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Kulturnachrichten

Mittwoch, 16. Juni 2021

Förderer der Dresdner Frauenkirche gestorben

Der Kunsthistoriker und ehemalige sächsische Landeskonservator Heinrich Magirius ist tot. Das teilte die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden mit, deren Gründungsmitglied Magirius war. Außerdem gehörte der gebürtige Dresdener zum Vorstand der Stiftung Frauenkirche. Geschäftsführer Jäger erklärte, Magirius habe maßgeblich zum Wiederaufbau des Gotteshauses beigetragen, das im Februar 1945 bei den schweren Luftangriffen zerstört und zwischen 1994 und 2005 vor allem mit privaten Spenden wieder aufgebaut wurde. Heinrich Magirius wurde 87 Jahre alt.

Deutscher Architektenpreis 2021 vergeben

Das Berliner Büro SMAQ Architektur und Stadt erhält den Deutschen Architekturpreis. Gewürdigt wird das Bauprojekt "Zusammen Wohnen" in Hannover. Das teilten das Bundesinnenministerium und die Bundesarchitektenkammer mit. In der Nähe des Maschsees seien Eigentumswohnungen, öffentlich geförderter Wohnraum und eine inklusive Wohngruppe entstanden, heißt es lobend. Der Auftrag war vom Theo Gerlach Wohnungsbau-Unternehmen erteilt worden. Der alle zwei Jahre vergebene Staatspreis gilt als wichtige Auszeichnung für Architekten in Deutschland.

HKW bekommt neuen Chef

Bonaventure Soh Bejeng Ndikung wird neuer Intendant am Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Er wird im Januar 2023 die Nachfolge von Bernd Scherer antreten, der dann in den Ruhestand geht. Der promovierte Biotechnologe Ndikung, 1977 in Yaoundé in Kamerun geboren, leitet derzeit den Kunstraum Savvy Contemporary in Berlin und lehrt an der Kunsthochschule Weißensee. Er ist Mitherausgeber zahlreicher Publikationen zu Kulturkritik und Ausstellungstheorie und war 2015 Mitglied im Kuratorenteam der documenta 14. Kulturstaatsministerin Grütters kommentierte die Entscheidung mit dem Satz: "Als international gefragter Kurator und Kulturmanager ist Bonaventure Ndikung ein echter Glücksgriff".

Zürcher Ballett bekommt eine Direktorin

Cathy Marston wird Chefin des Zürcher Balletts. Das teilte das Opernhaus mit. Die Britin mit Schweizer Pass wird zur Saison 2023/24 die Nachfolge von Christian Spuck antreten, der dann nach Berlin wechselt. Marstons Vertrag ist mit zunächst zwei Spielzeiten an die Amtszeit von Opernhaus-Intendant Andreas Homoki gebunden. Cathy Marston lernte das Metier an der Royal Ballet School London. Von 1994 bis 1999 tanzte sie selbst für das Ballett Zürich. Außerdem arbeitete sie am Luzerner Theater und am Konzert Theater Bern. In den letzten Jahren war sie vermehrt in den USA tätig.

Bachmann-Wettbewerb beginnt

Heute Abend eröffnen zum 45. Mal die "Tage der deutschsprachigen Literatur" in Klagenfurt. 14 Autorinnen und Autoren werden wie im letzten Jahr an den Wörthersee geschaltet, während die Jury vor Ort ist. Die traditionelle Eröffnungsrede wird Hubert Winkels halten, der fünf Jahre lang Jury-Vorsitzender war. Im Deutschlandfunk Kultur verriet er, dass die Literaturkritik im Zentrum seiner Rede stehen werde. Denn sie stehe unter Druck, weil die "Zwanghaftigkeit" die Online-Klickzahlen zu erhöhen" auf "populäre Darstellung" setze, so Winkels. Dabei sei sie gesamtgesellschaftlich ein extrem wichtiges Gut. Was Literaturkritik tue und was sie könne, wolle er in seiner Rede herausarbeiten.

2020 Rekordjahr für britische Musikindustrie

Obwohl es pandemiebedingt im vergangenen Jahr keine live-Konzerte gab, hat die Musikbranche in Großbritannien überdurchschnittlich gut verdient. Wie die BBC berichtet, wurde im Ausland ein Umsatz von knapp 520 Millionen Pfund erzielt. Das ist eine Gewinnsteigerung von sechs Prozent im Vergleich zu 2019. Maßgeblicher Grund des Erfolgs sind die Streamingdienste. Laut BBC wurden bei mehr als 100 Streams weltweit an die 300 Musikerinnen und Musiker aus Großbritannien gehört. Nicht nur Dua Lipa, sondern auch Klassiker wie Coldplay und die Beatles.

