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, ausgesprochen. Man müsse auch die Zeitzeugen hören, die bei der DDR-Staatssicherheit waren, sagte Jahn der Zeitung "Neues Deutschland". Eine differenzierte Betrachtung könne jedoch nur erfolgen, wenn respektiert und anerkannt werde, dass Menschen offen sprechen. Jahn kritisierte gleichzeitig die mangelnde Dialogbereitschaft früherer Stasi-Mitarbeiter. Gerade bei denen, die damals in der Staatssicherheit in Verantwortung waren, gebe es zu wenig Offenheit.

Chinesische Polizei nimmt bekannten Menschenrechtsanwalt fest

Er soll Unruhen verursacht und gesetzeswidrige Informationen besessen haben.

Deshalb hat die chinesische Polizei den Menschenrechtsanwalt Pu Zhiqiang festgenommen. Auch werde gegen ihn wegen anderer Verbrechen ermittelt, teilten die Behörden mit. Sein Anwalt vermutet jedoch politische Gründe. Er ist überzeugt, dass Pu die Behörden mit regierungskritischen Kommentaren im sozialen Netzwerk Sina Weibo gereizt habe, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. - Pu hat als Anwalt unter anderem den Künstler und Dissidenten Ai Weiwei vertreten.

Die chinesische Führung war in den vergangenen Wochen wegen des 25. Jahrestags der blutigen Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens in der Hauptstadt Peking wieder verstärkt gegen Oppositionelle vorgegangen.

FAZ widmet Schirrmacher gesamtes Feuilleton

Viele Jahre prägte Frank Schirrmacher das Feuilleton der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Heute, zwei Tage nach Schirrmachers Tod, widmet ihm die Redaktion das komplette Ressort. Auf mehreren Seiten gedenken Freunde und Weggefährten wie Martin Walser dem ehemaligen Mitherausgeber der "FAZ". "Er ist so überraschend gestorben, wie er gelebt hat. Jäh!", schreibt der Schriftsteller. - Mit Artikeln und Fotos von Schirrmacher erinnert die Zeitung an dessen Wirken als Journalist.

Bundespräsident Gauck wirbt für das coole Berlin

"Berlin ist cool."

Das würde Bundespräsident Joachim Gauck gerne der Jugend Europas vermitteln. Im Interview mit Deutschlandradio Kultur sagte er, Jugendliche aus allen Teilen der Welt kämen mittlerweile nach Berlin. Gauck äußerte sich am Ende seines Staatsbesuchs in Norwegen. Dort hatte er norwegische Schüler ermutigt, Deutsch zu lernen. Seit die deutsche Sprache kein Pflichtfach mehr sei, entschieden sich dort immer mehr junge Leute für Spanisch, bedauerte der Bundespräsident.

Während seines Besuches hatte Gauck die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Norwegen herausgestellt. Angesichts der Verbrechen der deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkrieges sei das nicht selbstverständlich.

London: Metallstachel gegen Obdachlose von Apppartmenthaus entfernt

Die Metallstachel vor einem Haus in London hatten eine speziellen Zweck:

Sie sollten verhindern, dass Obdachlose davor übernachten. In sozialen Netzwerken wurde die Vorrichtung als unmenschlich bezeichnet. Und innerhalb weniger Tage unterzeichneten mehr als 130.000 Menschen ein Petition dagegen. Auf die Proteste hat nun die Kommunalverwaltung reagiert. Mittlerweile wurden die Metallstachel entfernt. Die Behörde betonte, Wohnungslose sollten mit Respekt und Würde behandelt werden, nicht mit Abwehrmaßnahmen.

Auch die britische Supermarktkette Tesco hatte am Donnerstag angekündigt, die Stachel vor ihren Filialen entfernen zu lassen. Ein Sprecher sagte der BBC, es habe Beschwerden gegeben.

CDU geht nach schwulenfeindlichen Aussagen gegen Lokalpolitiker vor

Mit einem homophoben Facebook-Post hat ein Bürgermeister von der CDU nicht nur einen Shitstorm provoziert.

Die rheinland-pfälzische Christdemokraten haben sich bereits vom Kommunalpolitiker Sven Heibel distanziert und die Junge Union wählte ihn aus dem Landesvorstand. Nun soll er weitere Ämter verlieren. Auch seine Parteimitgliedschaft werde diskutiert. Das bestätigte die CDU-Kreisvorsitzende Gabi Wieland der Deutschen Presse-Agentur. - Heibel, Ortsbürgermeister von Herschbach im Westerwald, hatte auf Facebook die Frage aufgeworfen, ob die Abschaffung der Strafbarkeit von Homosexualität ein Grund zum Feiern sei.

Leiter der Odenwaldschule gibt Amt auf

Gerade erst hat die Odenwaldschule einen Kurswechsel für ihr Internatskonzept beschlossen.

