Feature, vom 02.01.2016, 18:05 Uhr

Flüchtlinge, Künstler, Hotelgäste Grandhotel für Alle!

Von Marianne Weil

Im Augsburger Grandhotel Cosmopolis treffen sich Asylbewerber und Hotelgäste auf den Fluren, als wären alle frei und gleich. Die Autorin hat das Projekt begleitet.

Die Feature-Autorin Marianne Weil (Deutschlandradio / Torben Waleczek)
Die Feature-Autorin Marianne Weil (Deutschlandradio / Torben Waleczek)

So etwas gab es noch nie. Im Augsburger Grandhotel Cosmopolis gilt das Motto: Wir sind alle Reisende auf dieser Erde, jeder ist willkommen, ganz gleich woher er kommt. Eine basisdemokratisch organisierte, ziemlich bunte Gruppe hat diese Utopie in die Welt gesetzt. Nicht in einer Inszenierung im Theater, sondern in einem realen Experiment: Im Augsburger Springergässchen treffen sich Asylbewerber und Hotelgäste auf den Fluren und an der Bar, als wären alle frei und gleich. Das Projekt ist inzwischen berühmt geworden und wird mit Preisen überhäuft. Doch es findet nicht im luftleeren Raum statt. Das öffentliche Schulterklopfen fängt die Aktivisten an zu schmerzen, denn ihre Idee stößt an die Mauern der europäischen Flüchtlingspolitik. Die Autorin hat sich mehrfach im Grandhotel einquartiert, erst auf der Baustelle, dann in einem realen Hotelzimmer.

Marianne Weil, 1947 in Darmstadt geboren, lebt in Berlin. Autorin und Regisseurin von Hörspiel-Montagen und Features über Menschen, Tiere und Pflanzen. Sezierte, inszenierte und montierte in zahlreichen Stücken die Rhetorik des Kalten Krieges. Zuerst in: 'Dem ...eutschen ...olke' (SR/SFB 1995, ausgezeichnet mit dem Publikumspreis 'Lautsprecher' der Akademie der Künste Berlin). Zuletzt in: 'Transitraum - Übergang' (DKultur/RB/SR 2012).

'Grandhotel für Alle!' wurde mit dem Robert-Geisendörfer-Preis 2015 ausgezeichnet.

Regie: die Autorin
Mit: Gabriele Blum
Ton: Alexander Brennecke
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2014
Länge: 54'09
(Wdh. v. 10.05.2014)

Marianne Weil, 1947 geboren, Autorin von Features und Hörspiel-Montagen. Zuletzt: "Transitraum – Übergang" (DKultur/RB/SR 2012).

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