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Interview / Archiv | Beitrag vom 25.06.2015

Flüchtlinge in Freital"Eine sehr aufgeheizte Stimmung"

Ines Kummer im Gespräch mit Katja Schlesinger und Frank Meyer

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Ein Aufkleber "Asyl-Wahn Stoppen - Nein zum Heim - Wutbürger" klebt am 23.06.2015 an einem Laternenmast in unmittelbarer Nähe des Leonardo-Hotel in Freital (Sachsen).  (picture alliance / dpa / Arno Burgi)
"Nein zum Heim" sagen Asylgegner im sächsischen Freital. Am Mittwochabend waren es wieder rund 160. (picture alliance / dpa / Arno Burgi)

Den dritten Abend in Folge haben Asylgegner vor einem Hotel in Freital Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht. "Erschreckend" findet das die grüne Stadträtin Ines Kummer. Sie engagiert sich für Asylsuchende - und wird ständig bedroht.

Ines Kummer schämt sich fremd, wie sie sagt - für jene, die in Freital gegen die Unterbringung von Asylsuchenden protestieren. Sie erlebe eine "sehr aufgeheizte Stimmung" vor dem ehemaligen Hotel "Leonardo", das nun Erstaufnahmeeinrichtung ist. Es sei "unsäglich", wenn die ankommenden Flüchtlinge mit rechtslastigen Parolen empfangen würden, sagt Kummer.

Flüchtlingsgegner protestieren mit einer deutsch-russischen Fahne am 24.06.2015 vor einer Unterkunft von Asylbewerbern (Leonardo-Hotel) in Freital (Sachsen). (picture alliance / dpa / Oliver Killig)Flüchtlingsgegner protestieren mit einer deutsch-russischen Fahne vor der Unterkunft für Asylbewerbern in Freital. (picture alliance / dpa / Oliver Killig)

Unter den Protestierern seien Rechtsextremisten aus Freital und Umgebung, Pegida-Gründer Lutz Bachmann, aber auch "normale" Anwohner. Diese nutzten die Situation, um ihre "fremdenfeindlichen und rassistischen Meinungen ganz unbescholten auf die Straße zu tragen".

Kummer, die sich im Willkommensbündnis Freital engagiert, wird nach eigenen Angaben "ständig bedroht". Erst gestern sei wieder auf Facebook ein Aufruf veröffentlicht worden, der ihr und weiteren Politikern der Linken und der Grünen die Schuld an der Eskalation der Lage zuschiebe. Unterstützung von ihren Ratskollegen vermisst Kummer dabei. Überhaupt: Vom Oberbürgermeister und vielen Stadträten gebe es keine klare politische Positionierung pro Asyl.    

Zwei Männer halten am 23.06.2015 einen Banner "Dear refugees, welcome to Germany! Liebe Flüchtlinge, willkommen in Deutschland! Chers refugies, bienvenues em Allemagne!" vor eine Unterbringung von Asylbewerbern (Leonardo-Hotel) in Freital (Sachsen) in den Händen. (picture alliance / dpa / Arno Burgi)"Dear refugees, welcome to Germany!" - Unterstützer heißen Flüchtlinge in Freital willkommen. (picture alliance / dpa / Arno Burgi)

Mehr zum Thema:

Freital - Bundesregierung rügt Hetze gegen Flüchtlinge
(Deutschlandfunk, Aktuell, 25.06.2015)

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