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Fazit / Archiv | Beitrag vom 16.04.2020

Förderprogramme für KünstlerStaatsaufträge und echte Jobs

Hans Ulrich Obrist im Gespräch mit Marietta Schwarz

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Der Schweizer Kurator für zeitgenössische Kunst, Hans Ulrich Obrist (dpa / picuture alliance / Matthias Balk)
Hält Ideen aus dem historischen New Deal zur Existenzsicherung von Künstlern für hochaktuell: Hans Ulrich Obrist. (dpa / picuture alliance / Matthias Balk)

In der Coronakrise schlägt der Kurator Hans Ulrich Obrist ein staatliches Förderprogramm für Künstler vor - wie zu Zeiten der Großen Depression in den USA. Tausenden Künstlern konnte damit in den 1930er Jahren geholfen werden.

Beim Ausbruch der Coronakrise erinnerte sich Hans Ulrich Obrist, künstlerischer Leiter der Serpentine Gallery in London, an ein lange zurückliegendes Gespräch mit der Fotografin Helen Levitt: "Sie sagte, sollte es irgendwann eine schwere Krise auf der Welt geben, sollten wir das Erbe und das Ideenreservoir des New Deal aufsuchen."

Dieses von Franklin D. Roosevelt in der Zeit der Weltwirtschaftskrise aufgelegte Hilfsprogramm, das PWAP, habe damals unter anderem mehr als 250.000 Fotos in Auftrag gegeben, um die ländliche Armut zu dokumentieren. Auf dieses Weise wurden viele Fotografen unterstützt.

Der Beginn von internationalen Karrieren

Über andere Programme seien tausende Künstlerinnen und Künstler beauftragt worden, öffentliche Gebäude zu dekorieren. Für viele Künstler, etwa Jackson Pollock und Lee Krasner, sei dies der Anfang ihrer Karrieren gewesen, so Obrist.

"Das ist natürlich nichts, das man einfach eins zu eins übernehmen kann. Es ist aber so, dass es in diesem New Deal sehr viele interessante Projekte gab", betont der Kurator. Damals seien auch an über hundert Orten in den USA Community Art Center gebildet worden. So sei die Kunst zu den Menschen gebracht worden.

Auch in anderen Ländern hat es in der Vergangenheit interessante Ideen für die Förderung von Künstlern gegeben, berichtet Obrist:

Jede Firma stellt einen Künstler an

"Englische Künstler wollten, dass jede Firma, jede Regierungsorganisation - also sowohl öffentliche als auch private Organismen - mindestens einen Künstler oder eine Künstlerin anstellt. Es ging darum, dass die Künstler und Künstlerinnen in der Gesellschaft tätig sind."

Nach den Reaktionen auf ein Interview von ihm im Guardian habe er erkannt, dass es ein großes Interesse an den Ideen aus der Vergangenheit gebe, sagt Obrist: "Es ist eine konkrete Utopie, auf jeden Fall."

(mle)

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