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Der Theaterpodcast | Beitrag vom 15.01.2020

Folge 21Ende der Lieblingssongs: Musik im Schauspiel

Von Susanne Burkhardt und Elena Philipp

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Szene aus "Hätte klappen können - ein patriotischer Liederabend" im Maxim Gorki Theater Berlin (imago/Drama-Berlin.de/ Barbara Braun)
Immer mehr Theaterinszenierungen setzen auf Live-Musik. (imago/Drama-Berlin.de/ Barbara Braun)

Es ist unübersehbar: immer mehr Theaterinszenierungen setzen auf Livemusik. Eine sichere Bank für Musiker – aber künstlerisch wirklich immer sinnvoll und nötig? Im Gespräch mit dem Volksbühnen-Musiker Sir Henry fragen wir, was Musik für die Bühne sein kann und sein sollte.

Die gute Nachricht zuerst: Regisseure und Schauspieler sind musikaffiner geworden. Das Theater holt sich Musik auf die Bühne. Längst peppen nicht nur Pop-Hits einen Abend auf oder wird extra für die Bühne komponiert. Immer öfter wird live gespielt. Über die neue, starke Verbindung von Schauspiel und Musik unterhalten sich Susanne Burkhardt und Elena Philipp in Folge 21 des Theaterpodcast mit Sir Henry, dem Theatermusiker, der seit 1996 Inszenierungen der Berliner Volksbühne seinen ganz speziellen Klang verleiht. 

Eine Playlist von Lieblingssongs? Kapitulation!

Sir Henry gehört zu den Musikern, die Inszenierungen, von Frank Castorf oder Dimiter Gotscheff etwa, eine eigene musikalische Ebene beigeben. Eine Playlist von Lieblingssongs bedeutet für ihn eher eine Kapitulation. Für ihn ist Musik die Architektur einer Aufführung: einerseits der vergänglichste Aspekt der künstlerischen Arbeit, andererseits aber auch der wirkungsvollste.

Die Beziehung von Musik zum Schauspiel kann vieles sein: Regisseur Herbert Fritsch lässt Theater-Jazz spielen, bei ihm improvisieren der Pianist Ingo Günther und die Vibraphonistin Taiko Saito zu Molières "Amphitryon". Christoph Marthaler versenkt melancholisches Liedgut tief in die Seelen seiner Figuren, Thomas Ostermeier oder Christopher Rüping verleihen Spielszenen via Live-Schlagzeug Tempo und Druck und Michael Thalheimer unterlegt Klassiker mit Klangflächen von Bert Wrede. Andere holen andere Popbands auf die Bühne.

Und dann war da noch Einar Schleef, der den Chor als ein Theatermittel neu belebte. Oder Robert Wilson, der schon in den 1980ern mit Popstars wie Tom Waits oder Lou Reed, aber auch mit dem Komponisten Philip Glass zusammenarbeitete.

Musik im Schauspiel: sichere Einnahmequelle?

Musik im Schauspiel: Hat sie immer nur künstlerische Gründe oder ist das Theater für die Musiker das, was der "Tatort" für Schauspielerinnen und Schauspieler ist: eine sichere Einnahmequelle? 

Mehr zum "Theaterpodcast":
Einmal im Monat greift Der Theaterpodcast die wichtigen Debatten rund um das Theater und seine Macher und Macherinnen auf. Über die Kunst und den Betrieb, in dem immer noch zu wenig Frauen das Sagen haben, sprechen zwei Theaterredakteurinnen, Susanne Burkhardt vom Deutschlandfunk-Kultur-Theatermagazin Rang 1 und Elena Philipp vom Online-Portal nachtkritik.de.
Die Stimmen: Susanne Burkhardt studierte Kulturwissenschaft, Betriebswirtschaft und Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin und in London (Middlesex University). Sie ist Diplom-Medienberaterin und begann ihre Radio-Karriere als Hörspielregieassistentin beim Sender Freies Berlin (später RBB). Nach einem Volontariat beim Deutschlandradio ist sie seit 2001 Redakteurin, Autorin und Moderatorin beim Deutschlandfunk Kultur ("Fazit", "Rang 1 – Das Theatermagazin").
Elena Philipp studierte in Freiburg Politik und Soziologie, entschied sich nach einer Regiehospitanz aber für ein Studium der Theater-, Film und Literaturwissenschaft in Berlin. Dort arbeitete sie für Tanzfestivals, gründete ein Literaturmagazin und ein Text-Ton-Festival mit und etablierte beim Literaturwettbewerb Open Mike das Livebloggen. Seit 2006 schreibt sie für Tageszeitungen und Fachmedien über Theater und Tanz. 2017 wurde sie Redakteurin beim Online-Theaterfeuilleton nachtkritik.de.
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