Kirchenkünstler Siegfried Assmann ist tot

Mit 96 Jahren ist Siegfried Assmann gestorben. Bekannt wurde er vor allem durch seine monumentalen und farbintensiven Kirchenfenster, die in zahlreichen Kirchen Norddeutschlands zu finden sind. Assmann, der in Posen geboren wurde, studierte ab 1947 in Hamburg gemeinsam mit Horst Janssen, Paul Wunderlich und Siegfried Oelke Malerei, Wandgestaltung und Grafik. Anfang der 1960er Jahre wandte sich Assmann immer mehr der Plastik zu. Sein letztes Werk, der Bronzeguss «Jung mit'm Tüdelband» nach dem gleichnamigen Volkslied von Ludwig Wolf, ist seit 2019 vor dessen langjährigem Wohnhaus in der Hamburger Neustadt zu sehen.

Vollendung der Sagrada Familie wohl erst 2040

Auch zum 100. Todestag ihres Schöpfers Antoni Gaudí wird die Sagrada Familia in Barcelona nicht fertig sein. Das teilte die Stiftung mit. Wegen der Ausgangssperren im vergangenen Jahr mussten die Arbeiten an der seit 129 Jahren unvollendeten Kirche über Monate unterbrochen werden. Außerdem seien wegen der Pandemie-Schließung Eintrittsgelder ausgeblieben. Deshalb nun nur noch am Maria-Turm weitergearbeitet. Mit einem Weiterbau sei erst in drei Jahren wieder zu rechnen, so die Stiftung. Mit der Vollendung könne es bis 2040 dauern. 2019 hatten täglich 12.000 Menschen die Sagrada Familia besucht, die seit 2005 zum Weltkulturerbe der Unesco gehört.

Heimatmuseum Kempten ausgezeichnet

Kempten hat das beste Heimatmuseum. Dieser Titel wurde dem Zumsteinhaus im Allgäu von der Stiftung "Lebendige Stadt" zugesprochen. Dem Museum gelinge es, die 2000-Jährige Geschichte der Stadt sowohl fesselnd als auch animierend zu erzählen, heißt es in der Begründung. Dies mache ein "partizipatives Gegenwartsmuseum" aus. Heimatmuseen prägten die Kulturlandschaft. Kempten sei ein Beispiel, wie Ausstellungskonzeptionen gesellschaftlichen Wandel und verändertes Nachfrageverhalten der Menschen widerspiegelten. Für den Preis hatten sich 251 Museen in Deutschland beworben.

Oberammergauer Passionsspielleiter kritisiert Kirche

An Bayern ohne große Kirche werde man sich gewöhnen müssen. Das glaubt der Leiter der Oberammergauer Passionsspiele, Christian Stückl. In der "Augsburger Allgemeinen" zeigte sich der Theaterintendant überzeugt, dass Kirche "in ein paar Jahren völlig bedeutungslos sein" werde. Selbst auf den Dörfern des Freistaates verliere die Kirche völlig an Substanz, so Stückl, der nach eigener Aussage früher selbst eifriger Kirchengänger war. Weil es nur noch wenige Priester gebe und junge Leute fehlten, so Stückl, fände keine Jugendseelsorge mehr statt. Die Kirche verschwände deshalb für viele von der Bildfläche.

Quellcode für das Internet wird versteigert

Das US-Auktionshaus Sotheby's will den Quellcode für das Internet versteigern. Bei dem ersten digitalen Artefakt, das jemals von Sotheby's versteigert wird, handele es sich um die Originaldateien von Sir Tim Berners-Lee von 1989 mit entsprechendem Zeitstempel und Unterschrift, wie Sotheby's in New York mitteilte. Den Angaben zufolge soll die Auktion vom 23. bis 30. Juni stattfinden. Das Mindestgebot liege bei 1000 Dollar. Berners-Lee hatte am 12. März 1989 seinen Vorschlag für ein System für Informationsmanagement vorgelegt, aus dem das World Wide Web hervorging. Er arbeitete damals am Cern in Genf. Heute gilt er als Erfinder des Internets. Sotheby's versteigert den Quellcode als sogenanntes NFT (non-fungible token). Das ist eine Art digitales Echtheitszertifikat.

