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Der Theaterpodcast | Beitrag vom 27.01.2021

Folge 32Lob der guten Laune: Das Theater des Herbert Fritsch

Von Susanne Burkhardt und Elena Philipp

Szene der Uraufführung von „Pfusch” von Herbert Fritsch an der Volksbühne. (picture alliance / zb | Claudia Esch-Kenkel)
Kunst des Komischen: Herbert Fritschs Produktion "Pfusch" an der Berliner Volksbühne. (picture alliance / zb | Claudia Esch-Kenkel)

Sinnlich, bunt und unterhaltsam wie ein Herbert-Fritsch-Abend: So sollte das post-pandemische Theater aussehen. Ein Theater, das endlich die miese Stimmung vertreibt. Im Podcast erzählt „Horrorkasperl“ Fritsch, wieso es dabei „kribbeln muss“.

Was für ein Theater wollen wir, wenn die Türen der Bühnen nach langer Zeit endlich wieder öffnen? Es soll laut sein, bunt, fröhlich, aufregend, komisch, dabei nicht banal – verführerisch und unterhaltend.

Der Traum: ein ewiges Theaterstück

Nach all den Monaten der Distanz, der bedeckten Gesichter, der Trostlosigkeit wollen wir unsere Rückkehr ins Parkett feiern – als rauschhaftes, sinnenreiches Fest. Mit einem Theater wie von Herbert Fritsch. Eins, das uns hinausschleudert aus unserem Alltag, ein Theater, das den Kopf und die Wahrnehmung durcheinander wirbelt und uns erschöpft aber beglückt nach Hause entlässt.

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Weil wir auf sein Theater noch warten müssen, holen wir Herbert Fritsch einfach in unseren Podcast. Hier erzählt der Schauspieler, Bühnenbildner, Choreograf und Filmemacher, der gerade 70 Jahre geworden ist, warum die Kunst des Komischen ein Mysterium ist, und dass er gern ein eigenes "fliegendes Ensemble" gründen würde, um auf Tournee zu gehen: "Eine Ansammlung von Typen, die nichts anderes machen, als nur an ihrem Ding zu arbeiten." An einem "ewigen Theaterstück", das sich immer weiterentwickelt und "über mein Leben hinaus weiter existieren kann."

Es ist gut, außerhalb des Systems zu sein

Während in der Krise manche Theaterschaffende auf ihre Systemrelevanz pochen, findet es der bekennende "Horrorkasperl" Fritsch gerade gut, "außerhalb des Systems" zu stehen. Für ihn gehört Politik nicht ins Theater: "Politiker machen viel zu viel Theater – und das Theater zu viel Politik".

Porträt von Herbert Fritsch. (Simon Fritsch)Porträt von Herbert Fritsch. (Simon Fritsch)

Wer macht den Theaterpodcast?

Einmal im Monat greift der Theaterpodcast die wichtigen Debatten rund um das Theater und seine Macher und Macherinnen auf. Über die Kunst und den Betrieb, in dem immer noch zu wenig Frauen das Sagen haben, sprechen zwei Theaterredakteurinnen: Susanne Burkhardt vom Deutschlandfunk-Kultur-Theatermagazin Rang 1 und Elena Philipp vom Online-Portal nachtkritik.de.

Susanne Burkhardt studierte Kulturwissenschaft, Betriebswirtschaft und Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin und in London (Middlesex University). Sie ist Diplom-Medienberaterin und begann ihre Radiokarriere als Hörspielregieassistentin beim Sender Freies Berlin (später RBB). Nach einem Volontariat beim Deutschlandradio ist sie seit 2001 Redakteurin, Autorin und Moderatorin bei Deutschlandfunk Kultur.

Elena Philipp studierte in Freiburg Politik und Soziologie, entschied sich nach einer Regiehospitanz aber für ein Studium der Theater-, Film und Literaturwissenschaft in Berlin. Dort arbeitete sie für Tanzfestivals, gründete ein Literaturmagazin und ein Text-Ton-Festival mit und etablierte beim Literaturwettbewerb Open Mike das Livebloggen. Seit 2006 schreibt sie für Tageszeitungen und Fachmedien über Theater und Tanz. 2017 wurde sie Redakteurin beim Online-Theaterfeuilleton nachtkritik.de.

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