Nun ist bekannt geworden, dass der Leiter der Schule, Siegfried Däschler-Seiler, sein Amt aufgibt. Das teilte die Pressestelle des Internats mit. Däschler-Seiler war erst seit wenigen Monaten im Amt. - Die Schulleitung stand im Mai in der Kritik. Behörden warfen ihr vor, zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ihrer Meldepflicht nicht nachgekommen zu sein. Der erste Fall betraf einen Lehrer, gegen den derzeit wegen des Verdachts auf Bezug von Kinderpornografie ermittelt wird. Im zweiten Fall waren Vorwürfe von Schülern gegen einen Kinderarzt nicht weitergegeben worden.

An der Odenwaldschule waren bereits zwischen 1965 und 1998 mindestens 115 Jungen und 17 Mädchen von Lehrern und Mitschülern sexuell missbraucht worden. Die Verbrechen wurden erst im Frühjahr 2010 aufgedeckt.

Facebook erlaubt Fotos stillender Frauen

Obszöne, pornografische oder sexuell eindeutige Fotos sind im sozialen Netzwerk Facebook verboten.

Zensiert wurden bislang auch Bilder von stillenden Frauen. Doch hier will die Plattform nun lockerer werden. Das bestätigte ein Sprecher gegenüber der IT-Seite "The Verge". In den Facebook-Leitlinien heißt es nun: "Wir sind der Meinung, dass Stillen etwas Natürliches und Schönes ist, und freuen uns, dass es den Müttern wichtig ist, diese Erfahrung mit anderen zu teilen." - Die Zensur von stillenden Frauen hatte in der Vergangenheit immer wieder für Proteste gesorgt.

Queen erhebt Angelina Jolie zur Dame

Ihre Arbeit als Schauspielerin hat Angelina Jolie zuletzt in den Hintergrund gestellt, um sich auf humanitäre Aufgaben zu konzentrieren.

Für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt in Kriegsgebieten wurde sie von der britischen Königin Elizabeth II. in den Stand der Dame erhoben. - Gemeinsam mit Großbritanniens Außenminister William Hague hat die Schauspielerin zum internationalen Gipfel gegen sexuelle Gewalt in Konflikten eingeladen. Dort forderte Jolie gestern die Weltgemeinschaft auf, sich dauerhaft gegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch in Kriegen zu engagieren. Das Thema müsse ganz oben auf der internationalen Agenda stehe.

Tel Aviv: Gay-Parade zog mehr als 80.000 Menschen an

Tel Aviv hat sich zu einer der homosexuellenfreundlichsten Städte weltweit entwickelt.

Mehr als 80.000 Menschen kamen gestern zur jährlichen Schwulenparade in die Stadt. Generell gelte Israel im Umgang mit Homosexualität als eines der fortschrittlichsten Länder der Welt, sagte Shai Deutsch. Er ist Vorsitzender der Organisation Aguda, die sich für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzt. Männer und Frauen könnten sich in der Armee outen; auch Unternehmer und Künstler würden ihre gleichgeschlechtlichen Beziehungen offen leben. Shai Deutsch räumte ein, dass es Vorbehalte bei orthodoxen Juden und konservativen Muslimen gebe. Vor allem in den Palästinensergebieten sei die Lage schwierig, ganz zu schweigen zu den umliegenden Ländern im Nahen Osten.

Jazzsänger Jimmy Scott gestorben

Sein Markenzeichen war seine ebenso raue wie gefühlvolle Sopranstimme.

Gestern ist der Jazzsänger Jimmy Scott im Alter von 88 gestorben, teilte seine Frau Jeanie Scott mit. - Wegen einer seltenen Erbkrankheit kam der Musiker nicht in die Pubertät und behielt zeitlebens eine hohe Stimme. Er begann früh zu singen, doch ein Streit mit seiner Plattenfirma Savoy hinderte ihn fast 20 Jahre lang daran, neue Alben aufzunehmen. Seine größten Erfolge feierte er erst mit 67 Jahren.

Stummfilm-Schauspielerin Carla Laemmle mit 104 gestorben

Den ersten Satz des Tonfilms sprach Carla Laemmle - 1931 im Vampir-Streifen "Dracula".

Nun ist sie tot. Wie die "Los Angeles Times" berichtet, starb die Schauspielerin im Alter von 104 Jahren. Carla Laemmle war eine der letzten Vertreterinnen der Stummfilm-Ära. Sie wirkte in Filmen mit wie "Das Phantom der Oper" und "Onkel Toms Hütte", die Mitte der 1920er Jahre produziert wurden. Bis Mitte der 1930er Jahre lebte Laemmle auf dem Gelände der Universal Studios. Ihr Onkel war Mitgründer der amerikanischen Filmgesellschaft.

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