Weinstein erwartet weiterer Prozess in Los Angeles

Der frühere Filmproduzent Harvey Weinstein soll nach Los Angeles überstellt werden, wo ihm ein neuer Prozess droht. Ein Richter im Bundesstaat New York ordnete an, den inhaftierten 69-Jährigen "so schnell wie möglich" an die kalifornischen Behörden zu übergeben. Dessen Anwälte hatten versucht, dies zu verhindern, und unter anderem gesundheitliche Gründe angeführt. Fünf Frauen werfen Weinstein in Los Angeles Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vor. Seine Verurteilung im vergangenen Jahr in New York markierte einen Meilenstein der US-Rechtsgeschichte. In dem Fall, durch den die #MeToo-Bewegung maßgeblich mit ausgelöst wurde, hatte die Jury den Zeugenaussagen von mehreren Frauen entgegen Weinsteins Unschuldsbeteuerungen und trotz des Mangels an Beweisen geglaubt. Der Ex-Filmproduzent war zu 23 Jahren Haft verurteilt worden.

Georges Aperghis erhält von Siemens Musikpreis

Der Komponist Georges Aperghis erhält den mit 250 000 Euro dotierten Ernst von Siemens Musikpreis 2021. Die Ernst von Siemens Musikstiftung würdigte den 75-Jährigen als eine der richtungsweisenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musik. Sein Lebenswerk stehe quer zu allen Strömungen und widersetze sich schneller Einordnung, begründeten die Preisstifter am Dienstag in München. Sein Musiktheater zeichne sich durch große Offenheit aus und entstehe häufig im Dialog mit anderen Kunstformen wie Schauspiel, Tanz oder bildender Kunst.

Regensburger Domspatzen öffnen sich für Mädchen

Die Regensburger Domspatzen wollen 2022 ihr Gymnasium für Mädchen öffnen. Außerdem erhalte die Regensburger Dommusik dann einen Mädchenchor. Der Status der Domspatzen als Domchor und reiner Knabenchor bleibe davon unberührt, teilten die Domspatzen mit. Der Beschluss des Stiftungsrats sei einstimmig erfolgt. Domkapitel und Bischof unterstützten das Vorhaben. Seit anderthalb Jahren hat das Gymnasium in Christine Lohse bereits eine weibliche Leitung. Mit dem Schritt soll auch die 1000-jährige Tradition des Knabenchors selbst gefestigt werden. Immer öfter seien zuletzt gute Sänger nicht ans Gymnasium der Domspatzen gegangen, weil sie lieber auf eine gemischte Schule gingen, heißt es in der Mitteilung. Der Besuch des Gymnasiums sei aber Voraussetzung, um in den Chören mitsingen zu dürfen.

Swetlana Alexijewitsch mit Bundesverdienstkreuz geehrt

Die Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch ist mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden. Bundespräsident Steinmeier überreichte ihr die Auszeichnung in seinem Berliner Amtssitz Schloß Bellevue. Alexijewitsch gehörte während der Proteste gegen den belarussischen Staatschef Lukaschenko zum Koordinierungsrat seiner Gegenkandidatin Tichanowskaja. Im September reiste sie nach Deutschland aus. Steinmeier sagte in seiner Laudatio, in Belarus sei ein Aufbruch spürbar, der ein weibliches Gesicht habe. Belarus sei keine entfernte osteuropäische Verwandte. Seine Menschen verdienten die Aufmerksamkeit und Unterstützung der Deutschen.

Informationen zu Benin-Bronzen nun online

Im Internet sind ab sofort Informationen über die sogenannten Benin-Bronzen in deutschen Museen abrufbar. Sie stehen auf der Website der Kontaktstelle für Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland. Zum Start des Angebots sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters, damit werde für größtmögliche Transparenz gesorgt. Außerdem bekräftige Deutschland seine Bereitschaft, im Dialog mit der nigerianischen Seite Rückgaben von Benin-Bronzen zu ermöglichen. Auf der Internetseite finden sich derzeit mehr als 1.100 Objekte. Ihre Herkunft sollen die Museen bis Ende des Jahres umfassend dokumentieren und öffentlich zugänglich machen. Die ersten Bronzen sollen im kommenden Jahr nach Afrika zurückkehren.

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